Allzeit bereit: Notbremsassistent, Abstandsregler & Co. Wie senken Fahrerassistenzsysteme das Unfallrisiko?

Welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner: Donnerstag, 08. November 2018, 10:00 – 15:00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer: 0800 – 0 60 4000.

Es geht alles blitzschnell: Im Stadtverkehr zieht ein Auto von links in die Lücke vor Ihnen und muss sofort stark bremsen. Noch bevor Sie selbst realisieren, was passiert, hat der Notbremsassistent Ihres Autos die Situation erkannt. Er warnt vor der drohenden Kollision und unterstützt Sie beim Bremsen mit mehr Bremskraft. Falls Sie nicht reagieren, bremst er sogar selbsttätig – und Sie können aufatmen. Britische Autoversicherer stellten unlängst fest, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen gab als für vergleichbare Modelle . Der Grund: Die Fahrzeuge verfügen über einen City-Notbremsassistenten. Mittlerweile überwacht eine ganze Mannschaft digitaler Beifahrer die Fahrsicherheit – von der einfachen Einparkhilfe bis zur Rundumüberwachung beim Abstandsregler oder Spurwechselassistenten. Doch welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner.

Donnerstag, 08. November 2018
10:00 – 15:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 – 0 60 4000

Parken, Überholen, Bremsen – für jede Situation den passenden Assistenten

Mit dem ABS – dem Antiblockiersystem – begann Ende der 1970er Jahre die Ära der Fahrerassistenzsysteme. Heute verlässt kaum noch ein Neuwagen das Werk ohne Einparkhilfe, Tempomat, Notbremsassistent, Berganfahrhilfe oder Traktionskontrolle. So unterschiedlich die Systeme auch sein mögen, sie verfolgen alle ein und dasselbe Ziel: das Unfallrisiko „Menschliches Versagen“ möglichst auszuschalten oder zu minimieren. Über 90 Prozent der Verkehrsunfälle sind nach Meinung vieler Experten auf Fehler der Fahrerinnen und Fahrer zurückzuführen. Die Assistenzsysteme verhindern viele Fahrfehler und ihre Folgen, indem sie den Fahrer entlasten und unterstützen oder indem sie aktiv zum Beispiel eine Bremsung einleiten oder die Spur korrigieren. Wie hoch das Potenzial der Systeme für die Verkehrssicherheit ist, zeigen Untersuchungen von Unfallforschern: Die Zahl der schweren Unfälle ließe sich um die Hälfte senken, die der Unfälle beim Spurwechsel um ein Viertel und Auffahrunfälle ließen sich um 43 Prozent reduzieren.

Welcher Assistent für welchen Zweck?

Während die meisten Autofahrer mit Begriffen wie ABS, ESP und Traktionskontrolle noch etwas anfangen können, klingen die Namen neuer Assistenzsysteme in den Prospekten der Autohersteller fast wie Science fiction. Wer weiß schon, was sich hinter Active Distance Support verbirgt? Was könnte eine Adaptive Hell-Dunkel-Grenze sein? Und welchen Nutzen hat eine Rain Brake Control? Die lange Liste der digitalen Helfer lässt manchen Autokäufer ratlos zurück. Dabei sollte vor einem Neuwagenkauf die Frage nach den Nutzungsgewohnheiten im Vordergrund stehen. Wer zum Beispiel häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, profitiert von anderen Assistenzsystemen als Berufspendler im Stop and Go-Verkehr in der Innenstadt. Der Grund liegt auf der Hand: Auf der Autobahn geht es eher um sichere Spurwechsel oder das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dabei helfen Spurhalte- und Spurwechselassistenten oder eine automatische Verkehrszeichenerkennung. In der Stadt hingegen stehen Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Einparken, Abstand halten und Bremsen im Vordergrund.

Aktive Helfer oder aufmerksame Beobachter?

Die zunehmende Anzahl der Assistenzsysteme und die Entlastung, die sie dem Fahrer bieten, kann manche Fahrer dazu verleiten, sich zu sehr auf die digitalen Helfer zu verlassen. Möglicherweise spielt in diesem Zusammenhang auch die Diskussion um das automatisierte Fahren eine Rolle, doch Tatsache ist: Die Verantwortung für ein sicheres Fahrverhalten liegt einzig und allein beim Fahrer selbst. So wird der Spurhalteassistent beispielsweise häufig als Autopilot missverstanden. Doch auch er warnt nur beim Verlassen der Fahrspur und kann je nach Ausstattung des Systems korrigieren, doch er nimmt dem Fahrer nicht „das Lenkrad aus der Hand“, damit der sich anderen Dingen zuwenden kann. Die Assistenzsysteme können nur unterstützen: Ein Tempomat oder ein Abstandsregler hält die Geschwindigkeit selbstständig oder passt sie aktiv an – der Fahrer wird dadurch entlastet. Spurhalte- oder Spurwechselassistent überwachen das Umfeld des Fahrzeugs und warnen den Fahrer vor kritischen Situationen.

Expertentipps für den Durchblick bei digitalen Helfern im Auto

Welche Fahrerassistenzsysteme sind für mein Fahr- und Nutzungsverhalten die richtigen? Was muss ich bei den einzelnen Systemen beachten? Wie unterstützen Assistenzsysteme, wenn man abgelenkt wird? Oder sorgen die Systeme selbst für Ablenkung und Überforderung? Wie kann ich „testen“, wie sich ein Assistenzsystem verhält, damit ich darauf vorbereitet bin?

Antworten gibt es bei den Experten der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner am Lesertelefon.

Die Experten:

  • Gerrit Reichel; Pressesprecher beim ACV – Automobil-Club Verkehr
  • Walter Niewöhner; Unfallforscher bei der DEKRA Automobil GmbH
  • Dr. Stefan Benz; Senior Expert für automobile Sicherheitssysteme, Fahrerassistenzsysteme und für Automatisiertes Fahren, Robert Bosch GmbH
  • Dipl.-Oec. Welf Stankowitz; Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR)

Autokauf – vier Fragen die gestellt werden müssen

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

4 Fragen, die man sich beim Autokauf unbedingt stellen sollte:

Frage 1: Welche Fahrerassistenzsysteme gibt es eigentlich?
Die Autohersteller bieten verschiedenste Sicherheitspakete mit zahlreichen Funktionen an. Auf www.bester-beifahrer.de werden die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme im Detail vorgestellt:

  • Der vorausschauende Notbremsassistent warnt Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen.
  • Der Abstandsregler passt die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss an und sorgt für stressfreies Fahren.
  • Der Spurwechselassistent unterstützt Autofahrer beim Spurwechsel. Er warnt vor schnell herannahenden und sich im toten Winkel befindlichen Fahrzeugen.
  • Der Spurhalteassistent hilft, in der Fahrspur zu bleiben.
  • Der Parkassistent hilft beim Finden der passenden Parklücke und schlägt im richtigen Moment das Lenkrad ein.
  • Der Lichtassistent leuchtet die Straße perfekt aus ohne Andere zu blenden.
  • Der Verkehrszeichenassistent erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrszeicheninhalte.
  • Der Müdigkeitswarner zeigt an, wann eine Pause nötig ist.
  • Der Nachtsichtassistent erkennt Gefahren und hilft so, Kollisionen zu vermeiden.

Frage 2: Welches ist das richtige Fahrzeugmodell für mich?
Wer weiß, über welche FAS der neue Wagen verfügen sollte, der kann in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de schnell herausfinden, welche Fahrzeuge den gewünschten Kriterien auch in punkto Sicherheit entsprechen.

Frage 3: Was genau leisten die FAS in meinem Wunschfahrzeug?
Notbremsassistent ist nicht gleich Notbremsassistent: Je nach Hersteller leisten Notbremsassistenten ganz Unterschiedliches. Der eine greift in Gefahrensituationen bei hohen Geschwindigkeiten, zum Beispiel auf Landstraße und Autobahn ein, der andere ist für den Stadtverkehr entwickelt und erkennt sogar Fußgänger und Fahrradfahrer, der nächste ist mit einer speziellen Technik kombiniert, die das Fahrzeug in Sekundenschnelle auf nicht mehr zu verhindernde Kollisionen vorbereitet; dabei werden beispielsweise die Gurte gestrafft und die Kopfstützen in eine Position gebracht, die die Insassen optimal schützen. – Was hier für den Notbremsassistenten beschrieben wird, gilt letztlich für alle FAS, sie unterstützen im Hintergrund oder greifen in gefährlichen Situationen ein. Deshalb sollte man immer das Verkaufspersonal fragen, welche Sicherheitspakete es gibt und was genau die Systeme leisten.

Frage 4: Kann ich bei einer Probefahrt Fahrerassistenzsysteme testen?
Die Antwort lautet: „Jein“. Hervorragend testen lassen sich beispielsweise der Parkassistent und der Verkehrszeichenassistent. Für den Lichtassistenten, den Nachtsichtassistenten oder den Müdigkeitswarner müsste man schon bei Dunkelheit bzw. eine längere Strecke fahren, was meist im Rahmen einer Probefahrt nicht möglich ist. Bei anderen Systemen ist es wiederum wichtig, sich klar zu machen, dass diese sich zwar „antesten“ lassen, sie aber nicht als aktive Unterstützung des Fahrers gedacht sind, sondern den Fahrer bei seiner Fahraufgabe unterstützen und in brenzligen Situationen aktiv eingreifen. Dazu zählen der Abstandsregler, der Spurwechselassistent und der Spurhalteassistent. Verdeutlicht am Beispiel des Spurhalteassistenten bedeutet das: Wird die Fahrspur verlassen, lenken moderne Systeme gegen und helfen, in der Spur zu bleiben – das ist aber nicht zu verwechseln mit autonomem Fahren, bei dem das System das Fahrzeug aktiv in der Spur hält und der Fahrer sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Gar nicht auf die Probe stellen sollte man den Notbremsassistenten – dieser ist wie ein Airbag einzig für Gefahrensituationen konzipiert und greift dann ins Geschehen ein.

