Autofahrer in Deutschland setzen auf Sicherheit

Im Vergleich zu 2015 setzen heute doppelt so viele Neuwagenkäufer auf Fahrerassistenzsysteme

Immer mehr Autokäufer in Deutschland erwerben nach eigener Angabe Fahrzeuge mit ausgewählten Fahrerassistenzsystemen (FAS). Seit 2015 hat sich die Anzahl der Käufer von Fahrzeugen mit ausgewählten FAS sogar verdoppelt – das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“* des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner.

Im Vergleich zu 2015 setzen heute doppelt so viele Neuwagenkäufer auf Fahrerassistenzsysteme

Immer mehr Autokäufer in Deutschland erwerben nach eigener Angabe Fahrzeuge mit ausgewählten Fahrerassistenzsystemen (FAS). Seit 2015 hat sich die Anzahl der Käufer von Fahrzeugen mit ausgewählten FAS sogar verdoppelt – das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“* des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner. Haben 2015 nur 40 Prozent aller Befragten ein Fahrzeug mit mindestens einem der ausgewählten FAS gekauft, liegt der Anteil 2020 bei 80 Prozent.

Der Großteil der Befragten setzt auf mehrere FAS

80 Prozent der Befragten gaben 2020 an, dass ihr kürzlich erworbenes Fahrzeug über mindestens eines der ausgewählten FAS verfügt. Die sicherheitsrelevanten Systeme sind damit in der Realität der Autofahrer angekommen. Die meisten Befragten (68 Prozent) verfügen sogar über zwei oder mehr dieser Assistenten.

Abbildung: Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im August 2015 und März 2020; n (Gesamt) = 1.000
Abbildung: Umfang der Ausstattung: 1-8 der ausgewählten FAS im Fahrzeug in Prozent; Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 1.000

Hohe Akzeptanz für FAS

Rund drei Viertel der Autofahrer, deren Fahrzeuge mit einem der ausgewählten FAS ausgestattet sind, geben an, diese konsequent zu nutzen. Bis zu 36 Prozent der Autofahrer deaktivieren einzelne Systeme jedoch gelegentlich oder schalten sie sogar dauerhaft aus bzw. machen keinen Gebrauch davon. Während der stetig informierende Verkehrszeichenassistent und der Notbremsassistent, der Unfälle verhindern bzw. deren Folgen deutlich vermindern kann, von 86 bzw. 85 Prozent der Befragten dauerhaft aktiviert bleiben, werden andere Systeme teilweise häufiger ausgeschaltet. 27 Prozent deaktivieren den Parkassistenten (18 Prozent gelegentlich, 9 Prozent sogar dauerhaft) und 31 Prozent den Spurhalteassistenten (24 Prozent gelegentlich, 7 Prozent dauerhaft). Als Gründe für das Ausschalten von Fahrerassistenzsystemen gaben sie störende Warnsignale oder das Empfinden, dass einzelne Systeme zu schnell oder auch zu langsam reagieren sowie Widerstände gegenüber FAS, an. Peter Rücker, Leiter der DEKRA Unfallforschung, appelliert: „Niemand sollte auf den Schutz durch seine Fahrerassistenzsysteme verzichten. Die immer stärkere Verbreitung verschiedenster Fahrerassistenzsysteme in aktuellen Fahrzeugen hilft nur dann, wenn alle, die sie nutzen können, es tun. Damit schützen sie sich und andere. Sie vermeiden Unfälle, mildern Unfallfolgen ab und retten im Extremfall Leben. Selbst wenn ein Unfall unvermeidbar ist: Es macht für die Beteiligten und ihre Familien einen großen Unterschied, ob sie dank FAS-Unterstützung mit leichten Prellungen davonkommen oder mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden“. Peter Schuler, Hauptgeschäftsführer der Kfz-Überwachungsorganisation KÜS, ergänzt: „Wir empfehlen immer dann, wenn man auf ein neues Auto umsteigt, sich intensiv mit diesem vertraut zu machen und auch die Systeme, deren Handhabung und Funktionsweise kennenzulernen. Denn jedes Auto reagiert anders. Bei diesen Tests sollte man sich natürlich nicht in Gefahrensituationen begeben und die einzelnen Systeme so richtig prüfen, aber viele kann man aktivieren und auf die eigenen Bedürfnisse einstellen: Auf einer Strecke kann der Abstandsregler im Mittelpunkt stehen und die Einstellungen können so angepasst werden, dass sie zum eigenen Fahrverhalten passen. So drosselt das Fahrzeug für das eigene Fahrgefühl weder zu früh, noch zu spät die Geschwindigkeit. Auf einer weiteren Strecke kann man sich mit der Lenkradführung des Spurhalteassistenten vertraut machen und genauer auf den Spurwechselassistenten achten: Wann warnt das System? Wie verhalte ich mich? Wenn man so nach und nach die Systeme angewendet hat, verunsichern zusätzliche Lampen und Töne während der Fahrt nicht, sondern sind wertvolle Helfer, die man nicht mehr missen möchte“.

