45 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten: Positive Bilanz für den Notbremsassistenten

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung.

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung. Mit diesem City-Notbremsassistenten können Unfälle bis 25 km/h nahezu vollkommen vermieden und Kollisionen bis 40 km/h im innerstädtischen Bereich deutlich abgemildert werden.

Unfälle im innerstädtischen Verkehr signifikant reduzieren

Auffahrunfälle an Kreuzungen, Kreisverkehren und in Start-Stopp-Situationen wie an Ampeln, Stoppschildern oder in der klassischen Rechts-vor-Links-Situation, können mit Hilfe von Notbremsassistenten in Fahrzeugen deutlich in ihrer Anzahl und Schwere reduziert werden. Laut Bosch waren 2016 schon 38 Prozent aller neu zugelassenen Autos mit einem Notbremsassistenten ausgestattet. Das sind deutlich weniger, als theoretisch möglich wäre: Die Auswertung der Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ unter www.bester-beifahrer.de zeigt, dass bis zu 61 Prozent aller neuen Pkw-Modelle abhängig vom gewählten Ausstattungspaket heute bereits mit Notbremsassistent zu haben sind. Autofahrer sollten beim Kauf aktiv überprüfen, ob es einen Notbremsassistenten für das gewünschte Modell gibt und das Fahrzeug mit dem entsprechenden Ausstattungspaket erwerben, um Unfälle zu vermeiden und vor allem die eigene Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Jede Sekunde aufmerksam: der Notbremsassistent

Der Notbremsassistent warnt den Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen. Dabei ist das System jederzeit aktiv und kann kritische Situationen, in denen ein Auffahrunfall droht, erkennen. Der Fahrer wird entsprechend frühzeitig gewarnt, so dass er wertvolle Zeit zum Reagieren gewinnt; zudem unterstützt das System beim richtigen Bremsen. Sobald der Notbremsassistent eine kritische Annäherung erkennt, berechnet er, wie stark abgebremst werden muss und passt den Bremsdruck an. Bremst der Fahrer nicht, löst der Notbremsassistent selbstständig eine Vollbremsung aus. Selbst wenn es zum Auffahrunfall kommt, kann so zumindest die Stärke des Aufpralls verringert und somit das Verletzungsrisiko für die Insassen reduziert werden.
Die funktionale Ausprägung von Notbremsassistenten kann unterschiedlich sein. So gibt es Systeme, die für die Geschwindigkeit im Stadtverkehr optimiert sind. Neuere Notbremsassistenten reagieren auch auf Fußgänger oder Radfahrer, einige Systeme erkennen auch herannahende kreuzende Fahrzeuge. Ziel ist stets, Kollisionen zu vermeiden oder abzuschwächen und das Verletzungsrisiko deutlich zu reduzieren.
Der DVR unterstützt daher die Pläne der Europäischen Kommission, im Rahmen der „General Safety Regulation“ Notbrems-Assistenzsysteme zukünftig verpflichtend auch für Neufahrzeuge (Pkw) in der Europäischen Union vorzuschreiben und fordert, dass Notbremsassistenzsysteme auch bei höheren Geschwindigkeiten wirken müssen. Der Geschwindigkeitsabbau müsse dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden.

(1) Daten basieren auf der Äquivalenz von 7.000 Fahrzeugen in einem Versicherungsjahr
(2) https://www.thatcham.org/news-and-events/news-and-press-releases-reader/items/golf-drives-down-personal-injury

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Sicherheit ist Nebensache

Die Deutschen und ihre Prioritäten beim Autokauf

Farbe? Sicherheitsausstattung? Marke? Welche Kriterien sind für deutsche Autofahrer ausschlaggebend beim Autokauf? An erster Stelle steht die Zuverlässigkeit, gefolgt von Qualität und Kaufpreis. Die Sicherheitsausstattung landet noch hinter dem Kraftstoffverbrauch an fünfter Stelle (1).

Aus dem Blickwinkel von Verkehrssicherheitsexperten ist das ein alarmierendes Ergebnis. Auf Deutschlands Straßen sterben jedes Jahr rund 3.200 Menschen im Straßenverkehr (2), betrachtet man die weltweite Statistik der häufigsten Todesursachen, führen die Opfer durch Verkehrsunfälle die Liste der nicht krankheitsbedingten Todesursachen an (3). Laut DEKRA Sicherheitsreport 2016 ist zu erwarten, dass bis zu 50 Prozent aller Unfälle zu vermeiden oder in der Schwere zu reduzieren wären, wenn alle Fahrzeuge in Deutschland mit sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen (FAS) ausgestattet wären. „Intelligente Fahrerassistenzsysteme unterstützen Autofahrer in vielen kritischen Situationen und können dazu beitragen, Fehlverhalten auszugleichen“, weiß Holger Küster, Geschäftsführer des ACV Automobil-Club Verkehr.
So ist der Notbremsassistent jederzeit aktiv und kann kritische Situationen, in denen ein Auffahrunfall droht, erkennen. Er warnt den Fahrer frühzeitig, wenn eine Kollision droht. Bremst der Fahrer nicht oder zu schwach, aktiviert der Assistent selbstständig die Bremse. Je nach Situation kann der Unfall dann vermieden oder zumindest die Unfallfolgen gemildert werden.
Sofern Notbremsassistenten nicht serienmäßig für Neufahrzeuge angeboten werden, rät der DVR dringend allen Fahrzeugkäufern, auf diese Ausstattung wert zu legen.

