EU-Parlament fordert den verpflichtenden Einbau von Fahrerassistenzsystemen für Pkw

Auf Europas Straßen sterben jährlich etwa 25.500 Menschen. Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit hat das EU-Parlament am 14. November 2017 mit einer überragenden Mehrheit den Initiativbericht „Rettung von Menschenleben – Mehr Fahrzeugsicherheit in der EU“ angenommen. Er wurde vom Europaabgeordneten Dr. Dieter-L. Koch eingebracht. Darin wird gefordert, dass bestimmte Fahrerassistenzsysteme (FAS) verpflichtend verbaut werden.

Bei 92 % aller Unfälle ist menschliches Fehlverhalten ein Einflussfaktor und bei 72 % sogar die Hauptursache. (1) Diese Zahlen verdeutlichen, warum Fahrerassistenzsysteme, die den Fahrer auf mögliche Hindernisse oder Gefahren aufmerksam machen und unter Umständen sogar in Gefahrensituationen eingreifen können, so bedeutsam für die Verkehrssicherheit sind. Besonders schwächere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer und Fußgänger können durch Systeme wie den Notbremsassistenten besser geschützt werden. Daher ist der automatische Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung eines der Systeme, die das Europaparlament zur Pflicht machen möchte.
Alle im Initiativbericht geforderten Fahrerassistenzsysteme haben gemein, dass sie einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit leisten, der Nutzen die Kosten übersteigt und sie bereits marktreif sind. Ein weiteres Beispiel ist der Spurhalteassistent.

Wichtiger Schritt zur Verpflichtung von FAS für alle EU-Neufahrzeuge

Mit der Annahme des Initiativberichts des Europaabgeordneten Dr. Dieter L. Koch hat das EU-Parlament ein Zeichen gesetzt und die Verpflichtung von Fahrerassistenzsystemen für Pkw in den Fokus gerückt. Die Überarbeitung der Verordnung zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit wird voraussichtlich im ersten Quartal 2018 durchgeführt. Dann liegt es an der EU-Kommission, ob die Vorschläge von Dr. Koch tatsächlich in die aktualisierte Verordnung einfließen werden.

Pressemitteilung "EU-Parlament fordert den verpflichtenden Einbau von Fahrerassistenzsystemen für Pkw"

(1) Europäisches Parlament: Rettung von Menschenleben: Mehr Fahrzeugsicherheit in der EU, Entschließung des Europäischen Parlaments vom 14. November 2017 zu dem Thema „Rettung von Menschenleben: Mehr Fahrzeugsicherheit in der EU“ (2017/2085(INI))

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Bei Notbremsung: Nur keine Hemmungen!

Jeder Autofahrer kennt die Situation: Auf der Autobahn herrscht Feierabendverkehr, alles drängt sich dicht an dicht mit dem Ziel, möglichst schnell zu Hause anzukommen. Jede Lücke wird genutzt, um etwas mehr Geschwindigkeit aufzunehmen, der Sicherheitsabstand schrumpft und schrumpft. Und dann leuchten plötzlich die Bremslichter vor einem auf …

Damit es zu solchen Situationen nicht kommt, regelt § 4 Abs. 1 StVO den Sicherheitsabstand, allerdings macht er keine konkrete Angabe. Im Gesetzestext heißt es lediglich, dass der Abstand zum Vordermann so groß sein muss, dass man im Falle einer Bremsung rechtzeitig zum Stehen kommt. Der einzuhaltende Abstand ist demnach von der Fahrgeschwindigkeit, der Beschaffenheit der Fahrbahn und den Witterungsverhältnissen abhängig.

Wie groß ist der Mindestabstand?

