Allzeit bereit: Notbremsassistent, Abstandsregler & Co. Wie senken Fahrerassistenzsysteme das Unfallrisiko?

Welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner: Donnerstag, 08. November 2018, 10:00 – 15:00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer: 0800 – 0 60 4000.

Es geht alles blitzschnell: Im Stadtverkehr zieht ein Auto von links in die Lücke vor Ihnen und muss sofort stark bremsen. Noch bevor Sie selbst realisieren, was passiert, hat der Notbremsassistent Ihres Autos die Situation erkannt. Er warnt vor der drohenden Kollision und unterstützt Sie beim Bremsen mit mehr Bremskraft. Falls Sie nicht reagieren, bremst er sogar selbsttätig – und Sie können aufatmen. Britische Autoversicherer stellten unlängst fest, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen gab als für vergleichbare Modelle . Der Grund: Die Fahrzeuge verfügen über einen City-Notbremsassistenten. Mittlerweile überwacht eine ganze Mannschaft digitaler Beifahrer die Fahrsicherheit – von der einfachen Einparkhilfe bis zur Rundumüberwachung beim Abstandsregler oder Spurwechselassistenten. Doch welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner.

Donnerstag, 08. November 2018
10:00 – 15:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 – 0 60 4000

Parken, Überholen, Bremsen – für jede Situation den passenden Assistenten

Mit dem ABS – dem Antiblockiersystem – begann Ende der 1970er Jahre die Ära der Fahrerassistenzsysteme. Heute verlässt kaum noch ein Neuwagen das Werk ohne Einparkhilfe, Tempomat, Notbremsassistent, Berganfahrhilfe oder Traktionskontrolle. So unterschiedlich die Systeme auch sein mögen, sie verfolgen alle ein und dasselbe Ziel: das Unfallrisiko „Menschliches Versagen“ möglichst auszuschalten oder zu minimieren. Über 90 Prozent der Verkehrsunfälle sind nach Meinung vieler Experten auf Fehler der Fahrerinnen und Fahrer zurückzuführen. Die Assistenzsysteme verhindern viele Fahrfehler und ihre Folgen, indem sie den Fahrer entlasten und unterstützen oder indem sie aktiv zum Beispiel eine Bremsung einleiten oder die Spur korrigieren. Wie hoch das Potenzial der Systeme für die Verkehrssicherheit ist, zeigen Untersuchungen von Unfallforschern: Die Zahl der schweren Unfälle ließe sich um die Hälfte senken, die der Unfälle beim Spurwechsel um ein Viertel und Auffahrunfälle ließen sich um 43 Prozent reduzieren.

Welcher Assistent für welchen Zweck?

Während die meisten Autofahrer mit Begriffen wie ABS, ESP und Traktionskontrolle noch etwas anfangen können, klingen die Namen neuer Assistenzsysteme in den Prospekten der Autohersteller fast wie Science fiction. Wer weiß schon, was sich hinter Active Distance Support verbirgt? Was könnte eine Adaptive Hell-Dunkel-Grenze sein? Und welchen Nutzen hat eine Rain Brake Control? Die lange Liste der digitalen Helfer lässt manchen Autokäufer ratlos zurück. Dabei sollte vor einem Neuwagenkauf die Frage nach den Nutzungsgewohnheiten im Vordergrund stehen. Wer zum Beispiel häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, profitiert von anderen Assistenzsystemen als Berufspendler im Stop and Go-Verkehr in der Innenstadt. Der Grund liegt auf der Hand: Auf der Autobahn geht es eher um sichere Spurwechsel oder das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dabei helfen Spurhalte- und Spurwechselassistenten oder eine automatische Verkehrszeichenerkennung. In der Stadt hingegen stehen Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Einparken, Abstand halten und Bremsen im Vordergrund.

Aktive Helfer oder aufmerksame Beobachter?

Die zunehmende Anzahl der Assistenzsysteme und die Entlastung, die sie dem Fahrer bieten, kann manche Fahrer dazu verleiten, sich zu sehr auf die digitalen Helfer zu verlassen. Möglicherweise spielt in diesem Zusammenhang auch die Diskussion um das automatisierte Fahren eine Rolle, doch Tatsache ist: Die Verantwortung für ein sicheres Fahrverhalten liegt einzig und allein beim Fahrer selbst. So wird der Spurhalteassistent beispielsweise häufig als Autopilot missverstanden. Doch auch er warnt nur beim Verlassen der Fahrspur und kann je nach Ausstattung des Systems korrigieren, doch er nimmt dem Fahrer nicht „das Lenkrad aus der Hand“, damit der sich anderen Dingen zuwenden kann. Die Assistenzsysteme können nur unterstützen: Ein Tempomat oder ein Abstandsregler hält die Geschwindigkeit selbstständig oder passt sie aktiv an – der Fahrer wird dadurch entlastet. Spurhalte- oder Spurwechselassistent überwachen das Umfeld des Fahrzeugs und warnen den Fahrer vor kritischen Situationen.