Die Sicherheitsausstattung muss elementarer Bestandteil der Kaufentscheidung werden

Kaufpreis und Kraftstoffverbrauch und damit der Blick ins eigene Portemonnaie sind die wichtigsten Kriterien bei der Kaufentscheidung – doch was bringt einem das zusätzliche Geld, wenn im Falle eines Unfalls Gesundheit oder gar das Leben auf dem Spiel stehen? Die Sicherheitsausstattung, angeführt von FAS, ist eine wichtige Investition in die eigene Gesundheit und die weiterer Verkehrsteilnehmer. Um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welch hohen Stellenwert die Sicherheitsausstattung bei der Entscheidung für ein Fahrzeug haben sollten, informieren der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und seine Partner mit der Kampagne „bester beifahrer“ Autofahrer über den Nutzen von unterschiedlichen Fahrerassistenzsystemen. Ziel ist es, die Verbreitung von FAS zu steigern und damit der Vision Zero – keine Schwerverletzten und Verkehrstote mehr auf unseren Straßen – einen Schritt näher zu kommen. Auf bester-beifahrer.de finden Autofahrer einen Überblick über aktuelle Systeme und deren Nutzen sowie einen Profiltest. Mit Hilfe einer umfassenden Datenbank auf der Kampagnenwebseite erfährt man, welche Fahrzeugmodelle mit den gewünschten Fahrerassistenzsystemen verfügbar sind. Damit Autofahrer mit dem Neuwagen sicherer unterwegs sind als bisher.

(1) Statista 2017
(2) Destatis
(3) WHO

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Fahrerassistenzsysteme (FAS) leisten einen wichtigen Beitrag zum Ziel Null Verkehrstote

Die Kampagne „bester beifahrer“ informiert Verkehrsteilnehmer umfassend

Die Bundesregierung hat die Vision Zero in ihren Koalitionsvertrag aufgenommen: „Wir sehen uns der Vision Zero, also der mittelfristigen Senkung der Anzahl der Verkehrstoten auf null, verpflichtet. Deshalb wollen wir nach Auslaufen des ,Verkehrssicherheitsprogramms 2011‘ ein Anschlussprogramm auflegen“. Ein wichtiges Ziel, schließlich sterben jährlich rund 3.200 Menschen auf unseren Straßen (1).

Vision Zero als gemeinsame Strategie

Die Vision Zero, die neben der Bundesregierung und zahlreichen Ländern, Organisationen und Unternehmen in Europa auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat und die Partner der Kampagne „bester beifahrer“ nun auch die Bundesregierung verfolgen, ist eine Sicherheitsstrategie: Der Straßenverkehr soll so gestaltet werden, dass dort niemand mehr stirbt oder schwer verletzt wird. Im Zentrum der Vision Zero stehen der Mensch und die Erkenntnis, dass er nicht fehlerfrei handelt. „Menschen machen Fehler“, erklärt Dekra Unfallforscher Walter Niewöhner. „Deshalb gilt es, Straßen und Fahrzeuge so zu gestalten, dass Fehlverhalten im Straßenverkehr nicht den Tod oder schwere Verletzungen zur Folge haben. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent leisten hier einen wichtigen Beitrag.“ Experten erwarten bis zu 50 Prozent weniger schwere Unfälle, wenn alle Fahrzeuge in Deutschland mit sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen ausgestattet wären (2). Diese Systeme sind heute schon in vielen Neufahrzeugen verfügbar.

Umfassende Information über Fahrerassistenzsysteme – online und offline

Die Kampagne „bester beifahrer“ informiert Autofahrer, insbesondere Autokäufer, umfassend über die Sicherheitsvorteile, die Fahrerassistenzsysteme (FAS) bieten. So bietet die Datenbank auf der Webseite bester-beifahrer.de einen Überblick darüber, welche FAS in welchen Fahrzeugmodellen erhältlich sind. Im Frühjahr 2018 ist eine von Grund auf überarbeitete Fassung der Broschüre „Fahrerassistenzsysteme verstehen“ erschienen, die über bester-beifahrer.de kostenlos bezogen werden kann. Dieser Leitfaden rund um mehr Sicherheit und Komfort beim Autofahren wird insbesondere von Multiplikatoren wie Fahrsicherheitstrainern, Verkehrswachten, Technischen Überwachungsorganisationen oder Polizeidienststellen gern genutzt.