 


Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Autokauf – Vier Fragen, die gestellt werden müssen“, *.docx (60 kb)

Pressemeldung „Autokauf – Vier Fragen, die gestellt werden müssen“, *.pdf (860 kb)

Lichtsysteme und Notbremsassistent sind für ältere Autofahrer von besonderem Nutzen

Mit fortschreitendem Alter können gesundheitsbedingte Einschränkungen die Fahrfitness beeinträchtigen. Um Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand zu erhalten und auch gegensteuern zu können, ist ein regelmäßiger freiwilliger Gesundheitscheck beim Hausarzt sinnvoll. Moderne Fahrerassistenzsysteme (FAS) können bei Fahraufgaben unterstützen und tragen dazu bei, die individuelle Mobilität nicht nur älterer Menschen sicherer zu gestalten. Die „Aktion Schulterblick“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hilft bei der Orientierung: Besonders empfehlenswert sind der Lichtassistent und der Notbremsassistent.

Regelmäßige Augenuntersuchungen helfen Krankheiten auszuschließen

Viele ältere Autofahrer fühlen sich im Dunkeln unsicher. Die Pupille verliert im Laufe der Jahre zunehmend ihre Fähigkeit, sich weit zu öffnen. Dadurch fällt weniger Licht auf die Netzhaut. Außerdem ist das Augeninnere nicht mehr so klar und durchsichtig wie in jungen Jahren, Einlagerungen in Linse und Glaskörper streuen das Licht, dies führt zu einer größeren Blendwirkung. Deshalb ist eine regelmäßige Augenuntersuchung wichtig, um Krankheiten auszuschließen. Zudem ist besseres Licht hilfreich. Dabei sind die unterschiedlichen Funktionen der Lichtassistenten von hohem Nutzen: Das „Kurven- und Abbiegelicht“ schwenkt das Abblendlicht je nach Kurvenradius und bietet somit eine optimale Kurvenausleuchtung.

Fernlichtassistenzsysteme unterstützen beim Fahren im Dunkeln

Beim „adaptiven Fernlichtassistenten“ wird automatisch zwischen Fernlicht und Abblendlicht umgeschaltet. Das Abblendlicht passt sich dabei in seiner Leuchtweite dem entgegenkommenden Verkehr an. Noch besser ist das „blendfreie Fernlicht“. Das Fahrzeug leuchtet ständig mit Fernlicht. Die Scheinwerfer nehmen jedoch blendungsgefährdete Verkehrsteilnehmer aus der Fernlichtverteilung automatisch aus. Es entsteht ein abgedunkelter „Lichttunnel“, der dem erkannten Fahrzeug dynamisch folgt und in der Ausdehnung variabel ist.

Intelligentes Fernlicht: Es taucht den Fußgänger am Fahrbahnrand in helles Licht, ohne den Fahrer des vorausfahrenden Autos zu blenden. (Foto: DVR)

Unabhängig von den Funktionen der Lichtassistenten sind gute Scheinwerfer stets wichtig. LED- oder Xenon-Scheinwerfer, die inzwischen beide im Preis deutlich gefallen sind, sollten lichtschwächeren Scheinwerfern vorgezogen werden. Das macht das Fahren bei Nacht deutlich sicherer und komfortabler – nicht nur für Senioren.

Notbremsassistent sollte Standard im Auto sein

Zudem sollte in jedem Auto ein Notbremsassistent vorhanden sein, nicht nur in denen älterer Menschen. Er greift in Gefahrensituationen ein und verhindert so Auffahrunfälle oder mildert deren Folgen ab. Erkennt der Assistent eine kritische Annäherung an ein fahrendes oder stehendes Fahrzeug, bereitet er eine mögliche Notbremsung vor. Dabei werden Airbags, Sicherheitsgurte und Kopfstützen optimal auf ihren Einsatz eingestellt. Das System warnt den Fahrer oder die Fahrerin optisch und akustisch vor der Gefahrensituation und unterstützt die Bremsung oder leitet sie selbsttätig ein. Auch der Abstandsregeltempomat oder ein Spurwechselassistent kann beim Fahren sinnvoll unterstützen.

DVR empfiehlt, sich mit dem Systemen vertraut zu machen

Grundsätzlich ist die Technik als Unterstützung gedacht – die Verantwortung für die Fahraufgaben liegt weiterhin beim Fahrer. Welf Stankowitz, Technikexperte beim DVR, empfiehlt daher: „Es ist wichtig, sich mit den elektronischen Assistenten vertraut zu machen. Fahrende können nur dann entlastet werden, wenn sie die Funktion sowie die Anzeigen und Hinweistöne der Systeme kennen.“ Ein spezielles Fahrsicherheitstraining nach DVR-Richtlinien, ausgerichtet auf die Fragen und Bedürfnisse älterer Menschen, bietet unter Anleitung eines speziell geschulten Trainers die Gelegenheit, sich alle Fahrerassistenzsysteme am eigenen Fahrzeug erläutern zu lassen und in fachkundiger Begleitung auszuprobieren.

Autokauf: Probefahrt hilft die richtigen Fahrerassistenzsysteme auszuwählen

Steht der Kauf eines Autos an, hilft eine ausgiebige Probefahrt bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Fahrerassistenzsysteme und auch beim Abbau von Berührungsängsten gegenüber den elektronischen Helfern: „Lassen Sie sich vom Verkäufer die Funktionen und Assistenzsysteme des Fahrzeugs ausführlich und in Ruhe erklären,“ so DVR-Experte Stankowitz. Beim Autokauf sollten ältere Menschen außerdem darauf achten, dass sie komfortabel sitzen, einen guten Rundumblick haben und bequem ein- und aussteigen können.

Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen nimmt zu

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind bei immer mehr Neuwagen an Bord: Bosch hat eine Auswertung auf Basis der Neuzulassungsstatistik 2016 durchgeführt und kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Der Parkassistent und der Notbremsassistent sind die beliebtesten Fahrerassistenzsysteme
  • Größtenteils gehören Parkassistenten heute zur Serienausstattung
  • Jeder dritte 2016 neuzugelassene Pkw in Deutschland verfügt über einen Notbremsassistenten
  • Spurhalteassistenten und Spurwechselassistenten werden immer beliebter

Laut Bosch legen Autokäuferinnen und Autokäufer in Deutschland und Europa immer mehr Wert auf Fahrerassistenzsyteme, wobei auf den ersten Plätzen der Parkassistent, der Notbremsassistent, der Müdigkeitwarner und Spurassistenzsysteme rangieren:
62 Prozent aller neu zugelassenen Pkw waren 2016 mit einer Parkhilfe ausgestattet, wobei Bosch hierzu sowohl automatische Parkassistenten als auch einfache Parkpiepser zählte.
Mit 38 Prozent verfügte 2016 über ein Drittel aller Neuwagen über einen Notbremsassistenten, der das Fahrzeug in Notsituationen bis zum Stillstand abbremst und so Unfälle verhindert oder Unfallfolgen abmildert.
Der Müdigkeitswarner war 2016 in 37 Prozent aller neu zugelassenen Pkw installiert.
Spurhalte-
und Spurwechselassistenten sind nun in 19 Prozent aller Neuwagen vertreten, das ist doppelt so häufig wie noch 2015.

Einen detaillierten Blick auf die Zahlen ermöglichen die Infografiken:

Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw in Deutschland 2016:

Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw in Deutschland (Quelle: BOSCH)

 

 

 

 

 

 

Serienanteil ausgewählter Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw 2016:

Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme

Nicht eingehaltener Sicherheitsabstand zum Vordermann ist auf deutschen Straßen eine der häufigsten Unfallursachen bei Unfällen mit Personenschaden. An die Faustregel, mindestens die Hälfte der Fahrgeschwindigkeit in Metern oder aber zwei Sekunden zwischen sich und dem vor einem fahrenden Fahrzeug Abstand zu lassen, hält sich lange nicht jeder. Stattdessen fahren Pkw oft dicht an dicht, häufig wird sogar aggressiv gedrängelt und bedrängt, ohne daran zu denken, was passiert, wenn vor einem plötzlich die Bremslichter aufleuchten. Ein Auffahrunfall ist dann trotz Vollbremsung oft nicht mehr zu vermeiden und je nach Fahrgeschwindigkeit kann er fatale Folgen haben.

Sicherheit und mehr Komfort durch den Abstandsregler und Auffahrkollisionswarner

Abhilfe schaffen Fahrerassistenzsysteme (FAS), konkret der Abstandsregler (ACC) und die Auffahrkollisionswarnung (FCW) in Kombination. Leider finden die Systeme trotz mittlerweile guter Verfügbarkeit verhältnismäßig selten Anwendung. Und das, obwohl sich laut der Unfallforschung im Allianz Zentrum für Technik (AZT) die Zahl unfallkritischer Situationen auf Autobahnen um etwa drei Viertel verringern ließe. Innerstädtisch und auf Landstraßen beziffert das AZT die potenzielle Reduzierung von Auffahrunfällen um etwa die Hälfte. (1) Der Abstandsregler und die Auffahrkollisionswarnung passen die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs so an, dass der optimale Sicherheitsabstand gehalten wird und warnen im Fall von Gefahrensituationen – das ist besonders komfortabel bei zähfließendem Verkehr oder Stau und schont die Nerven des Fahrers. Die Systeme entlasten den Fahrer dadurch, dass sie Position und Tempo des vorausfahrenden Fahrzeugs über Sensoren messen und die Eigengeschwindigkeit entsprechend durch automatischen Motor- oder Bremseingriff reguliert wird.

(1) DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2016, S. 10. und aktuelle Erkenntnisse der AZT Unfallforschung

Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme“, *.docx (60 kb)

Pressemeldung „Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme“, *.pdf (302 kb)

Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht

Fahrerassistenzsysteme können viele schwere Unfälle abmildern

Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2016 insgesamt 3.214 Menschen bei Verkehrsunfällen (1). Zwar ging die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2015 um 7,1 Prozent zurück, trotzdem zählen Verkehrsunfälle zu den häufigsten Unfallarten mit Todesfolge. Auch im Februar 2017 kamen 190 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, exakt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schwerverletzten sank im selben Zeitraum um immerhin 3,5 Prozent auf 23.400 (2). An der Haltung zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) ändert dies nichts: Immer noch halten gut zwei Drittel der Neuwagenkäufer sie nicht für notwendig: Sie gaben bei einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner an, gar keins oder maximal eins dieser Systeme in ihrem Neuwagen zu haben und zu nutzen (3).