Expertentipps für den Durchblick bei digitalen Helfern im Auto

Welche Fahrerassistenzsysteme sind für mein Fahr- und Nutzungsverhalten die richtigen? Was muss ich bei den einzelnen Systemen beachten? Wie unterstützen Assistenzsysteme, wenn man abgelenkt wird? Oder sorgen die Systeme selbst für Ablenkung und Überforderung? Wie kann ich „testen“, wie sich ein Assistenzsystem verhält, damit ich darauf vorbereitet bin?

Antworten gibt es bei den Experten der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner am Lesertelefon.

Die Experten:

  • Gerrit Reichel; Pressesprecher beim ACV – Automobil-Club Verkehr
  • Walter Niewöhner; Unfallforscher bei der DEKRA Automobil GmbH
  • Dr. Stefan Benz; Senior Expert für automobile Sicherheitssysteme, Fahrerassistenzsysteme und für Automatisiertes Fahren, Robert Bosch GmbH
  • Dipl.-Oec. Welf Stankowitz; Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR)

Autokauf – vier Fragen die gestellt werden müssen

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

4 Fragen, die man sich beim Autokauf unbedingt stellen sollte:

Frage 1: Welche Fahrerassistenzsysteme gibt es eigentlich?
Die Autohersteller bieten verschiedenste Sicherheitspakete mit zahlreichen Funktionen an. Auf www.bester-beifahrer.de werden die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme im Detail vorgestellt:

  • Der vorausschauende Notbremsassistent warnt Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen.
  • Der Abstandsregler passt die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss an und sorgt für stressfreies Fahren.
  • Der Spurwechselassistent unterstützt Autofahrer beim Spurwechsel. Er warnt vor schnell herannahenden und sich im toten Winkel befindlichen Fahrzeugen.
  • Der Spurhalteassistent hilft, in der Fahrspur zu bleiben.
  • Der Parkassistent hilft beim Finden der passenden Parklücke und schlägt im richtigen Moment das Lenkrad ein.
  • Der Lichtassistent leuchtet die Straße perfekt aus ohne Andere zu blenden.
  • Der Verkehrszeichenassistent erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrszeicheninhalte.
  • Der Müdigkeitswarner zeigt an, wann eine Pause nötig ist.
  • Der Nachtsichtassistent erkennt Gefahren und hilft so, Kollisionen zu vermeiden.

Frage 2: Welches ist das richtige Fahrzeugmodell für mich?
Wer weiß, über welche FAS der neue Wagen verfügen sollte, der kann in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de schnell herausfinden, welche Fahrzeuge den gewünschten Kriterien auch in punkto Sicherheit entsprechen.

Frage 3: Was genau leisten die FAS in meinem Wunschfahrzeug?
Notbremsassistent ist nicht gleich Notbremsassistent: Je nach Hersteller leisten Notbremsassistenten ganz Unterschiedliches. Der eine greift in Gefahrensituationen bei hohen Geschwindigkeiten, zum Beispiel auf Landstraße und Autobahn ein, der andere ist für den Stadtverkehr entwickelt und erkennt sogar Fußgänger und Fahrradfahrer, der nächste ist mit einer speziellen Technik kombiniert, die das Fahrzeug in Sekundenschnelle auf nicht mehr zu verhindernde Kollisionen vorbereitet; dabei werden beispielsweise die Gurte gestrafft und die Kopfstützen in eine Position gebracht, die die Insassen optimal schützen. – Was hier für den Notbremsassistenten beschrieben wird, gilt letztlich für alle FAS, sie unterstützen im Hintergrund oder greifen in gefährlichen Situationen ein. Deshalb sollte man immer das Verkaufspersonal fragen, welche Sicherheitspakete es gibt und was genau die Systeme leisten.