(1) Destatis
(2) Dekra Verkehrssicherheitsreport 2016

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Fahrerassistenzsysteme retten Leben – und sorgen für entspannteres Fahren

Über 62 Millionen Fahrzeuge drängeln sich tagtäglich auf deutschen Straßen. Das verursacht bei allen Verkehrsteilnehmern Stress, ganz gleich, ob durch die bloße Vielzahl an Fahrzeugen, die alle als erstes ans Ziel wollen, weil der Verkehr durch Stau gänzlich zum Erliegen kommt oder im Stop-and-Go zäh dahinfließt. Ein gutes Gegenmittel sind Fahrerassistenzsysteme wie der Abstandsregler und der Notbremsassistent. Sie unterstützen den Fahrer im größten Berufsverkehr und sorgen dafür, dass er entspannt ans Ziel kommt.

Nach einer Studie der Continental aus dem Jahr 2013 fanden zwei Aussagen bei Befragten in Deutschland gleich viel Zustimmung: Jeweils 67 Prozent von ihnen bekannten, dass ihnen Autofahren Spaß macht. (1) Genauso viele räumten aber auch ein, dass der Spaß durch Stress getrübt wird, der vor allem dann entsteht, wenn sich zu viele Fahrzeuge auf den Straßen tummeln. (2)

Auffahrunfälle als Resultat mangelnder Konzentration

Neben Staus und zähfließendem Verkehr empfinden Autofahrer vor allem das Durchfahren enger Baustellenbereiche sowie verkehrsreiche Straßen als anstrengend. (3) In diesen Situationen sind sie am meisten gefordert, müssen mehrere Fahrzeuge gleichzeitig im Auge behalten, Gefahrensituationen antizipieren und entsprechend reagieren. Ein Stau stellt demgegenüber eine weniger fordernde Situation dar, aber das ständige Anfahren und Anhalten ist auf Dauer zermürbend und – je nachdem wie lang der Stau dauert – auch körperlich anstrengend. Das Resultat, wenn Aufmerksamkeit und Konzentration schwinden, sind häufig Auffahrunfälle: 44 Prozent der in der Studie befragten deutschen Autofahrer haben bereits einen solchen erlebt. (4)

Entspannter fahren mit dem Abstandsregler

Fahrerassistenzsysteme sind eine Lösung für die angesichts der Verkehrssituation zunehmend anspruchsvoller werdende Aufgabe, ein Fahrzeug zu steuern. Gerade bei den oben genannten Situationen – starker und stockender Verkehr oder Stau – bieten Abstandsregler willkommene Unterstützung. Der Abstandsregler misst mithilfe von Sensoren den Abstand zum Vordermann und korrigiert die Geschwindigkeit, wenn er unter eine bestimmte Mindestmarke fällt. Das erhöht nicht nur die Sicherheit, bei Stop-and-go-Verkehr macht es auch das Wechselspiel von Bremsen, Kuppeln und Gas geben überflüssig. Moderne Abstandsregler sind zudem mit einer Zusatzfunktion ausgestattet, die den Wagen bis zum Stillstand bremst und ihn dann auch wieder anfahren lässt.

Der Notbremsassistent greift ein: Vollbremsung ohne Hemmungen

Der Notbremsassistent hingegen greift in akuten Gefahrensituationen ein, wenn etwa unerwartet die Bremslichter des Vordermanns aufleuchten oder ein anderes Hindernis auf der Fahrbahn auftaucht. Im Ernstfall reagieren Autofahrer hier oftmals nicht nur zu spät, um ihren Wagen noch zum Stehen zu bringen, sie bremsen auch nicht stark genug. Untersuchungen von Auffahrunfällen zeigen, dass das auf ca. 50 Prozent der Fälle zutrifft. Der Notbremsassistent berechnet genau, wie stark gebremst werden muss und erhöht entsprechend den Druck auf das Bremspedal. Selbst wenn eine Kollision nicht mehr vermieden werden kann, bremst er so stark wie es noch möglich ist, um den Schaden zu minimieren und die Insassen zu schützen. Wenn es auf der Straße also hoch hergeht, ist der Notbremsassistent tatsächlich der „beste beifahrer“, das zweite Augenpaar, das die Gefahren bemerkt, die man selbst übersieht.

Fahrerassistenzsysteme erhöhen so nicht nur die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, sie gewährleisten auch, dass Stau, zähfließender Verkehr und Rushhour uns den Spaß am Fahren nicht verderben.