Eine gängige Faustformel besagt, dass innerhalb geschlossener Ortschaften ein Sicherheitsabstand eingehalten werden sollte, der der in einer Sekunde zurückgelegten Strecke entspricht (bei Tempo 50 also 15 Meter oder drei Pkw-Längen). Außerhalb geschlossener Ortschaften vergrößert sich der Sicherheitsabstand auf die halbierte Geschwindigkeit in Metern, bei Tempo 100 also 50 Meter. Beim Mindestabstand handelt es sich aber um einen absoluten Minimalabstand, der entsprechend vergrößert werden muss, wenn etwa Straßen- und Sichtverhältnisse schlecht sind. Im Ernstfall benötigt man nämlich nicht nur die Zeit, die Gefahr zu erkennen, sondern auch entsprechend zu reagieren. Diese Reaktionszeit beträgt etwa eine Sekunde: eine Sekunde, in der der Wagen mit unverminderter Geschwindigkeit auf ein Hindernis zufährt. Bei Tempo 100 legt er also rund 30 Meter zurück, bevor der Bremsvorgang überhaupt begonnen hat. Selbst wenn man während der Fahrt den Sicherheitsabstand einhält, kann es zu gefährlichen Situationen kommen. Wird man z. B. durch ein plötzlich auftretendes Hindernis am Straßenrand abgelenkt, realisiert man oft zu spät, dass der Abstand zum Vordermann zu gering geworden ist und kann möglicherweise nicht mehr rechtzeitig eingreifen.

So hilft der Notbremsassistent

Was tut nun der Notbremsassistent? Er misst den Abstand zu Vordermann unter Berücksichtigung der aktuellen Fahrtgeschwindigkeit, warnt frühzeitig, wenn er sich verringert, und verschafft dem Fahrer so wertvolle Zeit zu reagieren. Wenn es zur Bremsung kommt, unterstützt er den Fahrer, indem er die Bremsung verstärkt, sofern das Bremspedal nicht richtig durchgetreten wird. Und bleibt eine Bremsung aus, führt der Notbremsassistent sie komplett eigenständig durch. Fachleute gehen davon aus, dass Notbrems-Assistenzsysteme bei flächendeckender Ausstattung je nach Funktionsumfang 20 – 40 % der Pkw- zu Pkw-Unfälle mit Personenschäden positiv beeinflussen oder verhindern.   Manche Notbremsassistenten sind darüber hinaus noch mit einem Insassenschutz verbunden: Ist ein Aufprall unvermeidbar, ziehen sich automatisch die Gurte fest, Sitze und Kopfstützen werden in die richtige Position gebracht. Aus der Verantwortung entlässt der Notbremsassistent den Fahrer allerdings nicht: Er wurde für Gefahrensituationen entwickelt, nicht dazu, den Fahrer aus der Verantwortung zu entlassen. Demnach sollte es tunlichst unterlassen werden, seine Funktionstätigkeit „aus Spaß“ auszuprobieren.

Vollbremsung: Härtetest für Wagen und Insassen

Es kommt auf das richtige Bremsen an und das ist leichter gesagt als getan. Im normalen Straßenverkehr treten wir eher sanft auf die Bremse, denn es besteht ja normalerweise kein Anlass mit voller Kraft in die Eisen zu gehen. Wir haben zu Recht Hemmungen, das Bremspedal fest durchzutreten, denn es handelt sich dabei um einen echten Gewaltakt: Das schwere Fahrzeug wird binnen kürzester Zeit zum Stillstand gebracht, die sich dabei entfaltenden Kräfte wirken nicht nur auf das Auto selbst, sondern auch auf die Passagiere, die dabei nur durch die Sicherheitsgurte in ihren Sitzen gehalten werden. Doch gerade diese fehlende Erfahrung erweist sich in kritischen Situationen oft als Problem: Selbst wenn rechtzeitig gebremst wird, wird oft nicht stark genug gebremst – oder aber so hart, dass die Räder blockieren und die Kontrolle über den Wagen verloren geht. Der Wagen kommt nicht rechtzeitig zum Stehen, die Kollision kann nicht vermieden werden, selbst wenn der Sicherheitsabstand eigentlich groß genug war. Viele der Auffahrunfälle könnten durch kürzere Reaktionszeiten oder richtige Bremsungen vermieden werden. Beides kann man lernen.