Abbildung: Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614

Wie stark nutzen Sie die folgenden Fahrerassistenzsysteme?
(Filter: FAS vorhanden)

Abbildung: Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614

* Ende 2015 und Anfang 2020 haben der DVR und seine Partner im Rahmen der Kampagne „bester beifahrer“ jeweils 1.000 Neuwagenkäufer rund um Fahrerassistenzsysteme und deren Nutzung befragt. Teilgenommen haben Männer und Frauen ab 18 Jahren, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Neuwagen oder ein Auto mit Tageszulassung gekauft haben und an der Kaufentscheidung maßgeblich beteiligt waren. Die Verfügbarkeit folgender FAS wurde abgefragt: Notbremsassistent, Abstandsregler, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Parkassistent, Verkehrszeichenassistent und Müdigkeitswarner. 2020 wurde zusätzlich die Verfügbarkeit des Autobahnassistenten abgefragt.

 


Verfügbare Downloads:

Pressemeldung zur Umfrage unter Autokäufern 2020: „Autofahrer setzen auf Sicherheit“, *.docx (356 kb)

Pressemeldung zur Umfrage unter Autokäufern 2020: „Autofahrer setzen auf Sicherheit“, *.pdf (296 kb)

Haben 2015 nur 40 Prozent aller Befragten ein Fahrzeug mit mindestens einem der ausgewählten FAS gekauft, liegt der Anteil 2020 bei 80 Prozent. – Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im August 2015 und März 2020; n (Gesamt) = 1.000
80 Prozent der Befragten verfügen über mindestens 1 Fahrerassistenzsystem in ihrem neuen Fahrzeug – Umfang der Ausstattung: 1-8 der ausgewählten FAS im Fahrzeug in Prozent; Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 1.000
Rund drei Viertel der Befragten nutzen die vorhandenen Fahrerassistenzsysteme dauerhaft. – Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614
Wie stark nutzen Autofahrer vorhandene Fahrerassistenzsyteme? – Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614

Fahrerassistenzsysteme unterstützen – der Fahrer bleibt verantwortlich

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind eine hilfreiche Unterstützung für Autofahrer – die Verantwortung für das Verkehrsgeschehen verbleibt jedoch immer beim Fahrer. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg bestätigt die Auffassung, dass der Fahrer allein für das Verkehrsgeschehen verantwortlich ist und sich nicht auf ein vorhandenes FAS berufen darf:

Der Fahrer hatte auf der Autobahn einen Abstand von nur 14 Metern zum Vordermann bei einer Geschwindigkeit von 132 km/h eingehalten. Ein Amtsgericht verurteilte den Fahrer daraufhin zu einer Geldbuße und einem einmonatigen Fahrverbot. Der Betroffene legte eine Beschwerde ein, da sein Auto über einen Abstandsregler verfüge, der die Einhaltung des Mindestabstands zum Vordermann sicherstelle. Darauf habe der Fahrer vertraut und nicht bemerkt, dass der Abstandsregler kurzzeitig deaktiviert war, so dass lediglich ein Augenblicksversagen vorgelegen habe.

