Neue Fahrerassistenzsysteme machen das Fahren immer sicherer?

TECHNISCHER FORTSCHRITT STELLT FAHRER UND PRÜFORGANISATIONEN VOR BESONDERE NEUE HERAUSFORDERUNGEN

Die Unfallzahlen auf Deutschlands Straßen der letzten Jahre sind rückläufig. Immer mehr Fahrerassistenzsysteme, wie der Notbremsassistent, leisten dabei einen wertvollen Beitrag um Unfälle zu vermeiden und Leben zu retten. Prüforganisationen und Fahrer stehen damit aber vor ganz neuen Herausforderungen. Rechtliche Rahmenbedingungen, Prüfverfahren und die Anforderungen an die Fahraufgaben, müssen mit den technischen Möglichkeiten in Einklang gebracht werden.

Hersteller arbeiten mit Hochdruck an neuen Sicherheitssystemen, die den Fahrer gerade in kritischen Verkehrssituationen noch besser unterstützen sollen. Doch diese neuen Systeme müssen geprüft werden. Um dem Autokäufer eine Orientierung zu geben, bewertet das European New Car Assessment Programme (Euro NCAP) die Crashsicherheit von Neuwagen und vergibt dafür bis zu fünf Sterne. Dafür werden die notwendigen Testverfahren regelmäßig weiterentwickelt und technisch aktualisiert. Neue Systeme nehmen nicht mehr nur andere Fahrzeuge ins Visier sondern beispielsweise auch Fußgänger, die als Verkehrsteilnehmer oft besonders gefährdet sind. Ab 2016 wird deshalb der Notbremsassistent in die Bewertung der Fußgängersicherheit mit einbezogen. Auch der Spurhalteassistent wird ab nächstem Jahr erstmalig in den Testkatalog aufgenommen.

Doch die zunehmende Automatisierung wirft rechtliche und praktische Fragen nach den Konsequenzen für den Fahrer auf. Welf Stankowitz, Referatsleiter Fahrzeugtechnik bei DVR sieht die Entwicklung durchaus kritisch: „Technik kann nie die Verantwortung für das Fahrgeschehen übernehmen. Durch die Möglichkeiten des automatisierten Fahrens, wird dem Menschen zeitweise die Verantwortung für die Fahraufgabe abgenommen. Somit besteht die Gefahr, dass der Fahrer sich zu sehr auf die Sicherheitstechnik verlässt und nicht mehr mit der gebotenen Aufmerksamkeit am Verkehrsgeschehen teilnimmt. Die rechtlichen Konsequenzen, die daraus resultieren, sind noch nicht annähernd geregelt.“

Experimentellen Studien zeigen, dass Fahrer mit Fahrerassistenzsystemen schneller fahren, weniger bremsen und eine Fahrsituation als weniger risikoreich erleben als Fahrer ohne diese Systeme. Daher ist eine umfassende Unterweisung über die Funktion der Systeme notwendig. Der DVR empfiehlt deshalb Autofahrer die Schulung im Umgang mit Fahrerassistenzsystemen.

Einen Überblick über die Funktionsweise von Fahrerassistenzsystemen bietet die Informationsplattform www.bester-beifahrer.de. Die Kampagne »bester beifahrer« des DVR und seiner Partner setzt sich für Sicherheit auf den Straßen durch den Einsatz von FAS ein. Autofahrer finden auf der Webseite bundesweit die einzige Abfragedatenbank zur typengenauen Verfügbarkeit von FAS. Alle Informationen sind auch als App verfügbar: app.bester-beifahrer.de