Abb: „Wie lang dauert es denn noch?“ Staus, da sind sich Autofahrer einig, verursachen mit am meisten Stress im Straßenverkehr. Fahrerassistenzsysteme wie Abstandsregler und Notbremsassistent wirken diesem Stress entgegen. (Quelle: DVR)

 

 

 

 

 

 

 

 

(1) Continental Mobilitätsstudie 2013, S. 7. 

(2) Ebd. 

(3) Ebd., S. 3. 

(4) Ebd., S. 11.

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Die 5 Phasen eines Unfalls – und wie Fahrerassistenzsysteme helfen können

So zahlreich und unterschiedlich Verkehrsunfälle auch sind: Ihr Ablauf folgt in der Regel demselben Schema. ACEA, der europäische Dachverband der Automobilindustrie („Association des Constructeurs Europèens d’Automobiles“) hat einen schematischen Unfallablauf entwickelt, der den Hergang in fünf verschiedene Phasen einteilt. (1) Mit Hilfe dieses Modells kann man veranschaulichen, wann und wie Fahrerassistenzsysteme (FAS) bei der Vermeidung oder Abschwächung von Unfällen helfen können.

Jedem Unfall geht die Normalität voraus

Nach dem Schema geht jedem Unfall die sogenannte Normalfahrt voraus (Phase 1): Es gibt während dieser Phase noch keinerlei Anzeichen für einen bevorstehenden Unfall, auch wenn Faktoren wie die Dauer der bisherigen Fahrt bereits auf die Aufmerksamkeit des Fahrers einwirken können. Dass die Normalfahrt von den Experten der ACEA bereits in den Unfallhergang mitaufgenommen wird, verdeutlicht noch einmal, dass ein Unfall sich tatsächlich jederzeit ereignen kann. Ein Autofahrer muss daher immer voll konzentriert sein, denn die jedem Unfall vorausgehende kritische Situation bricht oft unvorhergesehen ein. Es kann sich dabei um die Vollbremsung eines vorausfahrenden Pkws handeln, um das unerwartete Auftauchen eines Fußgängers, eisige Stellen auf der Fahrbahn oder auch einfach das Umspringen der Ampel von Grün auf Gelb.

Drohende Gefahr entschärfen

Es folgt die Phase der Gefahr (Phase 2), die unter Umständen nur Sekundenbruchteile dauert. Jetzt entscheidet sich der weitere Verlauf der Situation: Erkennt der Fahrer die drohende Gefahr? Hat er überhaupt die Zeit, entsprechend zu reagieren um sie zu entschärfen? Nicht immer kann ein Unfall noch vermieden werden. Die Phase der Gefahr ist keineswegs ein Ausnahmefall, vielmehr erlebt der Autofahrer bei nahezu jeder Autofahrt eine Situation, in der sein aktives Handeln erforderlich ist, um einen Unfall zu vermeiden oder eine gefährliche Situation zu entschärfen. Dies gehört zum Fahralltag dazu und normalerweise gelingt es uns, entsprechend zu reagieren, ohne dass wir dies immer als etwas Besonderes empfinden.

Die Kollision

Die Phase der Gefahr endet mit dem „Zeitpunkt der Unvermeidbarkeit“: Bis hierhin muss der Autofahrer (oder auch der andere Beteiligte, etwa der Fußgänger, der die Straße betritt) reagiert haben, um die Gefahrensituation aufzulösen. Gelingt ihm das nicht, etwa weil er abgelenkt ist und die Gefahr nicht erkennt oder weil es schlicht nicht mehr möglich ist, überhaupt noch zu reagieren, ist ein Unfall die zwingende Folge. Der eigentliche Unfall beginnt mit der kurzen Phase „Kollision unvermeidbar“ (Phase 3), dem Zeitraum unmittelbar vor dem Zusammenstoß, und endet mit dem „Anprall“, der Kollision zweier Unfallbeteiligter oder eines Verkehrsteilnehmers mit einem Hindernis. An diese Phase schließt sich der Abschnitt „während Kollision“ (Phase 4) an: Die kollidierenden Fahrzeuge oder sonstige Verkehrsteilnehmer haben sich getroffen und kommen je nach Geschwindigkeit früher oder später zum Stillstand, der das Ende der Kollision markiert. Nach diesem Stillstand tritt die letzte Unfallphase ein, „nach Kollision“ (Phase 5), in der die nötigen Rettungs- und Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden.

Wann FAS schützen

Fahrerassistenzsysteme greifen vor allem in der Phase der Gefahr ein (Phase 2), wenn es darum geht, einen Unfall zu verhindern, wirken aber vorbeugend bereits in Phase 1 und schadenmindernd noch danach in Phase 3. So sorgen FAS schon während der Normalfahrt dafür, dass erst gar keine kritische Situation entsteht – etwa dadurch, dass der Abstandsregler genügend Sicherheitsabstand zum vorfahrenden Fahrzeug gewährleistet, der Licht- oder Nachtsichtassistent selbstständig das Licht einschaltet, wenn sich die Sicht verschlechtert, und auf Gefahren hinweist, der Müdigkeitswarner den Fahrer darauf hinweist, dass er eine Ruhepause einlegen sollte, oder der Verkehrszeichenassistent ihn auf übersehene Geschwindigkeitsbegrenzungen aufmerksam macht.