Das OLG kommt zu dem Schluss, dass der Fahrer die Pflicht hat, die Situation mit eigenen Augen zu beobachten und entsprechend zu reagieren.
(OLG Bamberg, 06.11.2018, Az.: 3 Ss OWi 1480/18)

Bildnachweis: Wellnhofer Designs/Adobe Stock

Autos ab 2022 sicherer

In drei Jahren gibt es einen weiteren großen Schritt in Richtung Verkehrssicherheit. Ab 2022 werden ausgewählte Fahrerassistenzsysteme Pflicht in allen Neufahrzeugen, auch in Klein- und Kompaktwagen. So will es das EU-Parlament, das die Verordnung 2018/858 im Frühjahr verabschiedet hat.

In drei Jahren gibt es einen weiteren großen Schritt in Richtung Verkehrssicherheit. Ab 2022 werden ausgewählte Fahrerassistenzsysteme Pflicht in allen Neufahrzeugen, auch in Klein- und Kompaktwagen. So will es das EU-Parlament, das die Verordnung 2018/858 im Frühjahr verabschiedet hat.

3.275 Verkehrstote gab es 2018 allein in Deutschland – in der gesamten EU waren es über 25.000. Mit der flächendeckenden Einführung der Sicherheitssysteme – davon geht der Deutsche Verkehrssicherheitsrat aus – werden unsere Straßen sicherer und die Zahl der Verkehrstoten signifikant gesenkt.

Die EU setzt dabei auf relevante Fahrerassistenzsysteme, deren Funktionen und Vorteile der DVR Autofahrenden bereits seit über zehn Jahren im Rahmen der Kampagne „bester beifahrer“ vermittelt:

Notbremsassistent
Abstandsregler
Spurhalteassistent
Müdigkeitswarner

Weitere Systeme, über die jeder Pkw ab 2022 verfügen soll, sind eine Art Black Box zur Unfalldatenerfassung, ein Rückfahrassistent und eine Schnittstelle für eine Alkohol-Wegfahrsperre.

Bild: Adobe Stock, AA+W

Parkassistenten ab 2020 im Euro NCAP Test

Euro NCAP hat ein objektives Bewertungsschema mit fünf Sternen konzipiert, das Autokäufern auf einen Blick zeigt, wie sicher das Fahrzeug ist.
Die Bewertungen erfolgen durch unterschiedliche Tests, die von Euro NCPA erarbeitet wurden. Ab 2020 ist der Parkassistent Bestandteil dieser Tests und wird damit ein Kriterium für die Bewertung des Euro NCPA. Bewertet wird im Test die Erkennung von Fußgängern beim Rückwärtsfahren – damit trägt Euro NCAP der Weiterentwicklung von Fahrerassistenzsystemen Rechnung und bezieht diese stärker in die Bewertung ein.

Allzeit bereit: Notbremsassistent, Abstandsregler & Co. Wie senken Fahrerassistenzsysteme das Unfallrisiko?

Welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner: Donnerstag, 08. November 2018, 10:00 – 15:00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer: 0800 – 0 60 4000.

Es geht alles blitzschnell: Im Stadtverkehr zieht ein Auto von links in die Lücke vor Ihnen und muss sofort stark bremsen. Noch bevor Sie selbst realisieren, was passiert, hat der Notbremsassistent Ihres Autos die Situation erkannt. Er warnt vor der drohenden Kollision und unterstützt Sie beim Bremsen mit mehr Bremskraft. Falls Sie nicht reagieren, bremst er sogar selbsttätig – und Sie können aufatmen. Britische Autoversicherer stellten unlängst fest, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen gab als für vergleichbare Modelle . Der Grund: Die Fahrzeuge verfügen über einen City-Notbremsassistenten. Mittlerweile überwacht eine ganze Mannschaft digitaler Beifahrer die Fahrsicherheit – von der einfachen Einparkhilfe bis zur Rundumüberwachung beim Abstandsregler oder Spurwechselassistenten. Doch welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner.

