Fahrerassistenzsysteme unterstützen – der Fahrer bleibt verantwortlich

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind eine hilfreiche Unterstützung für Autofahrer – die Verantwortung für das Verkehrsgeschehen verbleibt jedoch immer beim Fahrer. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg bestätigt die Auffassung, dass der Fahrer allein für das Verkehrsgeschehen verantwortlich ist und sich nicht auf ein vorhandenes FAS berufen darf:

Der Fahrer hatte auf der Autobahn einen Abstand von nur 14 Metern zum Vordermann bei einer Geschwindigkeit von 132 km/h eingehalten. Ein Amtsgericht verurteilte den Fahrer daraufhin zu einer Geldbuße und einem einmonatigen Fahrverbot. Der Betroffene legte eine Beschwerde ein, da sein Auto über einen Abstandsregler verfüge, der die Einhaltung des Mindestabstands zum Vordermann sicherstelle. Darauf habe der Fahrer vertraut und nicht bemerkt, dass der Abstandsregler kurzzeitig deaktiviert war, so dass lediglich ein Augenblicksversagen vorgelegen habe.

Das OLG kommt zu dem Schluss, dass der Fahrer die Pflicht hat, die Situation mit eigenen Augen zu beobachten und entsprechend zu reagieren.
(OLG Bamberg, 06.11.2018, Az.: 3 Ss OWi 1480/18)

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