Am wertvollsten ist ihre Hilfe aber im Fall einer drohenden Gefahr, also in Phase 2: Der Notbremsassistent warnt den Fahrer, wenn sich der Abstand zum Vordermann plötzlich verringert, Bei Bedarf verstärkt er den Bremsdruck. Bremst der Fahrer nicht, greift der Assistent selbstständig ein und bremst den Wagen ab. Spurwechsel- und Spurhalteassistenten verringern das Risiko eines seitlichen Zusammenstoßes, der droht, wenn die eigene Spur unbeabsichtigt verlassen (etwa durch den gefährlichen Sekundenschlaf bei langen Fahrten und Übermüdung) oder ein Fahrzeug im toten Winkel übersehen wird. Darüber hinaus wirken schon in Phase 1 tätige FAS (Abstandsregler, Lichtassistent, Müdigkeitswarner, Nachtsichtassistent) auch in Phase 2 positiv auf das Geschehen ein.

Schäden vermeiden oder minimieren

Von der Illusion, dass Fahrerassistenzsysteme alle Unfälle vermeiden können, sollte man sich aber freimachen. Schwere Fahrfehler oder den berüchtigten Zufall können sie nicht verhindern. Aber selbst wenn eine Kollision unvermeidlich ist, können sie die Insassen oder die anderen Verkehrsteilnehmer noch vor schweren Folgen schützen. Auch wenn ein Notbremsassistent nicht immer den Aufprall vermeiden kann, so mindert er zumindest die Kollisionsgeschwindigkeit und damit auch die Wucht des Zusammenstoßes. Ein Insassenschutz, der mit manchem Notbremsassistenten gekoppelt ist, bereitet die Passagiere durch Festziehen des Gurtes und Aufrechtstellung der Sitze optimal auf die unvermeidbare Kollision vor. Intelligente Systeme, die nach einer Kollision automatisch einen Notruf auslösen, können Leben retten, wenn es um Sekunden geht. Welche FAS in welchen Phasen des Unfalls assistieren, zeigt die folgende Darstellung noch einmal genauer:

(1) H. Winner, S. Hakuli, F. Lotz, C. Singer (Hrsg.), Handbuch Fahrerassistenzsysteme, ATZ/MTZ-Fachbuch,
Wiesbaden 2015, S. 66.

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Infografik

Fahrerassistenzsysteme: Sicherheit in doppelter Hinsicht Aktive und passive Unterstützung beim Autofahren

Fahrerassistenzsysteme (FAS) unterstützen passiv und aktiv: Der Fahrer behält jederzeit die volle Kontrolle über sein Fahrzeug und bleibt stets verantwortlich. FAS assistieren ihm und unterstützen ihn, wenn zum Beispiel die Konzentration einmal schwindet und die Aufmerksamkeit nachlässt – oder auch, wenn andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen.

FAS sind „beste beifahrer“

Der Mensch handelt nicht immer perfekt: Das Ergebnis sind Unfälle durch zu hohe Geschwindigkeit, mangelnden Sicherheitsabstand, Unachtsamkeit oder Müdigkeit. Für Fahrfehler gibt es geeignete FAS, die uns auf die Gefahr, in die wir uns unbemerkt begeben, aufmerksam machen können. Notbrems-, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten korrigieren Fahrfehler und helfen uns in den Momenten, in denen uns die Konzentration kurz verlassen hat. Geschwindigkeitsassistenten warnen bei zu hoher Geschwindigkeit, Abstandsregler passen den Abstand zum Vordermann dem fließenden Verkehr an und Müdigkeitswarner erinnern uns daran, eine Pause einzulegen, bevor wir in den gefährlichen Sekundenschlaf fallen. Das hat nichts mit einer Abhängigkeit von der Technik zu tun, im Gegenteil: FAS sind „beste beifahrer“ – sie entlassen uns nicht aus unserer Verantwortung.

Das Fahrerassistenzsystem kontrolliert nicht, es assistiert

Der Begriff „Assistent“ drückt es schon aus: Der Fahrer behält auch bei Aktivierung mehrerer Fahrerassistenzsysteme die volle Kontrolle über seinen Wagen. Die Technik greift nur dann für ihn ein, wenn die Sicherheit dadurch erhöht wird.

