Das Euro NCAP-Rating

Fünf Sterne für die Sicherheit

Die Zahl der Getöteten auf deutschen Straßen ist rückläufig: 2016 starben 3.214 Menschen im Straßenverkehr, das sind 245 Tote oder 7,1 Prozent weniger als 2015. (1) Die zunehmende Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen (FAS) dürfte durchaus Einfluss auf diese Entwicklung haben. Notbremsassistenten z.B. können die Unfälle bzw. Unfallfolgen zwischen Pkw bis zu 40 Prozent reduzieren. Auskunft darüber, wie sicher ein Fahrzeug ist, gibt das Euro NCAP-Rating und es kann somit zu einer Entscheidungshilfe beim Neukauf eines Wagens werden.

Sicherheit vergleichbar machen: das Euro NCAP-Rating

Vielen Autofahrern ist das Euro NCAP-Rating allerdings noch unbekannt. Euro NCAP steht für European New Car Assessment Programme. Das Programm hat ein Bewertungssystem erarbeitet, das die Sicherheit eines Fahrzeuges bewertet und vergleichbar macht. Ein Stern steht danach für einen geringen Aufprallschutz, während die Höchstwertung von fünf Sternen einem Wagen guten Aufprallschutz und eine umfassende Ausstattung zur Unfallvermeidung bescheinigt. Um zu dieser Bewertung zu kommen, wird jedes Fahrzeug einer Reihe eigens von Euro NCAP entwickelter Tests unterzogen. In diesen Tests werden häufig vorkommende Unfallszenarien nachgestellt und der resultierende Schaden begutachtet. Der NCAP-Test ist für die Hersteller nicht verpflichtend, sondern freiwillig. Seit 2014 werden Assistenzsysteme wie Notbremsassistenten und Spurassistent stärker bei den Prüf- und Bewertungsprotokollen berücksichtigt. Ohne sie kann eine Bewertung von fünf Sternen beim Euro-NCAP-Rating nicht mehr erreicht werden.

Bekanntheitsgrad noch ausbaufähig

Laut einer im Auftrag der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner geführten Umfrage aus dem Jahr 2015 gaben 72 Prozent der Befragten an, das Euro NCAP-Rating nicht zu kennen. Von den verbleibenden 28 Prozent, denen es ein Begriff ist, sagen aber immerhin 51 Prozent, dass das Rating großen oder zumindest etwas Einfluss auf ihre Kaufentscheidung hat. (2) Anzunehmen, dass mit wachsender Bekanntheit des Bewertungssystems und zunehmender Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen auch die Bedeutung des Euro NCAP-Ratings steigt. Autokäufer suchen Orientierung auf dem Markt.

Schutz nicht nur für Fahrzeuginsassen

Euro NCAP beurteilt die Sicherheit eines Fahrzeugs nach vier Hauptgruppen: erwachsene Fahrer, Kinder, Fußgänger und Sicherheitsunterstützung. Die Tests beantworten also die Frage, wie gut Erwachsene und Kinder bei einem Aufprall geschützt sind. Darüber hinaus bewerten sie den Schutz für Fußgänger: Wo wird er bei einer Kollision getroffen und gibt es einen Notbremsassistenten, der mögliche Unfälle vermeidet? Die Bewertung der verfügbaren Sicherheitsausstattung macht die Prüfung komplett. So ergibt sich aus vielen Einzelbeobachtungen am Ende ein belastbares Gesamturteil. Eine hohe Anzahl von Sternen bescheinigt dem Wagen ein gutes Abschneiden in den Testläufen sowie die breite Verfügbarkeit von Sicherheits- und Fahrerassistenzsystemen.

Die Bewertungsgrundlagen wandeln sich mit dem technischen Fortschritt

Um dem technischen Fortschritt Rechnung zu tragen, werden auch die Tests ständig weiterentwickelt und ergänzt sowie das Bewertungsschema angepasst. Die Sterne-Bewertung ist daher kein fixer Wert, sondern immer an das Jahr gebunden, in dem der Test durchgeführt wurde. Ein Wagen, der im Jahr 2013 mit fünf Sternen bewertet wurde, bietet demnach nicht die gleiche Sicherheit wie ein Fahrzeug, das 2017 dieselbe Auszeichnung erhält.

(1) https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2017/02/PD17_065_46241.html

(2) Fahrerassistenzsysteme in Deutschland 2015, Ergebnisbericht 02. Oktober 2015. Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“: durchführendes Institut: (r)evolution GmbH mit Sitz in Bonn.

Verfügbare Downloads:

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