Frage 4: Kann ich bei einer Probefahrt Fahrerassistenzsysteme testen?
Die Antwort lautet: „Jein“. Hervorragend testen lassen sich beispielsweise der Parkassistent und der Verkehrszeichenassistent. Für den Lichtassistenten, den Nachtsichtassistenten oder den Müdigkeitswarner müsste man schon bei Dunkelheit bzw. eine längere Strecke fahren, was meist im Rahmen einer Probefahrt nicht möglich ist. Bei anderen Systemen ist es wiederum wichtig, sich klar zu machen, dass diese sich zwar „antesten“ lassen, sie aber nicht als aktive Unterstützung des Fahrers gedacht sind, sondern den Fahrer bei seiner Fahraufgabe unterstützen und in brenzligen Situationen aktiv eingreifen. Dazu zählen der Abstandsregler, der Spurwechselassistent und der Spurhalteassistent. Verdeutlicht am Beispiel des Spurhalteassistenten bedeutet das: Wird die Fahrspur verlassen, lenken moderne Systeme gegen und helfen, in der Spur zu bleiben – das ist aber nicht zu verwechseln mit autonomem Fahren, bei dem das System das Fahrzeug aktiv in der Spur hält und der Fahrer sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Gar nicht auf die Probe stellen sollte man den Notbremsassistenten – dieser ist wie ein Airbag einzig für Gefahrensituationen konzipiert und greift dann ins Geschehen ein.

 


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45 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten: Positive Bilanz für den Notbremsassistenten

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung.

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung. Mit diesem City-Notbremsassistenten können Unfälle bis 25 km/h nahezu vollkommen vermieden und Kollisionen bis 40 km/h im innerstädtischen Bereich deutlich abgemildert werden.

Unfälle im innerstädtischen Verkehr signifikant reduzieren

Auffahrunfälle an Kreuzungen, Kreisverkehren und in Start-Stopp-Situationen wie an Ampeln, Stoppschildern oder in der klassischen Rechts-vor-Links-Situation, können mit Hilfe von Notbremsassistenten in Fahrzeugen deutlich in ihrer Anzahl und Schwere reduziert werden. Laut Bosch waren 2016 schon 38 Prozent aller neu zugelassenen Autos mit einem Notbremsassistenten ausgestattet. Das sind deutlich weniger, als theoretisch möglich wäre: Die Auswertung der Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ unter www.bester-beifahrer.de zeigt, dass bis zu 61 Prozent aller neuen Pkw-Modelle abhängig vom gewählten Ausstattungspaket heute bereits mit Notbremsassistent zu haben sind. Autofahrer sollten beim Kauf aktiv überprüfen, ob es einen Notbremsassistenten für das gewünschte Modell gibt und das Fahrzeug mit dem entsprechenden Ausstattungspaket erwerben, um Unfälle zu vermeiden und vor allem die eigene Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Jede Sekunde aufmerksam: der Notbremsassistent

Der Notbremsassistent warnt den Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen. Dabei ist das System jederzeit aktiv und kann kritische Situationen, in denen ein Auffahrunfall droht, erkennen. Der Fahrer wird entsprechend frühzeitig gewarnt, so dass er wertvolle Zeit zum Reagieren gewinnt; zudem unterstützt das System beim richtigen Bremsen. Sobald der Notbremsassistent eine kritische Annäherung erkennt, berechnet er, wie stark abgebremst werden muss und passt den Bremsdruck an. Bremst der Fahrer nicht, löst der Notbremsassistent selbstständig eine Vollbremsung aus. Selbst wenn es zum Auffahrunfall kommt, kann so zumindest die Stärke des Aufpralls verringert und somit das Verletzungsrisiko für die Insassen reduziert werden.
Die funktionale Ausprägung von Notbremsassistenten kann unterschiedlich sein. So gibt es Systeme, die für die Geschwindigkeit im Stadtverkehr optimiert sind. Neuere Notbremsassistenten reagieren auch auf Fußgänger oder Radfahrer, einige Systeme erkennen auch herannahende kreuzende Fahrzeuge. Ziel ist stets, Kollisionen zu vermeiden oder abzuschwächen und das Verletzungsrisiko deutlich zu reduzieren.
Der DVR unterstützt daher die Pläne der Europäischen Kommission, im Rahmen der „General Safety Regulation“ Notbrems-Assistenzsysteme zukünftig verpflichtend auch für Neufahrzeuge (Pkw) in der Europäischen Union vorzuschreiben und fordert, dass Notbremsassistenzsysteme auch bei höheren Geschwindigkeiten wirken müssen. Der Geschwindigkeitsabbau müsse dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden.