Zusätzliche Sicherheit durch Entlastung

Auch der sichere, erfahrene Fahrer, der schon viele unfallfreie Jahre absolviert hat, profitiert von der Unterstützung, die die Fahrerassistenzsysteme bieten. Jeder kann in eine Situation kommen in der eine zusätzliche Absicherung, z.B. durch Fahrerassistenzsysteme nötig wird. Zumal die eigene selbstempfundene Unfehlbarkeit nicht ausschließt, dass andere Autofahrer Fehler machen, die einem Schaden zufügen können.

FAS in Zahlen

Wen diese Argumente nicht überzeugen, den können vielleicht Zahlen umstimmen: Studien zeigen, dass die Zahl schwerer Unfälle durch breiten Einsatz von Fahrerassistenzsystemen halbiert werden könnte. (1) Ein Viertel der Kollisionen infolge eines Spurwechsels könnte verhindert werden. (2) Damit nicht genug: Im Stop & Go von Anfahren und Anhalten, wie es in Staus oder zähfließendem Verkehr typisch ist, ließen sich mit Fahrerassistenzsystemen zehn Prozent Kraftstoff sparen. (3) Das ist echte Nachhaltigkeit.

(1) DEKRA Verkehrssicherheitsreport: http://www.dekra.de/de/verkehrssicherheitsreport-2016
(2) Insurance Institute for Highway Safety, Crash Avoidance Potential of Five Vehicle Technologies, IIHS 2008 (Abrufdatum: 24. August 2017; Studie nicht mehr online)
(3) Studie der Technischen Universität Dresden, Verkehrliche Auswirkungen von ACC auf den Kraftstoffverbrauch, 2004: https://tu-dresden.de/bu/verkehr/ivw/osv/die-professur/beschaeftigte/martin.treiber/publikationen/document_view?fis_type=forschungsprojekt&fis_id=6931&set_language=en

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Mit Notbremsassistenten gehören Massenkarambolagen in der Urlaubszeit der Vergangenheit an

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss viel Geduld mitbringen: Kilometerlange Staus sind gerade zu Ferienbeginn- und ende an der Tagesordnung. Dabei kommt es am Stauende schnell zu gefährlichen Auffahrunfällen, in die häufig direkt mehrere Fahrzeuge verwickelt sind. Insgesamt krachte es auf Deutschlands Autobahnen in 2016 laut Statistischem Bundesamt rund 210.000 Mal. Ziel von Verkehrssicherheitsexperten ist es, diese Zahl deutlich zu senken Das erreichen sie mit Fahrerassistenzsystemen (FAS), die den Abstand zum Vorausfahrenden ständig erfassen. So verhindern sie Unfälle oder schwächen zumindest die Unfallfolgen ab.

So schützt der Notbremsassistent

Fahrzeuge, die mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sind, erkennen einen drohenden Auffahrunfall und warnen den Fahrer frühzeitig. Gleichzeitig bereitet das System die Bremsanlage für einen schnellen Eingriff vor. Airbags, Sicherheitsgurte und Kopfstützen können optimal für ihren Einsatz eingestellt werden. Teilweise werden Fenster geschlossen und die Lehnen aufgerichtet. Bremst der Fahrer nicht ausreichend stark, erhöht der Notbremsassistent den Bremsdruck auf das erforderliche Maß oder bremst sogar selbstständig, falls der Fahrer dies nicht tut. Aber auch Notbremsassistenten können nicht jeden Unfall verhindern; ist eine Kollision unvermeidbar, reduziert das System zumindest die Aufprallenergie. Damit haben die Insassen eine bessere Überlebenschance und die Fahrzeuge werden weniger geschädigt.

Der Abstandsregler vermeidet brenzlige Situationen

Damit es im fließenden Verkehr gar nicht erst zu einer nahenden Kollision kommen kann, passt der Abstandsregler die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss durch selbsttätiges Bremsen oder Beschleunigen an.

Neufahrzeuge werden immer sicherer

Bei immerhin 31 Prozent aller Fahrzeuge mit Notbremsassistent gehört dieser auch zur Serienausstattung. Wenn diese Zahl in den nächsten Jahren noch weiter steigt, wird die Zahl der vermeidbaren Auffahrunfälle auch deutlich zurückgehen. Wie sicher ein Auto ist, lässt sich unter anderem an der Bewertung des „European New Car Assessment Programme“, besser bekannt als Euro NCAP, erkennen: Die begehrte Fünf-Sterne-Wertung erreichen neue Fahrzeugmodelle nur dann, wenn sie umfassend mit praxisgerechter Unfallvermeidungstechnologie, also Fahrerassistenzsystemen wie beispielsweise dem Notbremsassistenten oder dem Abstandsregler, ausgestattet sind.