Donnerstag, 08. November 2018
10:00 – 15:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 – 0 60 4000

Parken, Überholen, Bremsen – für jede Situation den passenden Assistenten

Mit dem ABS – dem Antiblockiersystem – begann Ende der 1970er Jahre die Ära der Fahrerassistenzsysteme. Heute verlässt kaum noch ein Neuwagen das Werk ohne Einparkhilfe, Tempomat, Notbremsassistent, Berganfahrhilfe oder Traktionskontrolle. So unterschiedlich die Systeme auch sein mögen, sie verfolgen alle ein und dasselbe Ziel: das Unfallrisiko „Menschliches Versagen“ möglichst auszuschalten oder zu minimieren. Über 90 Prozent der Verkehrsunfälle sind nach Meinung vieler Experten auf Fehler der Fahrerinnen und Fahrer zurückzuführen. Die Assistenzsysteme verhindern viele Fahrfehler und ihre Folgen, indem sie den Fahrer entlasten und unterstützen oder indem sie aktiv zum Beispiel eine Bremsung einleiten oder die Spur korrigieren. Wie hoch das Potenzial der Systeme für die Verkehrssicherheit ist, zeigen Untersuchungen von Unfallforschern: Die Zahl der schweren Unfälle ließe sich um die Hälfte senken, die der Unfälle beim Spurwechsel um ein Viertel und Auffahrunfälle ließen sich um 43 Prozent reduzieren.

Welcher Assistent für welchen Zweck?

Während die meisten Autofahrer mit Begriffen wie ABS, ESP und Traktionskontrolle noch etwas anfangen können, klingen die Namen neuer Assistenzsysteme in den Prospekten der Autohersteller fast wie Science fiction. Wer weiß schon, was sich hinter Active Distance Support verbirgt? Was könnte eine Adaptive Hell-Dunkel-Grenze sein? Und welchen Nutzen hat eine Rain Brake Control? Die lange Liste der digitalen Helfer lässt manchen Autokäufer ratlos zurück. Dabei sollte vor einem Neuwagenkauf die Frage nach den Nutzungsgewohnheiten im Vordergrund stehen. Wer zum Beispiel häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, profitiert von anderen Assistenzsystemen als Berufspendler im Stop and Go-Verkehr in der Innenstadt. Der Grund liegt auf der Hand: Auf der Autobahn geht es eher um sichere Spurwechsel oder das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dabei helfen Spurhalte- und Spurwechselassistenten oder eine automatische Verkehrszeichenerkennung. In der Stadt hingegen stehen Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Einparken, Abstand halten und Bremsen im Vordergrund.

Aktive Helfer oder aufmerksame Beobachter?

Die zunehmende Anzahl der Assistenzsysteme und die Entlastung, die sie dem Fahrer bieten, kann manche Fahrer dazu verleiten, sich zu sehr auf die digitalen Helfer zu verlassen. Möglicherweise spielt in diesem Zusammenhang auch die Diskussion um das automatisierte Fahren eine Rolle, doch Tatsache ist: Die Verantwortung für ein sicheres Fahrverhalten liegt einzig und allein beim Fahrer selbst. So wird der Spurhalteassistent beispielsweise häufig als Autopilot missverstanden. Doch auch er warnt nur beim Verlassen der Fahrspur und kann je nach Ausstattung des Systems korrigieren, doch er nimmt dem Fahrer nicht „das Lenkrad aus der Hand“, damit der sich anderen Dingen zuwenden kann. Die Assistenzsysteme können nur unterstützen: Ein Tempomat oder ein Abstandsregler hält die Geschwindigkeit selbstständig oder passt sie aktiv an – der Fahrer wird dadurch entlastet. Spurhalte- oder Spurwechselassistent überwachen das Umfeld des Fahrzeugs und warnen den Fahrer vor kritischen Situationen.