Trotz Skepsis: Fahrerassistenzsysteme verringern das Unfallrisiko

Auch wenn noch lange nicht alle Autofahrer FAS nutzen: Diese Systeme erhöhen die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gehen davon aus, dass eine größere Verbreitung von FAS die Unfallfolgen etwa der Hälfte der Verkehrsunfälle verringern kann. Die Aufklärungsarbeit über die Funktionsweise der FAS wird somit zu einem wichtigen Baustein der „Vision Zero“: So wird die Strategie genannt, nach der die Verkehrswelt so gestaltet werden muss, dass es keine Toten und Schwerstverletzten im Straßenverkehr mehr gibt.

Die breite Akzeptanz fehlt noch

FAS sind für fast alle Neuwagenmodelle verfügbar, leider fehlt es noch an der breiten Akzeptanz. Neben der Skepsis gegenüber der Sicherheit und Zuverlässigkeit der neuen Technologien ist es vor allem die Befürchtung, in der eigenen Freiheit und Autonomie als Autofahrer eingeschränkt zu werden, die viele von der Anschaffung und Nutzung abhält. Lediglich das Parkassistenzsystem wird von den meisten Autofahrern gut angenommen: Es handelt sich um das mit Abstand meistgenutzte System. Dabei ist es ein reines Komfort-Feature und vermag zwar kleinere Schäden zu vermeiden, lebensgefährliche Unfallsituationen verhindert dieses System jedoch in der Regel nicht. Notbremsassistenten, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Abstandsregler könnten einen Großteil der im Straßenverkehr auftretenden Gefahrensituationen entschärfen und durch mangelnde Konzentration oder Unachtsamkeit verursachte Unfälle vermeiden, aber gerade von diesen FAS fühlen sich Autofahrer „bevormundet“. Misstrauen, Angst vor Kontrollverlust oder der Hinweis, dass es „früher“ ja auch ohne ging, werden gegen die Technologien am häufigsten ins Feld geführt (4). Welche Vorteile die Systeme tatsächlich bieten und wie sie funktionieren, erfahren Autofahrer auf www.bester-beifahrer.de – beim Lesen wird schnell klar, dass die Systeme nicht bevormunden, sondern die Fahrer unterstützen und für ein Sicherheitsplus sorgen. Sandra Demuth vom DVR empfiehlt, diese Möglichkeit zu nutzen und plädiert für größere Offenheit: „Fahrerassistenzsysteme bieten auch dem routiniertesten Fahrer zusätzliche Sicherheit und Unterstützung, nicht nur in alltäglichen Situationen wie einem Spurwechsel, sondern auch in Gefahrsituationen. Im Ernstfall können sie Leben retten.“

(1) Statistisches Bundesamt
(2) Statistisches Bundesamt
(3) Fahrerassistenzsysteme in Deutschland 2015, Ergebnisbericht 02. Oktober 2015. Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“: durchführendes Institut: (r)evolution GmbH mit Sitz in Bonn.
(4) Ebd.

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Pressemeldung „Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht“, *.docx (63 kb)

Pressemeldung „Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht“, *.pdf (39 kb)

Die vier häufigsten Fahrfehler – und wie Fahrerassistenzsysteme entgegenwirken

91 Prozent der Unfälle mit Personenschaden auf unseren Straßen sind auf Fehlverhalten der Beteiligten zurückzuführen. Bei nur acht Prozent liegen andere Ursachen wie unwägbare Wetterverhältnisse vor, ein weiteres Prozent resultiert aus technischen Mängeln (1). Grund genug für jeden Autofahrer, die „Schwachstelle Mensch“ zu erkennen und Vorkehrungen zu treffen: Fahrerassistenzsysteme (FAS) im eigenen Fahrzeug sorgen für mehr Sicherheit. Die Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner hat die vier häufigsten Fahrfehler von Pkw-Fahrern, die gemäß Statistischem Bundesamt zu Unfällen mit Personenschaden führen, unter die Lupe genommen und zeigt auf, welche Fahrerassistenzsysteme diese Unfälle vermeiden oder zumindest deren Folgen abmildern können.

Platz 1 der häufigsten Fahrfehler: Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren

18 Prozent der Fahrfehler, die Unfälle mit Personenschaden nach sich ziehen, unterlaufen innerorts: Autofahrer machen Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren2. In vielen von diesen Situationen unterstützt ein Notbremsassistent aktiv. Das System erkennt kritische Situationen, in denen ein Auffahrunfall droht. Viele neuere Notbremsassistenten erkennen neben den vorausfahrenden Fahrzeugen auch Fußgänger und Radfahrer. Der Fahrer wird entsprechend rechtzeitig vom System gewarnt und gewinnt wertvolle Zeit zum Reagieren. Darüber hinaus erhöht der Notbremsassistent den Bremsdruck auf das erforderliche Maß.

Platz 2 der häufigsten Fahrfehler: Missachten der Vorfahrt

17 Prozent der Unfälle mit Personenschaden entstehen in Situationen, in denen die Vorfahrt missachtet wird (2). Auch hier unterstützt der Notbremsassistent und bringt das eigene Auto in Gefahrensituationen schnellstmöglich zum Stehen –
auch wenn man selbst im Recht war. Schließlich bringt einem das Recht auf Vorfahrt nichts, wenn der Preis dafür ein schwerer Unfall ist.

Platz 3 der häufigsten Fahrfehler: Zu geringer Abstand

Zu geringer Abstand ist die Ursache für 16 Prozent der Unfälle mit Personenschaden (2). Der Abstandsregler hilft, solche Unfälle zu vermeiden: Das System passt die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs automatisch dem Verkehrsfluss an und sorgt dafür, dass der nötige Abstand zum Vordermann eingehalten wird. Im Stau oder bei Stop-and-go-Verkehr bremst der Abstandsregler das Fahrzeug bis zum Stillstand ab. Fährt das vorausfahrende Auto innerhalb weniger Sekunden los, folgt das eigene Fahrzeug automatisch. Dauert die Verweilzeit länger, bedarf es lediglich einer kurzen Fahrerbestätigung, z. B. durch Antippen des Gaspedals, um wieder in den geregelten Modus zu gelangen.
Ganz nebenbei hilft der Abstandsregler außerdem, spritsparend zu fahren und die CO2-Emissionen einzugrenzen.

Platz 4 der häufigsten Fahrfehler: Nicht angepasste Geschwindigkeit

12 Prozent der Unfälle mit Personenschaden sind auf nicht angepasste Geschwindigkeit von mindestens einem der beiden Unfallfahrzeuge zurückzuführen2. Hier unterstützt der Verkehrszeichenassistent: Dieser Helfer hat die gültige Geschwindigkeit immer im Blick und blendet diese im Tacho oder Fahrzeugdisplay ein. Manche Systeme können auch so geschaltet werden, dass die maximale Geschwindigkeit automatisch eingehalten wird und nur mit einem „Kickdown“ überschritten werden kann. Das Bewusstsein des Fahrers für die erlaubte Maximalgeschwindigkeit wird entsprechend geschärft. Geschwindigkeitsübertretungen und die damit verbundenen Sanktionen aber auch Unfälle können so vermieden werden.

FAS unterstützen aktiv – die Verantwortung trägt der Fahrer

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat weist daraufhin, dass Fahrerassistenzsysteme helfen können, Unfälle zu vermeiden oder deren Folgen zu mindern. Trotzdem trägt der Fahrer die Verantwortung für sein Verhalten im Straßenverkehr und sollte immer umsichtig unterwegs sein, die Systeme können nur unterstützen. Wenn die Situation es erfordert oder der Notbremsassistent warnt, muss der Fahrer selbst bremsen. Der Notbremsassistent ersetzt den Fahrer nicht, sondern hilft ihm, frühzeitig und effektiv zu bremsen. Nur wenn der Fahrer gar nicht reagiert, greift er selbstständig ein. Auch der Verkehrszeichenassistent hilft nur dann, wenn der Fahrer verantwortungsbewusst mit den bereitgestellten Informationen umgeht und sein Fahrverhalten entsprechend anpasst, beispielsweise die Geschwindigkeit drosselt und die aktuelle Wetter- und Verkehrslage einkalkuliert.“

(1) Destatis, Fachserie 8 Reihe 7, Verkehr/Verkehrsunfälle vom 12. Juli 2016, ergänzt am 12. Oktober 2016, Seite 49
(2) Destatis, Fachserie 8 Reihe 7, Verkehr/Verkehrsunfälle vom 12. Juli 2016, ergänzt am 12. Oktober 2016, Seite 50


Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Die vier häufigsten Fahrfehler – und wie Fahrerassistenzsysteme entgegenwirken“, *.docx (174 kb)

Pressemeldung „Die vier häufigsten Fahrfehler – und wie Fahrerassistenzsysteme entgegenwirken“, *.pdf (174 kb)

Fahrerassistenzsysteme sind die „besten beifahrer“, die man an Bord wissen kann.
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat/DVR – hochauflösend

Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen

Ein Großteil der Neuwagenkäufer findet Fahrerassistenzsysteme (FAS) attraktiv, trotzdem ist nicht einmal die Hälfte der Neufahrzeuge mit mindestens einem Fahrerassistenzsystem ausgestattet. Als Grund für den Verzicht auf Fahrerassistenzsysteme nennen Autofahrer meist die mangelnde Verfügbarkeit1. Die Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner wollte wissen, wie es tatsächlich um die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen steht. Dazu nahm sie die in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de gelisteten Fahrzeuge unter die Lupe. Das Ergebnis in Kürze: Die meisten Neuwagen können optional mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet werden, auch Klein- und Kompaktwagen.