Richtig bremsen lernen

Experten empfehlen genau aus diesem Grund, an sogenannten Fahrsicherheitstrainings teilzunehmen. In diesen Trainings erlernen Autofahrer unter Anleitung zum Beispiel, wie man sich verhält, wenn das eigene Fahrzeug auf nasser Fahrbahn ins Schleudern gerät, aber auch, wie man eine richtige Vollbremsung durchführt. Sich dies anzueignen, ist jedem Autofahrer anzuraten, der regelmäßig und viel unterwegs ist. Allein schon, um sein Fahrzeug besser kennenzulernen, denn jedes verhält sich ein bisschen anders. Ob man einen Wagen mit oder ohne ABS fährt, spielt ebenfalls eine Rolle für das richtige Bremsen. Was für den einen Wagen gut ist, führt beim anderen zum Blockieren der Reifen, das man auf jeden Fall vermeiden sollte. Ein Notbremsassistent hilft zwar bei der Vollbremsung, ersetzt aber nicht die eigene Fahrkompetenz.

Abb. 1: Gerade noch rechtzeitig: Beim Verkehrssicherheitstraining lernt man, eine richtige Vollbremsung durchzuführen.
Abb. 1: Gerade noch rechtzeitig: Beim Verkehrssicherheitstraining lernt man, eine richtige Vollbremsung durchzuführen.

 

 

 

 

 

 

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bester beifahrer auf der IAA: Besuch von Prof. Bodewig

Die 67. Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) Pkw, Leitmesse der Mobilität, hat erwartungsgemäß erneut große Besuchermassen angezogen. In diesem Jahr kamen rund 810.000 autobegeisterte Besucherinnen und Besucher zur IAA, um einen Einblick in die neuesten Entwicklungen der Automobilbranche zu erhalten. Am Stand von DEKRA durfte das Standpersonal dabei einen besonderen Gast begrüßen: DVW-Präsident und DVR-Vizepräsident Professor Kurt Bodewig; Bundesminister a.D..

Prof. Bodewig nutzte die Gelegenheit, um sich am Stand der DEKRA über die Kampagne bester beifahrer des DVR und seiner Partner zu informieren.
Wir freuen uns, über den prominenten Zuspruch und die Unterstützung unserer Arbeit.

Abbildung: Prof. Bodewig, Vizepräsident des DVR, mit Marc Gounaris von DEKRA am DEKRA -Stand auf der IAA 2017. Bildnachweis: DEKRA Automobil GmbH, Stuttgart
Abbildung: Prof. Bodewig, Vizepräsident des DVR, mit Marc Gounaris von DEKRA am DEKRA -Stand auf der IAA 2017. Bildnachweis: DEKRA Automobil GmbH, Stuttgart

 

Parkassistenten verhindern Parkrempler – Parkpiepser nicht

Parkassistenten unterstützen Autofahrende aktiv beim Einparken: Das System berechnet den Weg in die Lücke und übernimmt das Lenken. Hier entsteht laut Jörg Rheinländer von der HUK-Versicherung ein echter Sicherheitsvorteil: Im Interview mit der „Auto Motor und Sport“ prognostizierte er, dass sich die Zahl der Versicherungsschäden mit komplett autonom parkenden Autos um 25 Prozent senken ließe und sich die Versicherungsschäden beim Einparken damit deutlich reduzierten.

Parkpiepsern, die heute in zahlreichen Autos verbaut sind, stellt er dagegen schlechte Noten aus: Zwar sollen die Helferlein vor Parkremplern schützen, in der Praxis sei das aber nicht der Fall. Offenbar nutzten Autofahrende die Einparkhilfen oft nicht richtig oder deaktivierten sie sogar, weil sie die Warntöne als störend empfänden. Einen signifikanten Rückgang der Schadensfälle durch Parkpiepser kann die HUK nicht verzeichnen, allerdings sei die finanzielle Höhe der Schäden leicht angestiegen: Schließlich werden heutzutage bei Parkremplern nicht nur der Lack und die Stoßstangen in Mitleidenschaft gezogen, sondern es muss oft auch die vergleichsweise Sensorik repariert oder gar ausgetauscht werden.

Fahrerassistenzsysteme geben älteren Menschen mehr Sicherheit am Steuer

Gerade für ältere Menschen ist Mobilität von großer Bedeutung: Wer auch im Alter Auto fährt, bewahrt sich ein großes Stück Freiheit und ist unabhängiger von der Hilfe anderer Menschen. Das fängt beim Wocheneinkauf im Nachbarort an, geht beim Arztbesuch weiter und endet bei Freizeitaktivitäten. Mit zunehmendem Alter lässt aber auch die körperliche Leistungsfähigkeit nach. Beim Autofahren schlägt sich das beispielsweise darin nieder, dass man nicht mehr so kraftvoll wie früher in die Bremsen tritt, das Wenden des Kopfes beim Schulterblick nicht mehr ganz so einfach ist oder man in der Nacht weniger erkennt – das schlägt sich nicht zuletzt in den Unfallzahlen nieder, wie Experten auf dem Verkehrsgerichtstag in Goslar im Januar 2017 feststellten.

Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates empfehlen älteren Autofahrenden, sich die Unterstützung durch moderne Fahrerassistenzsysteme zunutze zu machen – Voraussetzung dafür ist selbstverständlich, dass die Seniorinnen und Senioren noch fit für den Straßenverkehr sind, die Seh-, Hör- und Reaktionsfähigkeiten also im Normbereich liegen. Schließlich nehmen Fahrerassistenzsysteme den Autofahrenden die Verantwortung für ihre Handlungen nicht ab, sondern unterstützen bei der komplexen Fahraufgabe. Beim Autokauf lohnt es sich für ältere Menschen besonders, sich einen Überblick über die verfügbaren Fahrerassistenzsysteme für das Wunschauto zu informieren. Ein erster Anhaltspunkt ist die Fahrzeugdatenbank auf bester-beifahrer.de – ergänzt durch die umfassende Beratung im Autohaus.

Besonders hilfreich für ältere Menschen sind die folgenden Systeme:

Der Notbremsassistent unterstützt aktiv bei Notbremsungen – bremst der Autofahrende nicht stark genug, wird der Bremsdruck automatisch erhöht.

Der Spurwechselassistent ist permanent aufmerksam und überwacht den toten Winkel.

Der Nachtsichtassistent erkennt Gefahren und hilft damit, Unfälle zu vermeiden.

Der Parkassistent übernimmt den Einparkvorgang.

Verkehrsschilder nur für Autos

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Teststrecke auf der A9 in Bayern mit neuen Verkehrsschildern ausstatten lassen. Diese sind automatisch nicht für Menschen, sondern für automatisierte Autos gemacht: Die speziellen Landmarkenschilder ermöglichen automatisierten Fahrzeugen, ihren exakten Standort selbstständig zu bestimmen.

„Automatisierte und vernetzte Fahrzeuge steuern hochpräzise über die Fahrbahn. Dafür müssen sie zu jeder Zeit punktgenau wissen, wo sie sich befinden. Die speziellen Landmarkenschilder auf dem Digitalen Testfeld Autobahn sind dafür ein wichtiger Fixpunkt. Zusammen mit modernster Sensorik und einer zentimetergenauen digitalen Karte sind die neuen Schilder ein weiterer Baustein auf dem Weg zur ersten volldigitalisierten und vollvernetzten Straße“, erläutert Verkehrsminister Alexander Dobrindt.

DEKRA-Umfrage: Autokäufer haben Interesse an Fahrerassistenzsystemen

Die DEKRA wollte wissen, wie wichtig Fahrerasisstenzsysteme für Neuwagenkäufer sind. Das Ergebnis in Kürze:

  • 2/3 wünschen sich einen Notbremsassistenten als Serienausstattung
  • Beim Detailwissen zu Sicherheitssystemen ist noch Luft nach oben
  • Informationen zu Assistenten kommen im Verkaufsgespräch oft zu kurz

In einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos und der DEKRA wünschten sich zwei Drittel (69%) der Befragten, dass der Notbremsassistent, der vor Auffahrunfällen schützen kann, in Zukunft serienmäßig eingebaut wird. Auch der adaptive Fernlichtassistent sollte aus Sicht der Hälfte der Befragten (55%) zur Grundausstattung gehören. Und vier von zehn Neuwagenkäufern würden gern einen Spurwechselassistent (41%) serienmäßig erhalten.

Trotz des großen Interesses gab über die Hälfte der Befragten (55%) an, dass in Verkaufsgesprächen kaum auf das Thema Fahrerassistenzsysteme eingegangen wurde.

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Auf den Geschmack gekommen

Fahrerassistenzsysteme überzeugen in der Praxis

Autofahrer, die täglich die Unterstützung von Fahrerassistenzsystemen (FAS) erfahren, sind auch für andere FAS offen. Wer hingegen keine oder nur wenig Erfahrung mit FAS hat, ist eher skeptisch. Das kristallisiert sich heraus, wenn man die Ergebnisse der Umfrage* der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner unter Neuwagenkäufern genauer betrachtet. Einige Nicht-Nutzer befürchten eine Bevormundung durch FAS, andere befürchten, dass FAS vom Fahren ablenken. Wer dagegen bereits mehrere FAS nutzt, lernt die Vorteile der besten Beifahrer zu schätzen und bewertet diese als sehr hilfreich. Solche Fahrer sind tendenziell häufiger auf Landstraßen und Autobahnen unterwegs als Nicht-Nutzer – ein Indiz für die bedarfsgetriebene Anschaffung von FAS, denn die Befragten stufen Staus auf der Autobahn als unangenehmste Fahrsituationen ein.

Ute Hammer, Geschäftsführerin des DVR, appelliert: „Die Ergebnisse unserer Umfrage verdeutlichen, dass Autofahrer die Vorteile von Fahrerassistenzsystemen oft erst dann erkennen, wenn sie sie im wahrsten Sinne des Wortes selber erfahren. Fahrerassistenzsysteme haben das Potenzial, zahlreiche Unfälle zu vermeiden oder die Unfallfolgen wenigstens abzuschwächen. Daher ist es für die Verbreitung dieser Systeme hilfreich, dass Autofahrer in möglichst vielen Situationen mit Fahrerassistenz-systemen positive Erfahrungen machen können – ob bei der Fahrt mit einem Mietwagen, der Probefahrt im Autohaus oder im Firmenwagen.“

* Ende 2015 haben der DVR und seine Partner im Rahmen der Kampagne 1.000 Neuwagenkäufer rund um Fahrerassistenzsysteme und deren Nutzung befragt. Teilgenommen haben Männer und Frauen ab 18 Jahren, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Neuwagen oder ein Auto mit Tageszulassung gekauft haben und an der Kaufentscheidung maßgeblich beteiligt waren.

 


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Diagramm: Attraktivität der Fahrerassistenzsysteme nach Fahrertypen
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Diagramm: Häufigkeit der Fahrstrecken nach Fahrertypen
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DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2016 – „Vision Zero“

Dem DEKRA-Verkehrssicherheitsreport zufolge haben bereits hunderte europäische Städte das Ziel von null Verkehrstoten in mindestens einem Jahr erreicht. Beim Weltverkehrsforum ITF in Leipzig hat die Sachverständigenorganisation ein Online Tool präsentiert, welches einen Überblick über alle Städte gewährt, die bereits erfolgreich für mehr Verkehrssicherheit tätig sind. Die Auswertung der Unfallstatistiken aus 17 europäischen Ländern hat ergeben, dass 462 Städte mit über 50.000 Einwohnern ein Jahr lang keinen einzigen Verkehrstoten gezählt haben – mehr als 40% aller Städte dieser Größenordnung in den untersuchten Ländern.

Interaktive Karte der DEKRA zur Vision Zero
Interaktive Karte der DEKRA zur Vision Zero

DEKRA SE-Vorstandsmitglied Clemens Klinke sieht in diesen Zahlen eine Bestätigung dafür, dass die „Vision Zero“ kein Trugbild ist. Zwar sei sie noch nicht Realität, doch das Ziel sei in zahlreichen Lebensräumen klar erreichbar und teils schon Wirklichkeit. „Umso mehr müssen die Anstrengungen weitergehen, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern und der Vision immer näher zu kommen – auch im Hinblick auf die Schwerverletzten“, so Klinke.

Laut Statistik passiert ein Großteil der Unfälle innerorts (im Jahr 2012 machten innerörtliche Unfälle knapp 73% aller Unfälle in Deutschland aus), dabei gibt es die meisten Schwer- und Leichtverletzten. Laut Clemes Klinke liegt dies vor allem daran, dass im städtischen Verkehr die „Starken“ (Lkw, Busse, Pkw) auf die „Schwachen“ (Fußgänger und Radfahrer) treffen, was automatisch spezielle Risiken erzeuge. Deswegen fokussiert sich der DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2014 auf die urbane Mobilität und die verbundenen spezifischen Unfallrisiken.

Die DEKRA Experten haben Handlungsfelder in den Bereichen Infrastruktur, Fahrzeugtechnik und Fahrverhalten eingegrenzt und geben konkrete Ratschläge zu diesen Fragen.

Frauen verzichten häufiger auf Sicherheit

Gut ein Viertel aller Neufahrzeuge ist mit einem oder mehreren Fahrerassistenzsystemen (FAS) ausgestattet. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner. Auffällig: Nur 22 Prozent der Frauen nutzen den Sicherheitsvorteil durch FAS, bei den Männern sind es 30 Prozent. Bemerkenswert ist, dass der Parkassistent bei Frauen (15 Prozent) und Männern (14 Prozent) nahezu gleichermaßen beliebt ist, während deutlich mehr Männer (16 Prozent) auf die Unterstützung durch mehrere FAS setzen als Frauen (7 Prozent).

Welches FAS schützt wie?

Der Parkassistent reduziert Stress beim täglichen Einparken und beugt Parkremplern und Schrammen vor. Das System hilft beim Finden einer passenden Parklücke und schlägt im richtigen Moment das Lenkrad ein. Der Fahrer muss nur Gas geben und bremsen und behält so die Kontrolle und Verantwortung über das Auto. Das System ist nicht zu verwechseln mit den weit verbreiteten Einparkhilfen wie Parkpiepsern und Rückfahrkameras.
Die Sensoren des vorausschauenden Notbremsassistenten überwachen permanent den Bereich vor dem Fahrzeug und warnen den Fahrer vor möglichen Kollisionen. Im Notfall greift das System aktiv ein und bremst selbsttätig oder erhöht den Bremsdruck auf das erforderliche Maß. Das System kann nicht jeden Unfall verhindern, aber in jedem Fall die Aufprallgeschwindigkeit und damit die Schwere eines Unfalls deutlich reduzieren.
Abstandsregler passen die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss an, helfen so beim harmonischen Mitfließen im Verkehr und senken den Spritverbrauch.
Der Spurwechselassistent beobachtet kontinuierlich das Umfeld des eigenen Fahrzeugs und unterstützt beim Spurwechsel, indem er vor schnell herannahenden und sich im toten Winkel befindlichen Fahrzeugen warnt.
Der Spurhalteassistent erkennt Fahrspurmarkierungen vor dem Auto. Je nach Ausführung warnt das System beim Verlassen der Spur durch eine Vibration des Lenkrads oder lenkt selbsttätig gegen.
Der Lichtassistent steuert den Einsatz von Abblend- und Fern- oder Kurvenlicht und sorgt damit für die optimale Sicht ohne andere Verkehrsteilnehmer zu blenden und damit zu gefährden.
Der Verkehrszeichenassistent erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrszeichen. Er zeigt zum Beispiel die aktuell gültige Geschwindigkeit oder das Überholverbot im Fahrzeugdisplay an.
Der Müdigkeitswarner analysiert das Lenk- und Bremsverhalten des Fahrers, erkennt nachlassende Konzentration und empfiehlt zur rechten Zeit eine Pause.
Der Nachtsichtassistent beobachtet die Straße mit einer Infrarot-Kamera und stellt das Geschehen vor dem Auto auf einem Bildschirm dar. Warnungen können dabei im Head-up-Display dargestellt werden. So werden Gefahren erkannt und Kollisionen verhindert.

Umfassende Informationen und Videos zu den verschiedenen FAS finden Interessierte auf www.bester-beifahrer.de

Abbildung: Während der Parkassistent bei Frauen beliebt ist, nutzen deutlich weniger Frauen als Männer mehrere FAS. Das ist ein Ergebnis der Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ unter Neuwagenkäufern rund um FAS von August 2015.


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Umfrageergebnis: Nutzung Fahrerassistenzsysteme durch Frauen und Männer
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