Über „bester beifahrer“:

Die Kampagne „bester beifahrer“ des DVR und seiner Partner setzt sich für mehr Sicherheit auf den Straßen durch den Einsatz von FAS ein. Einen Überblick über die Funktionsweise dieser und weiterer Fahrerassistenzsysteme bietet die Informationsplattform www.bester-beifahrer.de. Autofahrer finden auf der Webseite bundesweit die einzige Abfragedatenbank zur typengenauen Verfügbarkeit von FAS. Alle Informationen sind auch als App verfügbar: http://app.bester-beifahrer.de/

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Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme

Nicht eingehaltener Sicherheitsabstand zum Vordermann ist auf deutschen Straßen eine der häufigsten Unfallursachen bei Unfällen mit Personenschaden. An die Faustregel, mindestens die Hälfte der Fahrgeschwindigkeit in Metern oder aber zwei Sekunden zwischen sich und dem vor einem fahrenden Fahrzeug Abstand zu lassen, hält sich lange nicht jeder. Stattdessen fahren Pkw oft dicht an dicht, häufig wird sogar aggressiv gedrängelt und bedrängt, ohne daran zu denken, was passiert, wenn vor einem plötzlich die Bremslichter aufleuchten. Ein Auffahrunfall ist dann trotz Vollbremsung oft nicht mehr zu vermeiden und je nach Fahrgeschwindigkeit kann er fatale Folgen haben.

Sicherheit und mehr Komfort durch den Abstandsregler und Auffahrkollisionswarner

Abhilfe schaffen Fahrerassistenzsysteme (FAS), konkret der Abstandsregler (ACC) und die Auffahrkollisionswarnung (FCW) in Kombination. Leider finden die Systeme trotz mittlerweile guter Verfügbarkeit verhältnismäßig selten Anwendung. Und das, obwohl sich laut der Unfallforschung im Allianz Zentrum für Technik (AZT) die Zahl unfallkritischer Situationen auf Autobahnen um etwa drei Viertel verringern ließe. Innerstädtisch und auf Landstraßen beziffert das AZT die potenzielle Reduzierung von Auffahrunfällen um etwa die Hälfte. (1) Der Abstandsregler und die Auffahrkollisionswarnung passen die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs so an, dass der optimale Sicherheitsabstand gehalten wird und warnen im Fall von Gefahrensituationen – das ist besonders komfortabel bei zähfließendem Verkehr oder Stau und schont die Nerven des Fahrers. Die Systeme entlasten den Fahrer dadurch, dass sie Position und Tempo des vorausfahrenden Fahrzeugs über Sensoren messen und die Eigengeschwindigkeit entsprechend durch automatischen Motor- oder Bremseingriff reguliert wird.

(1) DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2016, S. 10. und aktuelle Erkenntnisse der AZT Unfallforschung

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bester-beifahrer.de gewinnt den Sonderpreis „Innovation“ des IHK@ward 2017

Das Beste vorweg: Unter 180 Bewerbern aus der Region konnte sich die Webseite von „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner gegen alle Konkurrenten durchsetzen und gewann den Sonderpreis „Innovation“ im Rahmen des IHK@ward 2017 der Industrie und Handelskammer Mittlerer Niederrhein (IHK).
Bis Anfang April konnten Unternehmen, Verbände, Vereine und Institutionen ihre Webseiten einreichen: Am Mittwoch fand nun die Verleihung in der Pegelbar in Neuss statt. Nach der Begrüßung durch Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, und einem Vortrag von Kommunikationsexpertin Dr. Kerstin Hofmann wurde vor rund 150 geladenen Gäste die Preisverleihung durchgeführt. Die fünfköpfige Experten-Jury, bestehend aus Paul E. Mertes (Rechtsanwalt), Sabine Haas (Diplom-Psychologin), Dunja Freimuth (Diplom-Betriebswirtin), Thomas Mielke (Web-Entwickler) und Prof. Dr. Silvia Zaharia (Leiterin des „eWeb Research Centers“ der Hochschule Niederrhein) bewertete die Internetseiten nach einer Vorauswahl durch die IHK-Mitarbeiter in den Kategorien: Kunden-IHK@ward für Business Websites, Technik-IHK@ward für Business Websites, Layout IHK@ward für Business Websites, Non-Profit-IHK@ward und die beiden Sonderpreise in den Bereichen „Social-Media“ und „Innovation“.

Der Sonderpreis „Innovation“

Gefragt waren in dieser Kategorie innovative Ideen, so zum Beispiel mit Smartphone-Apps, Web-Apps oder Local Based Services. Bei der Bewertung stand nicht etwa die Neuartigkeit der vorgestellten Produkte im Vordergrund, sondern die Innovation der Webseite selber, so Mielke. Die Webseite www.bester-beifahrer.de überzeugte die Jury, weil mit der Datenbank und dem Profiltest der Nutzen des Users in den Vordergrund gestellt werde. Lobend erwähnt wurden darüber hinaus die plakativen Video-Animationen, die die dargestellten Fahrerassistenzsysteme (FAS), vom Notbremsassistenten bis zum Müdigkeitswarner, schnell und einfach erklären.