Expertentipps für den Durchblick bei digitalen Helfern im Auto

Welche Fahrerassistenzsysteme sind für mein Fahr- und Nutzungsverhalten die richtigen? Was muss ich bei den einzelnen Systemen beachten? Wie unterstützen Assistenzsysteme, wenn man abgelenkt wird? Oder sorgen die Systeme selbst für Ablenkung und Überforderung? Wie kann ich „testen“, wie sich ein Assistenzsystem verhält, damit ich darauf vorbereitet bin?

Antworten gibt es bei den Experten der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner am Lesertelefon.

Die Experten:

  • Gerrit Reichel; Pressesprecher beim ACV – Automobil-Club Verkehr
  • Walter Niewöhner; Unfallforscher bei der DEKRA Automobil GmbH
  • Dr. Stefan Benz; Senior Expert für automobile Sicherheitssysteme, Fahrerassistenzsysteme und für Automatisiertes Fahren, Robert Bosch GmbH
  • Dipl.-Oec. Welf Stankowitz; Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR)

Autokauf – vier Fragen die gestellt werden müssen

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

4 Fragen, die man sich beim Autokauf unbedingt stellen sollte:

Frage 1: Welche Fahrerassistenzsysteme gibt es eigentlich?
Die Autohersteller bieten verschiedenste Sicherheitspakete mit zahlreichen Funktionen an. Auf www.bester-beifahrer.de werden die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme im Detail vorgestellt:

  • Der vorausschauende Notbremsassistent warnt Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen.
  • Der Abstandsregler passt die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss an und sorgt für stressfreies Fahren.
  • Der Spurwechselassistent unterstützt Autofahrer beim Spurwechsel. Er warnt vor schnell herannahenden und sich im toten Winkel befindlichen Fahrzeugen.
  • Der Spurhalteassistent hilft, in der Fahrspur zu bleiben.
  • Der Parkassistent hilft beim Finden der passenden Parklücke und schlägt im richtigen Moment das Lenkrad ein.
  • Der Lichtassistent leuchtet die Straße perfekt aus ohne Andere zu blenden.
  • Der Verkehrszeichenassistent erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrszeicheninhalte.
  • Der Müdigkeitswarner zeigt an, wann eine Pause nötig ist.
  • Der Nachtsichtassistent erkennt Gefahren und hilft so, Kollisionen zu vermeiden.

Frage 2: Welches ist das richtige Fahrzeugmodell für mich?
Wer weiß, über welche FAS der neue Wagen verfügen sollte, der kann in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de schnell herausfinden, welche Fahrzeuge den gewünschten Kriterien auch in punkto Sicherheit entsprechen.

Frage 3: Was genau leisten die FAS in meinem Wunschfahrzeug?
Notbremsassistent ist nicht gleich Notbremsassistent: Je nach Hersteller leisten Notbremsassistenten ganz Unterschiedliches. Der eine greift in Gefahrensituationen bei hohen Geschwindigkeiten, zum Beispiel auf Landstraße und Autobahn ein, der andere ist für den Stadtverkehr entwickelt und erkennt sogar Fußgänger und Fahrradfahrer, der nächste ist mit einer speziellen Technik kombiniert, die das Fahrzeug in Sekundenschnelle auf nicht mehr zu verhindernde Kollisionen vorbereitet; dabei werden beispielsweise die Gurte gestrafft und die Kopfstützen in eine Position gebracht, die die Insassen optimal schützen. – Was hier für den Notbremsassistenten beschrieben wird, gilt letztlich für alle FAS, sie unterstützen im Hintergrund oder greifen in gefährlichen Situationen ein. Deshalb sollte man immer das Verkaufspersonal fragen, welche Sicherheitspakete es gibt und was genau die Systeme leisten.