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen in Prozent
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Notbremsassistent: für viele Fahrzeuge verfügbar

Der Notbremsassistent ist das Fahrerassistenzsystem, das für die meisten Fahrzeuge verfügbar ist: 61 Prozent der Neuwagen können mit diesem System erworben werden. Allerdings gilt schon lange nicht mehr, dass er nur in Oberklassefahrzeugen eingebaut wird. Bei immerhin 64 Prozent der Mittelklassewagen und 47 Prozent der Klein- und Kompaktwagen besteht die Möglichkeit, ein Auto mit Notbremsassistent zu kaufen. Spurhalte- und Lichtassistent sind für insgesamt 55 Prozent der Neufahrzeuge verfügbar, dicht gefolgt vom Abstandsregler (51 Prozent). Darauf folgen der Parkassistent und der Spurwechselassistent mit jeweils 49 Prozent.

Sicherheit meist Zusatzausstattung

Der DVR empfiehlt, Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zukünftig verpflichtend mit Notbremsassistenzsystemen auszustatten. Dabei sollen zunächst die Grundfunktionen mit der Erkennung von vorausfahrenden bzw. stehenden Fahrzeugen, später auch die erweiterten Funktionen von Notbremsassistenzsystemen, durch die z. B. auch Rad Fahrende erkannt werden, umgesetzt werden. Der Geschwindigkeitsabbau muss dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden. Momentan gehören Fahrerassistenzsysteme nur in 16 Prozent der Fahrzeugmodelle, für die sie überhaupt verfügbar sind, zur Standardausstattung. Bei 84 Prozent der Neuwagen, die mit FAS erhältlich sind, müssen Autokäufer sich bewusst für die Sicherheitspakete, die die gewünschten Systeme enthalten, entscheiden und damit einen Aufpreis zahlen.
Ausnahme: Der Müdigkeitswarner ist in knapp der Hälfte der Fahrzeuge, die mit diesem System angeboten werden, serienmäßig verbaut. Bei immerhin 31 Prozent aller Fahrzeuge mit Notbremsassistent gehört dieser auch zur Serienausstattung.
DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer: „Verfügbare Systeme sollten genutzt werden. Wir schätzen, dass moderne Notbremsassistenzsysteme bei flächendeckender Ausstattung je nach Funktionsumfang 20 bis 40 Prozent der Unfälle zwischen Pkw mit Personenschaden positiv beeinflussen oder gar verhindern können.“

Klein- und Kompaktwagen schließen auf

Die landläufige Meinung, dass Fahrerassistenzsysteme nur für Oberklassewagen verfügbar sind, konnte mit der Auswertung der Datenbank widerlegt werden: Zwar haben die Fahrzeuge der Oberklasse die Nase in Sachen Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen ganz klar vorn, aber die Fahrzeuge der Mittelklasse und auch die Klein- und Kompaktwagen schließen auf. Beim Parkassistenten liegt die Verfügbarkeit zwischen den verschiedenen Klassen sogar nahezu gleichauf: 51 Prozent der Oberklassewagen können mit einem Parkassistenten ausgestattet werden, bei den Mittelklassewagen sind es sogar 54 Prozent und bei den Klein- und Kompaktwagen noch 40 Prozent.

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen nach Fahrzeugsegmenten
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Die Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“

Die Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ informiert Autofahrer seit 2006 über die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Pkw. Aktuell sind knapp 600 Fahrzeugmodelle erfasst, davon 444 Modelle, die aktuell in Deutschland als Neuwagen vertrieben werden; diese 444 Fahrzeugmodelle wurden in die Kategorien Klein- und Kompaktklasse, Mittelklasse (inkl. Vans und SUVs) und Oberklasse (inkl. Sportwagen) eingeteilt und auf die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen untersucht. Der Datenbestand wird halbjährlich auf Basis der auf den Hersteller-Websites bereitgestellten Daten aktualisiert, die Hersteller erhalten zudem die Möglichkeit zur Prüfung und bei Bedarf zur Aktualisierung.


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Pressemeldung „Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen“, *.docx (508 kb)

Pressemeldung „Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen“, *.pdf (402 kb)

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen in Prozent
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn
Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen nach Fahrzeugsegmenten
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Welches Fahrerassistenzsystem passt zu mir?

Der Profiltest auf bester-beifahrer.de gibt Aufschluss

Jeder, der einen Autokauf plant, sollte sich mit dem Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) auseinandersetzen. Diese auf Umfeldsensorik basierenden Systeme können zum einen Unfälle verhindern oder zumindest die Unfallschwere vermindern und zum anderen machen sie das Autofahren noch komfortabler. Dabei fallen Fahrerassistenzsysteme kaum auf, und das obwohl einige von ihnen als stille Begleiter wie der Notbremsassistent ständig aufmerksam agieren; andere wie der Abstandsregler auf Knopfdruck aktiviert werden können.
Für neue Fahrzeuge – auch schon in den niedrigen Klassen – gibt es eine große Auswahl von Systemen – vom Notbremsassistenten über den Spurhalte- und -wechselassistenten bis hin zum Müdigkeitswarner. Welche davon am besten zum eigenen Fahrstil passen, finden Interessierte schnell und einfach über den Profiltest auf www.bester-beifahrer.de heraus: Wer die neun Fragen des Profiltests beantwortet, erhält auf Knopfdruck eine Empfehlung. Bei der individuellen Zusammenstellung der Fahrerassistenzsysteme wird unter anderem berücksichtigt, wie viele Kilometer man wöchentlich zurücklegt, ob man häufiger auf Autobahnen und Landstraßen oder in der Stadt unterwegs ist und ob man oft in der Dunkelheit fährt.

Der Profiltest geht sogar noch weiter: Neben der Information über die optimale Zusammenstellung von Fahrerassistenzsystemen für den eigenen Fahrtyp liefert der Profiltest eine Übersicht über die Fahrzeugmodelle, die mit diesen Fahrerassistenzsystemen erhältlich sind. Zudem wird auf www.bester-beifahrer.de die Funktionsweise der einzelnen Fahrerassistenzsysteme erklärt. Alle Informationen sind auch als App verfügbar.


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Bildschirmfoto des Profiltests auf bester-beifahrer.de – jpg-Download, 300dpi

Fahrerassistenzsysteme: geringe Verbreitung trotz hoher Akzeptanz

„Komfort vor Sicherheit“ – das ist eine Einstellung, mit der ein Großteil der Autofahrer in Deutschland an den Kauf eines Neuwagens herangeht. Verkehrssicherheitsexperten kritisieren, dass 60 Prozent der Neuwagenfahrer keine Fahrerassistenzsysteme (FAS) im Fahrzeug haben, obwohl sie in vielen Fällen Unfälle verhindern können. Für die Zukunft können sich 80 Prozent der Befragten vorstellen, bei einem Kauf den neuen Wagen mit FAS auszustatten. Die Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner hat 1.000 Männer und Frauen über 18 Jahren befragt, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Neuwagen oder ein Auto mit Tageszulassung gekauft haben.

Warum verzichten Neuwagenkäufer auf FAS?

Diagramm: Gründe für den Verzicht auf Fahrerassistenzsysteme in Neuwagen

Insgesamt verfügen nur 40 Prozent der Befragten über mindestens ein FAS in ihrem Fahrzeug. Am häufigsten wird als Grund für den Verzicht auf FAS im Auto die mangelnde Verfügbarkeit für das eigene Fahrzeugmodell genannt. Der zweithäufigste Grund ist, dass den Befragten das jeweilige System zum Zeitpunkt des Kaufs nicht bekannt war. Deutlich seltener wird angegeben, dass das FAS zu teuer war oder es in den Augen des Befragten keinen Mehrwert bietet. Bei den „sonstigen Gründen“ für den Verzicht auf die zusätzliche Sicherheitsausstattung wurde von einigen Befragten die Selbstbestimmung angegeben: Sie möchten selber fahren, das Auto unter Kontrolle haben und das Fahren nicht verlernen.

Zukünftige Wahl der Ausstattung

Diagramm: Zukünftiges Potenzial für Fahrerassistenzsysteme/Wahl der Ausstattung

Im Rahmen der Umfrage erhielten die Befragten Informationen zu den verschiedenen FAS und lernten deren Funktionsweise in kurzen Animationen kennen. Ausgestattet mit diesem Wissen, ist nur ein Fünftel der Befragten grundsätzlich ablehnend gegenüber FAS, während 80 Prozent sich vorstellen können, bei einem zukünftigen Autokauf ein Fahrzeug mit den elektronischen Helfern zu wählen. Favoriten sind der Notbrems-, der Spurwechsel- und der Parkassistent.

Sandra Demuth vom DVR erläutert: „Die heutigen Fahrerassistenzsysteme unterstützen die Fahrer aktiv, übernehmen dabei aber nicht die Fahraufgabe. Durch das Erkennen des Umfeldes beugen sie Unfällen vor oder halten das Fahrzeug in der Spur. Die Verantwortung bleibt aber beim Fahrer, der jederzeit die Möglichkeit hat, durch sein Handeln die Systeme zu überstimmen. Heutzutage sind sie in vielen Neuwagen bis hin zum Kleinwagensegment verfügbar. Wir empfehlen allen, die einen Autokauf planen, sich rund um Fahrerassistenzsysteme zu informieren, zum Beispiel auf unserer Website www.bester-beifahrer.de oder im Autohaus aktiv danach zu fragen.“

Ende 2015 haben der DVR und seine Partner im Rahmen der Kampagne 1.000 Neuwagenkäufer rund um Fahrerassistenzsysteme und deren Nutzung befragt. Teilgenommen haben Männer und Frauen ab 18 Jahren, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Neuwagen oder ein Auto mit Tageszulassung gekauft haben und an der Kaufentscheidung maßgeblich beteiligt waren.

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Gründe für den Verzicht auf Fahrerassistenzsysteme in Neuwagen- jpg-Download, 300 dpi
Einschätzung des zukünftigen Potenzials für Fahrerassistenzsysteme – jpg-Download, 300 dpi