Wer sich auf www.bester-beifahrer.de informiert, erfährt, wie Fahrerassistenzsysteme Unfälle verhindern beziehungsweise die Unfallschwere vermindern können und das Autofahren noch komfortabler machen. Für Neuwagen – auch schon in den niedrigen Klassen – gibt es eine große Auswahl von Systemen. Sie alle sind in der Fahrzeugdatenbank aufgeführt. Welche davon am besten zum eigenen Fahrstil passen, finden Interessierte schnell und einfach über den Profiltest heraus: Neben der Information über die optimale Zusammenstellung von FAS für den eigenen Fahrtyp liefert er eine Übersicht über die Fahrzeugmodelle, die mit den diversen Systemen erhältlich sind.


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v.l.n.r.: Juror Thomas Mielke, Sandra Demuth (Deutscher Verkehrssicherheitsrat), Anna-Maria Guth und Sascha Hübner von der betreuenden Agentur CGW Full-Service Kommunikation und Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein
Bildnachweis: IHK (300 dpi, RGB)

Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht

Fahrerassistenzsysteme können viele schwere Unfälle abmildern

Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2016 insgesamt 3.214 Menschen bei Verkehrsunfällen (1). Zwar ging die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2015 um 7,1 Prozent zurück, trotzdem zählen Verkehrsunfälle zu den häufigsten Unfallarten mit Todesfolge. Auch im Februar 2017 kamen 190 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, exakt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schwerverletzten sank im selben Zeitraum um immerhin 3,5 Prozent auf 23.400 (2). An der Haltung zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) ändert dies nichts: Immer noch halten gut zwei Drittel der Neuwagenkäufer sie nicht für notwendig: Sie gaben bei einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner an, gar keins oder maximal eins dieser Systeme in ihrem Neuwagen zu haben und zu nutzen (3).

Trotz Skepsis: Fahrerassistenzsysteme verringern das Unfallrisiko

Auch wenn noch lange nicht alle Autofahrer FAS nutzen: Diese Systeme erhöhen die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gehen davon aus, dass eine größere Verbreitung von FAS die Unfallfolgen etwa der Hälfte der Verkehrsunfälle verringern kann. Die Aufklärungsarbeit über die Funktionsweise der FAS wird somit zu einem wichtigen Baustein der „Vision Zero“: So wird die Strategie genannt, nach der die Verkehrswelt so gestaltet werden muss, dass es keine Toten und Schwerstverletzten im Straßenverkehr mehr gibt.

Die breite Akzeptanz fehlt noch

FAS sind für fast alle Neuwagenmodelle verfügbar, leider fehlt es noch an der breiten Akzeptanz. Neben der Skepsis gegenüber der Sicherheit und Zuverlässigkeit der neuen Technologien ist es vor allem die Befürchtung, in der eigenen Freiheit und Autonomie als Autofahrer eingeschränkt zu werden, die viele von der Anschaffung und Nutzung abhält. Lediglich das Parkassistenzsystem wird von den meisten Autofahrern gut angenommen: Es handelt sich um das mit Abstand meistgenutzte System. Dabei ist es ein reines Komfort-Feature und vermag zwar kleinere Schäden zu vermeiden, lebensgefährliche Unfallsituationen verhindert dieses System jedoch in der Regel nicht. Notbremsassistenten, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Abstandsregler könnten einen Großteil der im Straßenverkehr auftretenden Gefahrensituationen entschärfen und durch mangelnde Konzentration oder Unachtsamkeit verursachte Unfälle vermeiden, aber gerade von diesen FAS fühlen sich Autofahrer „bevormundet“. Misstrauen, Angst vor Kontrollverlust oder der Hinweis, dass es „früher“ ja auch ohne ging, werden gegen die Technologien am häufigsten ins Feld geführt (4). Welche Vorteile die Systeme tatsächlich bieten und wie sie funktionieren, erfahren Autofahrer auf www.bester-beifahrer.de – beim Lesen wird schnell klar, dass die Systeme nicht bevormunden, sondern die Fahrer unterstützen und für ein Sicherheitsplus sorgen. Sandra Demuth vom DVR empfiehlt, diese Möglichkeit zu nutzen und plädiert für größere Offenheit: „Fahrerassistenzsysteme bieten auch dem routiniertesten Fahrer zusätzliche Sicherheit und Unterstützung, nicht nur in alltäglichen Situationen wie einem Spurwechsel, sondern auch in Gefahrsituationen. Im Ernstfall können sie Leben retten.“

(1) Statistisches Bundesamt
(2) Statistisches Bundesamt
(3) Fahrerassistenzsysteme in Deutschland 2015, Ergebnisbericht 02. Oktober 2015. Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“: durchführendes Institut: (r)evolution GmbH mit Sitz in Bonn.
(4) Ebd.

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