Frage 4: Kann ich bei einer Probefahrt Fahrerassistenzsysteme testen?
Die Antwort lautet: „Jein“. Hervorragend testen lassen sich beispielsweise der Parkassistent und der Verkehrszeichenassistent. Für den Lichtassistenten, den Nachtsichtassistenten oder den Müdigkeitswarner müsste man schon bei Dunkelheit bzw. eine längere Strecke fahren, was meist im Rahmen einer Probefahrt nicht möglich ist. Bei anderen Systemen ist es wiederum wichtig, sich klar zu machen, dass diese sich zwar „antesten“ lassen, sie aber nicht als aktive Unterstützung des Fahrers gedacht sind, sondern den Fahrer bei seiner Fahraufgabe unterstützen und in brenzligen Situationen aktiv eingreifen. Dazu zählen der Abstandsregler, der Spurwechselassistent und der Spurhalteassistent. Verdeutlicht am Beispiel des Spurhalteassistenten bedeutet das: Wird die Fahrspur verlassen, lenken moderne Systeme gegen und helfen, in der Spur zu bleiben – das ist aber nicht zu verwechseln mit autonomem Fahren, bei dem das System das Fahrzeug aktiv in der Spur hält und der Fahrer sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Gar nicht auf die Probe stellen sollte man den Notbremsassistenten – dieser ist wie ein Airbag einzig für Gefahrensituationen konzipiert und greift dann ins Geschehen ein.

 


Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Autokauf – Vier Fragen, die gestellt werden müssen“, *.docx (60 kb)

Pressemeldung „Autokauf – Vier Fragen, die gestellt werden müssen“, *.pdf (860 kb)

Lichtsysteme und Notbremsassistent sind für ältere Autofahrer von besonderem Nutzen

Mit fortschreitendem Alter können gesundheitsbedingte Einschränkungen die Fahrfitness beeinträchtigen. Um Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand zu erhalten und auch gegensteuern zu können, ist ein regelmäßiger freiwilliger Gesundheitscheck beim Hausarzt sinnvoll. Moderne Fahrerassistenzsysteme (FAS) können bei Fahraufgaben unterstützen und tragen dazu bei, die individuelle Mobilität nicht nur älterer Menschen sicherer zu gestalten. Die „Aktion Schulterblick“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hilft bei der Orientierung: Besonders empfehlenswert sind der Lichtassistent und der Notbremsassistent.

Regelmäßige Augenuntersuchungen helfen Krankheiten auszuschließen

Viele ältere Autofahrer fühlen sich im Dunkeln unsicher. Die Pupille verliert im Laufe der Jahre zunehmend ihre Fähigkeit, sich weit zu öffnen. Dadurch fällt weniger Licht auf die Netzhaut. Außerdem ist das Augeninnere nicht mehr so klar und durchsichtig wie in jungen Jahren, Einlagerungen in Linse und Glaskörper streuen das Licht, dies führt zu einer größeren Blendwirkung. Deshalb ist eine regelmäßige Augenuntersuchung wichtig, um Krankheiten auszuschließen. Zudem ist besseres Licht hilfreich. Dabei sind die unterschiedlichen Funktionen der Lichtassistenten von hohem Nutzen: Das „Kurven- und Abbiegelicht“ schwenkt das Abblendlicht je nach Kurvenradius und bietet somit eine optimale Kurvenausleuchtung.

Fernlichtassistenzsysteme unterstützen beim Fahren im Dunkeln

Beim „adaptiven Fernlichtassistenten“ wird automatisch zwischen Fernlicht und Abblendlicht umgeschaltet. Das Abblendlicht passt sich dabei in seiner Leuchtweite dem entgegenkommenden Verkehr an. Noch besser ist das „blendfreie Fernlicht“. Das Fahrzeug leuchtet ständig mit Fernlicht. Die Scheinwerfer nehmen jedoch blendungsgefährdete Verkehrsteilnehmer aus der Fernlichtverteilung automatisch aus. Es entsteht ein abgedunkelter „Lichttunnel“, der dem erkannten Fahrzeug dynamisch folgt und in der Ausdehnung variabel ist.

Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen nimmt zu

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind bei immer mehr Neuwagen an Bord: Bosch hat eine Auswertung auf Basis der Neuzulassungsstatistik 2016 durchgeführt und kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Der Parkassistent und der Notbremsassistent sind die beliebtesten Fahrerassistenzsysteme
  • Größtenteils gehören Parkassistenten heute zur Serienausstattung
  • Jeder dritte 2016 neuzugelassene Pkw in Deutschland verfügt über einen Notbremsassistenten
  • Spurhalteassistenten und Spurwechselassistenten werden immer beliebter

Laut Bosch legen Autokäuferinnen und Autokäufer in Deutschland und Europa immer mehr Wert auf Fahrerassistenzsyteme, wobei auf den ersten Plätzen der Parkassistent, der Notbremsassistent, der Müdigkeitwarner und Spurassistenzsysteme rangieren:
62 Prozent aller neu zugelassenen Pkw waren 2016 mit einer Parkhilfe ausgestattet, wobei Bosch hierzu sowohl automatische Parkassistenten als auch einfache Parkpiepser zählte.
Mit 38 Prozent verfügte 2016 über ein Drittel aller Neuwagen über einen Notbremsassistenten, der das Fahrzeug in Notsituationen bis zum Stillstand abbremst und so Unfälle verhindert oder Unfallfolgen abmildert.
Der Müdigkeitswarner war 2016 in 37 Prozent aller neu zugelassenen Pkw installiert.
Spurhalte-
und Spurwechselassistenten sind nun in 19 Prozent aller Neuwagen vertreten, das ist doppelt so häufig wie noch 2015.

Einen detaillierten Blick auf die Zahlen ermöglichen die Infografiken:

Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw in Deutschland 2016:

Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw in Deutschland (Quelle: BOSCH)

 

 

 

 

 

 

Serienanteil ausgewählter Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw 2016:

Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme

Nicht eingehaltener Sicherheitsabstand zum Vordermann ist auf deutschen Straßen eine der häufigsten Unfallursachen bei Unfällen mit Personenschaden. An die Faustregel, mindestens die Hälfte der Fahrgeschwindigkeit in Metern oder aber zwei Sekunden zwischen sich und dem vor einem fahrenden Fahrzeug Abstand zu lassen, hält sich lange nicht jeder. Stattdessen fahren Pkw oft dicht an dicht, häufig wird sogar aggressiv gedrängelt und bedrängt, ohne daran zu denken, was passiert, wenn vor einem plötzlich die Bremslichter aufleuchten. Ein Auffahrunfall ist dann trotz Vollbremsung oft nicht mehr zu vermeiden und je nach Fahrgeschwindigkeit kann er fatale Folgen haben.

Sicherheit und mehr Komfort durch den Abstandsregler und Auffahrkollisionswarner

Abhilfe schaffen Fahrerassistenzsysteme (FAS), konkret der Abstandsregler (ACC) und die Auffahrkollisionswarnung (FCW) in Kombination. Leider finden die Systeme trotz mittlerweile guter Verfügbarkeit verhältnismäßig selten Anwendung. Und das, obwohl sich laut der Unfallforschung im Allianz Zentrum für Technik (AZT) die Zahl unfallkritischer Situationen auf Autobahnen um etwa drei Viertel verringern ließe. Innerstädtisch und auf Landstraßen beziffert das AZT die potenzielle Reduzierung von Auffahrunfällen um etwa die Hälfte. (1) Der Abstandsregler und die Auffahrkollisionswarnung passen die Geschwindigkeit des eigenen Fahrzeugs so an, dass der optimale Sicherheitsabstand gehalten wird und warnen im Fall von Gefahrensituationen – das ist besonders komfortabel bei zähfließendem Verkehr oder Stau und schont die Nerven des Fahrers. Die Systeme entlasten den Fahrer dadurch, dass sie Position und Tempo des vorausfahrenden Fahrzeugs über Sensoren messen und die Eigengeschwindigkeit entsprechend durch automatischen Motor- oder Bremseingriff reguliert wird.

(1) DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2016, S. 10. und aktuelle Erkenntnisse der AZT Unfallforschung

Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme“, *.docx (60 kb)

Pressemeldung „Fahrer verzichten auf lebensrettende Fahrerassistenzsysteme“, *.pdf (302 kb)

Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht

Fahrerassistenzsysteme können viele schwere Unfälle abmildern

Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2016 insgesamt 3.214 Menschen bei Verkehrsunfällen (1). Zwar ging die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2015 um 7,1 Prozent zurück, trotzdem zählen Verkehrsunfälle zu den häufigsten Unfallarten mit Todesfolge. Auch im Februar 2017 kamen 190 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, exakt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schwerverletzten sank im selben Zeitraum um immerhin 3,5 Prozent auf 23.400 (2). An der Haltung zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) ändert dies nichts: Immer noch halten gut zwei Drittel der Neuwagenkäufer sie nicht für notwendig: Sie gaben bei einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner an, gar keins oder maximal eins dieser Systeme in ihrem Neuwagen zu haben und zu nutzen (3).

Trotz Skepsis: Fahrerassistenzsysteme verringern das Unfallrisiko

Auch wenn noch lange nicht alle Autofahrer FAS nutzen: Diese Systeme erhöhen die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gehen davon aus, dass eine größere Verbreitung von FAS die Unfallfolgen etwa der Hälfte der Verkehrsunfälle verringern kann. Die Aufklärungsarbeit über die Funktionsweise der FAS wird somit zu einem wichtigen Baustein der „Vision Zero“: So wird die Strategie genannt, nach der die Verkehrswelt so gestaltet werden muss, dass es keine Toten und Schwerstverletzten im Straßenverkehr mehr gibt.

Die breite Akzeptanz fehlt noch

FAS sind für fast alle Neuwagenmodelle verfügbar, leider fehlt es noch an der breiten Akzeptanz. Neben der Skepsis gegenüber der Sicherheit und Zuverlässigkeit der neuen Technologien ist es vor allem die Befürchtung, in der eigenen Freiheit und Autonomie als Autofahrer eingeschränkt zu werden, die viele von der Anschaffung und Nutzung abhält. Lediglich das Parkassistenzsystem wird von den meisten Autofahrern gut angenommen: Es handelt sich um das mit Abstand meistgenutzte System. Dabei ist es ein reines Komfort-Feature und vermag zwar kleinere Schäden zu vermeiden, lebensgefährliche Unfallsituationen verhindert dieses System jedoch in der Regel nicht. Notbremsassistenten, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Abstandsregler könnten einen Großteil der im Straßenverkehr auftretenden Gefahrensituationen entschärfen und durch mangelnde Konzentration oder Unachtsamkeit verursachte Unfälle vermeiden, aber gerade von diesen FAS fühlen sich Autofahrer „bevormundet“. Misstrauen, Angst vor Kontrollverlust oder der Hinweis, dass es „früher“ ja auch ohne ging, werden gegen die Technologien am häufigsten ins Feld geführt (4). Welche Vorteile die Systeme tatsächlich bieten und wie sie funktionieren, erfahren Autofahrer auf www.bester-beifahrer.de – beim Lesen wird schnell klar, dass die Systeme nicht bevormunden, sondern die Fahrer unterstützen und für ein Sicherheitsplus sorgen. Sandra Demuth vom DVR empfiehlt, diese Möglichkeit zu nutzen und plädiert für größere Offenheit: „Fahrerassistenzsysteme bieten auch dem routiniertesten Fahrer zusätzliche Sicherheit und Unterstützung, nicht nur in alltäglichen Situationen wie einem Spurwechsel, sondern auch in Gefahrsituationen. Im Ernstfall können sie Leben retten.“

(1) Statistisches Bundesamt
(2) Statistisches Bundesamt
(3) Fahrerassistenzsysteme in Deutschland 2015, Ergebnisbericht 02. Oktober 2015. Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“: durchführendes Institut: (r)evolution GmbH mit Sitz in Bonn.
(4) Ebd.

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