(1) Daten basieren auf der Äquivalenz von 7.000 Fahrzeugen in einem Versicherungsjahr
(2) https://www.thatcham.org/news-and-events/news-and-press-releases-reader/items/golf-drives-down-personal-injury

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Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht

Fahrerassistenzsysteme können viele schwere Unfälle abmildern

Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2016 insgesamt 3.214 Menschen bei Verkehrsunfällen (1). Zwar ging die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2015 um 7,1 Prozent zurück, trotzdem zählen Verkehrsunfälle zu den häufigsten Unfallarten mit Todesfolge. Auch im Februar 2017 kamen 190 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, exakt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schwerverletzten sank im selben Zeitraum um immerhin 3,5 Prozent auf 23.400 (2). An der Haltung zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) ändert dies nichts: Immer noch halten gut zwei Drittel der Neuwagenkäufer sie nicht für notwendig: Sie gaben bei einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner an, gar keins oder maximal eins dieser Systeme in ihrem Neuwagen zu haben und zu nutzen (3).

Trotz Skepsis: Fahrerassistenzsysteme verringern das Unfallrisiko

Auch wenn noch lange nicht alle Autofahrer FAS nutzen: Diese Systeme erhöhen die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gehen davon aus, dass eine größere Verbreitung von FAS die Unfallfolgen etwa der Hälfte der Verkehrsunfälle verringern kann. Die Aufklärungsarbeit über die Funktionsweise der FAS wird somit zu einem wichtigen Baustein der „Vision Zero“: So wird die Strategie genannt, nach der die Verkehrswelt so gestaltet werden muss, dass es keine Toten und Schwerstverletzten im Straßenverkehr mehr gibt.

Die breite Akzeptanz fehlt noch

FAS sind für fast alle Neuwagenmodelle verfügbar, leider fehlt es noch an der breiten Akzeptanz. Neben der Skepsis gegenüber der Sicherheit und Zuverlässigkeit der neuen Technologien ist es vor allem die Befürchtung, in der eigenen Freiheit und Autonomie als Autofahrer eingeschränkt zu werden, die viele von der Anschaffung und Nutzung abhält. Lediglich das Parkassistenzsystem wird von den meisten Autofahrern gut angenommen: Es handelt sich um das mit Abstand meistgenutzte System. Dabei ist es ein reines Komfort-Feature und vermag zwar kleinere Schäden zu vermeiden, lebensgefährliche Unfallsituationen verhindert dieses System jedoch in der Regel nicht. Notbremsassistenten, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Abstandsregler könnten einen Großteil der im Straßenverkehr auftretenden Gefahrensituationen entschärfen und durch mangelnde Konzentration oder Unachtsamkeit verursachte Unfälle vermeiden, aber gerade von diesen FAS fühlen sich Autofahrer „bevormundet“. Misstrauen, Angst vor Kontrollverlust oder der Hinweis, dass es „früher“ ja auch ohne ging, werden gegen die Technologien am häufigsten ins Feld geführt (4). Welche Vorteile die Systeme tatsächlich bieten und wie sie funktionieren, erfahren Autofahrer auf www.bester-beifahrer.de – beim Lesen wird schnell klar, dass die Systeme nicht bevormunden, sondern die Fahrer unterstützen und für ein Sicherheitsplus sorgen. Sandra Demuth vom DVR empfiehlt, diese Möglichkeit zu nutzen und plädiert für größere Offenheit: „Fahrerassistenzsysteme bieten auch dem routiniertesten Fahrer zusätzliche Sicherheit und Unterstützung, nicht nur in alltäglichen Situationen wie einem Spurwechsel, sondern auch in Gefahrsituationen. Im Ernstfall können sie Leben retten.“

(1) Statistisches Bundesamt
(2) Statistisches Bundesamt
(3) Fahrerassistenzsysteme in Deutschland 2015, Ergebnisbericht 02. Oktober 2015. Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“: durchführendes Institut: (r)evolution GmbH mit Sitz in Bonn.
(4) Ebd.

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Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen

Ein Großteil der Neuwagenkäufer findet Fahrerassistenzsysteme (FAS) attraktiv, trotzdem ist nicht einmal die Hälfte der Neufahrzeuge mit mindestens einem Fahrerassistenzsystem ausgestattet. Als Grund für den Verzicht auf Fahrerassistenzsysteme nennen Autofahrer meist die mangelnde Verfügbarkeit1. Die Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner wollte wissen, wie es tatsächlich um die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen steht. Dazu nahm sie die in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de gelisteten Fahrzeuge unter die Lupe. Das Ergebnis in Kürze: Die meisten Neuwagen können optional mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet werden, auch Klein- und Kompaktwagen.

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen in Prozent
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Notbremsassistent: für viele Fahrzeuge verfügbar

Der Notbremsassistent ist das Fahrerassistenzsystem, das für die meisten Fahrzeuge verfügbar ist: 61 Prozent der Neuwagen können mit diesem System erworben werden. Allerdings gilt schon lange nicht mehr, dass er nur in Oberklassefahrzeugen eingebaut wird. Bei immerhin 64 Prozent der Mittelklassewagen und 47 Prozent der Klein- und Kompaktwagen besteht die Möglichkeit, ein Auto mit Notbremsassistent zu kaufen. Spurhalte- und Lichtassistent sind für insgesamt 55 Prozent der Neufahrzeuge verfügbar, dicht gefolgt vom Abstandsregler (51 Prozent). Darauf folgen der Parkassistent und der Spurwechselassistent mit jeweils 49 Prozent.

Sicherheit meist Zusatzausstattung

Der DVR empfiehlt, Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zukünftig verpflichtend mit Notbremsassistenzsystemen auszustatten. Dabei sollen zunächst die Grundfunktionen mit der Erkennung von vorausfahrenden bzw. stehenden Fahrzeugen, später auch die erweiterten Funktionen von Notbremsassistenzsystemen, durch die z. B. auch Rad Fahrende erkannt werden, umgesetzt werden. Der Geschwindigkeitsabbau muss dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden. Momentan gehören Fahrerassistenzsysteme nur in 16 Prozent der Fahrzeugmodelle, für die sie überhaupt verfügbar sind, zur Standardausstattung. Bei 84 Prozent der Neuwagen, die mit FAS erhältlich sind, müssen Autokäufer sich bewusst für die Sicherheitspakete, die die gewünschten Systeme enthalten, entscheiden und damit einen Aufpreis zahlen.
Ausnahme: Der Müdigkeitswarner ist in knapp der Hälfte der Fahrzeuge, die mit diesem System angeboten werden, serienmäßig verbaut. Bei immerhin 31 Prozent aller Fahrzeuge mit Notbremsassistent gehört dieser auch zur Serienausstattung.
DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer: „Verfügbare Systeme sollten genutzt werden. Wir schätzen, dass moderne Notbremsassistenzsysteme bei flächendeckender Ausstattung je nach Funktionsumfang 20 bis 40 Prozent der Unfälle zwischen Pkw mit Personenschaden positiv beeinflussen oder gar verhindern können.“

Klein- und Kompaktwagen schließen auf

Die landläufige Meinung, dass Fahrerassistenzsysteme nur für Oberklassewagen verfügbar sind, konnte mit der Auswertung der Datenbank widerlegt werden: Zwar haben die Fahrzeuge der Oberklasse die Nase in Sachen Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen ganz klar vorn, aber die Fahrzeuge der Mittelklasse und auch die Klein- und Kompaktwagen schließen auf. Beim Parkassistenten liegt die Verfügbarkeit zwischen den verschiedenen Klassen sogar nahezu gleichauf: 51 Prozent der Oberklassewagen können mit einem Parkassistenten ausgestattet werden, bei den Mittelklassewagen sind es sogar 54 Prozent und bei den Klein- und Kompaktwagen noch 40 Prozent.

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen nach Fahrzeugsegmenten
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Die Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“

Die Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ informiert Autofahrer seit 2006 über die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Pkw. Aktuell sind knapp 600 Fahrzeugmodelle erfasst, davon 444 Modelle, die aktuell in Deutschland als Neuwagen vertrieben werden; diese 444 Fahrzeugmodelle wurden in die Kategorien Klein- und Kompaktklasse, Mittelklasse (inkl. Vans und SUVs) und Oberklasse (inkl. Sportwagen) eingeteilt und auf die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen untersucht. Der Datenbestand wird halbjährlich auf Basis der auf den Hersteller-Websites bereitgestellten Daten aktualisiert, die Hersteller erhalten zudem die Möglichkeit zur Prüfung und bei Bedarf zur Aktualisierung.


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Pressemeldung „Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen“, *.docx (508 kb)

Pressemeldung „Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen“, *.pdf (402 kb)

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen in Prozent
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn
Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen nach Fahrzeugsegmenten
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn