Was haben Parkassistent und Notbremsassistent gemeinsam?

Parkassistent und Notbremsassistent sind zwei grundverschiedene Fahrerassistenzsysteme (FAS): Der eine unterstützt beim Einparken, während der andere vor Kollisionen warnt und in Gefahrensituationen hilft, bestmöglich zu bremsen. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie zählen mit dem Spurhalteassistenten zu den beliebtesten Fahrerassistenzsystemen der deutschen Autofahrer.

Immer mehr Fahrzeuge sind mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet – trotzdem ist noch Luft nach oben

Parkassistent und Notbremsassistent sind zwei grundverschiedene Fahrerassistenzsysteme (FAS): Der eine unterstützt beim Einparken, während der andere vor Kollisionen warnt und in Gefahrensituationen hilft, bestmöglich zu bremsen. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie zählen mit dem Spurhalteassistenten zu den beliebtesten Fahrerassistenzsystemen der deutschen Autofahrer. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter Neuwagenkäufern der Kampagne „bester beifahrer“ des DVR und seiner Partner.*

Die drei beliebtesten Fahrerassistenzsysteme

Platz 1: Parkassistent
63 Prozent aller Befragten geben an, einen Parkassistent in ihrem Neuwagen zu haben. Der Parkassistent hilft beim Finden der passenden Parklücke und schlägt, nachdem der Fahrer die vom Fahrzeug vorgeschlagene Parklücke bestätigt hat, selbstständig im richtigen Moment das Lenkrad ein und übernimmt das Einparken nahezu vollständig. Der Fahrer muss nur noch Gaspedal und Bremse betätigen.

Platz 2: Notbremsassistent
Über einen Notbremsassistenten verfügen 53 Prozent aller befragten Neuwagenkäufer. Er warnt den Fahrer vor Kollisionen und hilft in kritischen Situationen, bestmöglich zu bremsen. Der Notbremsassistent ist jederzeit aktiv und kann kritische Situationen erkennen. Er warnt den Fahrer frühzeitig, verschafft ihm wertvolle Zeit zum Reagieren und unterstützt in Gefahrensituationen beim richtigen Bremsen. Im Notfall bremst er eigenständig.

Platz 3: Spurhalteassistent
48 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Neuwagen mit einem Spurhalteassistenten ausgestattet ist. Der Spurhalteassistent hilft, in der Fahrspur zu bleiben und reduziert Unfallrisiken, die durch unvorsichtiges oder unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur entstehen.
Mehr als die Hälfte aller Befragten haben mindestens ein sicherheitsrelevantes FAS an Bord ihres Neuwagens. Holger Küster, Geschäftsführer Automobil-Club Verkehr (ACV) sieht darin einen wichtigen Schritt zur Unfallvermeidung: „Heute gibt es Notbremsassistenten in mehr als der Hälfte aller Neufahrzeuge. Das ist eine positive Entwicklung, zumal noch vor fünf Jahren nur 13 Prozent* der Befragten angaben, dass ihr Neufahrzeug mit einem Notbremsassistenten ausgestattet war. Mit Blick auf die Sicherheit sehen wir aber noch Luft nach oben. Vor dem Hintergrund empfehle ich auch Gebrauchtwagenkäufern, auf die Ausstattung mit einem Notbremsassistenten zu achten. Immerhin ist der Notbremsassistent das Fahrerassistenzsystem mit dem größten Unfallvermeidungspotential“.
In knapp zwei Jahren werden die neuen europäischen Regelungen gelten: Gemäß General Safety Regulation der EU müssen ab 2022 jedes neue Fahrzeugmodell und ab 2024 jeder neu zugelassene Pkw mit einem Paket an Fahrerassistenzsystemen, darunter der Notbremsassistent und der Spurhalteassistent, ausgestattet sein. Eines der beliebtesten Fahrerassistenzsysteme der Deutschen, der Parkassistent, wird dagegen weiterhin zur optionalen Ausstattung zählen.

Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen 2015 und heute
Abbildung: Ausstattung mit Fahrerassistenzsystemen nach Angabe der Befragten 2015 und heute im Vergleich; Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im August 2015 (n=983-995) und März 2020 (n = 936-983)

Je kleiner das Auto, desto weniger Fahrerassistenzsysteme

Die Ausstattung der Neufahrzeuge der Befragten mit sicherheitsrelevanten FAS hängt stark von der gewählten Fahrzeugklasse ab: Kleinwagen sind vergleichsweise selten mit FAS ausgestattet, Kompakt- und Mittelklasse-Wagen liegen in etwa im Durchschnitt, während Oberklasse-Fahrzeuge und SUVs überdurchschnittlich mit FAS ausgestattet sind. DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer appelliert an Hersteller und Käufer gleichermaßen: „Mit Blick auf die Kaufpreise werden Kleinwagen seltener mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet als hochpreisige Autos. Trotzdem wünsche ich mir, dass auch in kleinere und günstigere Autos Fahrerassistenzsysteme eingebaut und gekauft werden“.

Infografik FAS nach Fahrzeugklassen
Nach Angabe der Befragten hängt die Ausstattung der Neufahrzeuge mit FAS stark von der gewählten Fahrzeugklasse ab; Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020
n (gesamt) = 936-983, n (Kleinwagen) = 177-185, n (Kompaktwagen) = 145-153, n (Mittelklasse) = 293-309, n (Oberklasse) = 121-128, n (SUV) = 189-201

* Ende 2015 und Anfang 2020 haben der DVR und seine Partner im Rahmen der Kampagne „bester beifahrer“ 1.000 Neuwagenkäufer rund um Fahrerassistenzsysteme und deren Nutzung befragt. Teilgenommen haben Männer und Frauen ab 18 Jahren, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Neuwagen oder ein Auto mit Tageszulassung gekauft haben und an der Kaufentscheidung maßgeblich beteiligt waren. Die Verfügbarkeit folgender FAS wurde abgefragt: Notbremsassistent, Abstandsregler, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Parkassistent, Verkehrszeichenassistent, Müdigkeitswarner und Autobahnassistent (letzteres wurde nur 2020 abgefragt).


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Pressemeldung zur Umfrage unter Autokäufern 2020: „Was haben Parkassisstent und Notbremsassistent gemeinsam?“, *.docx (239 kb)

Pressemeldung zur Umfrage unter Autokäufern 2020: „Was haben Parkassisstent und Notbremsassistent gemeinsam?“, *.pdf (190 kb)

Autofahrer in Deutschland setzen auf Sicherheit

Im Vergleich zu 2015 setzen heute doppelt so viele Neuwagenkäufer auf Fahrerassistenzsysteme

Immer mehr Autokäufer in Deutschland erwerben nach eigener Angabe Fahrzeuge mit ausgewählten Fahrerassistenzsystemen (FAS). Seit 2015 hat sich die Anzahl der Käufer von Fahrzeugen mit ausgewählten FAS sogar verdoppelt – das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“* des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner.

Im Vergleich zu 2015 setzen heute doppelt so viele Neuwagenkäufer auf Fahrerassistenzsysteme

Immer mehr Autokäufer in Deutschland erwerben nach eigener Angabe Fahrzeuge mit ausgewählten Fahrerassistenzsystemen (FAS). Seit 2015 hat sich die Anzahl der Käufer von Fahrzeugen mit ausgewählten FAS sogar verdoppelt – das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“* des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner. Haben 2015 nur 40 Prozent aller Befragten ein Fahrzeug mit mindestens einem der ausgewählten FAS gekauft, liegt der Anteil 2020 bei 80 Prozent.

Der Großteil der Befragten setzt auf mehrere FAS

80 Prozent der Befragten gaben 2020 an, dass ihr kürzlich erworbenes Fahrzeug über mindestens eines der ausgewählten FAS verfügt. Die sicherheitsrelevanten Systeme sind damit in der Realität der Autofahrer angekommen. Die meisten Befragten (68 Prozent) verfügen sogar über zwei oder mehr dieser Assistenten.

Abbildung: Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im August 2015 und März 2020; n (Gesamt) = 1.000
Abbildung: Umfang der Ausstattung: 1-8 der ausgewählten FAS im Fahrzeug in Prozent; Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 1.000

Hohe Akzeptanz für FAS

Rund drei Viertel der Autofahrer, deren Fahrzeuge mit einem der ausgewählten FAS ausgestattet sind, geben an, diese konsequent zu nutzen. Bis zu 36 Prozent der Autofahrer deaktivieren einzelne Systeme jedoch gelegentlich oder schalten sie sogar dauerhaft aus bzw. machen keinen Gebrauch davon. Während der stetig informierende Verkehrszeichenassistent und der Notbremsassistent, der Unfälle verhindern bzw. deren Folgen deutlich vermindern kann, von 86 bzw. 85 Prozent der Befragten dauerhaft aktiviert bleiben, werden andere Systeme teilweise häufiger ausgeschaltet. 27 Prozent deaktivieren den Parkassistenten (18 Prozent gelegentlich, 9 Prozent sogar dauerhaft) und 31 Prozent den Spurhalteassistenten (24 Prozent gelegentlich, 7 Prozent dauerhaft). Als Gründe für das Ausschalten von Fahrerassistenzsystemen gaben sie störende Warnsignale oder das Empfinden, dass einzelne Systeme zu schnell oder auch zu langsam reagieren sowie Widerstände gegenüber FAS, an. Peter Rücker, Leiter der DEKRA Unfallforschung, appelliert: „Niemand sollte auf den Schutz durch seine Fahrerassistenzsysteme verzichten. Die immer stärkere Verbreitung verschiedenster Fahrerassistenzsysteme in aktuellen Fahrzeugen hilft nur dann, wenn alle, die sie nutzen können, es tun. Damit schützen sie sich und andere. Sie vermeiden Unfälle, mildern Unfallfolgen ab und retten im Extremfall Leben. Selbst wenn ein Unfall unvermeidbar ist: Es macht für die Beteiligten und ihre Familien einen großen Unterschied, ob sie dank FAS-Unterstützung mit leichten Prellungen davonkommen oder mit schwersten Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden“. Peter Schuler, Hauptgeschäftsführer der Kfz-Überwachungsorganisation KÜS, ergänzt: „Wir empfehlen immer dann, wenn man auf ein neues Auto umsteigt, sich intensiv mit diesem vertraut zu machen und auch die Systeme, deren Handhabung und Funktionsweise kennenzulernen. Denn jedes Auto reagiert anders. Bei diesen Tests sollte man sich natürlich nicht in Gefahrensituationen begeben und die einzelnen Systeme so richtig prüfen, aber viele kann man aktivieren und auf die eigenen Bedürfnisse einstellen: Auf einer Strecke kann der Abstandsregler im Mittelpunkt stehen und die Einstellungen können so angepasst werden, dass sie zum eigenen Fahrverhalten passen. So drosselt das Fahrzeug für das eigene Fahrgefühl weder zu früh, noch zu spät die Geschwindigkeit. Auf einer weiteren Strecke kann man sich mit der Lenkradführung des Spurhalteassistenten vertraut machen und genauer auf den Spurwechselassistenten achten: Wann warnt das System? Wie verhalte ich mich? Wenn man so nach und nach die Systeme angewendet hat, verunsichern zusätzliche Lampen und Töne während der Fahrt nicht, sondern sind wertvolle Helfer, die man nicht mehr missen möchte“.

Abbildung: Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614

Wie stark nutzen Sie die folgenden Fahrerassistenzsysteme?
(Filter: FAS vorhanden)

Abbildung: Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614

* Ende 2015 und Anfang 2020 haben der DVR und seine Partner im Rahmen der Kampagne „bester beifahrer“ jeweils 1.000 Neuwagenkäufer rund um Fahrerassistenzsysteme und deren Nutzung befragt. Teilgenommen haben Männer und Frauen ab 18 Jahren, die innerhalb der letzten drei Jahre einen Neuwagen oder ein Auto mit Tageszulassung gekauft haben und an der Kaufentscheidung maßgeblich beteiligt waren. Die Verfügbarkeit folgender FAS wurde abgefragt: Notbremsassistent, Abstandsregler, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Parkassistent, Verkehrszeichenassistent und Müdigkeitswarner. 2020 wurde zusätzlich die Verfügbarkeit des Autobahnassistenten abgefragt.

 


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Pressemeldung zur Umfrage unter Autokäufern 2020: „Autofahrer setzen auf Sicherheit“, *.docx (356 kb)

Pressemeldung zur Umfrage unter Autokäufern 2020: „Autofahrer setzen auf Sicherheit“, *.pdf (296 kb)

Haben 2015 nur 40 Prozent aller Befragten ein Fahrzeug mit mindestens einem der ausgewählten FAS gekauft, liegt der Anteil 2020 bei 80 Prozent. – Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im August 2015 und März 2020; n (Gesamt) = 1.000
80 Prozent der Befragten verfügen über mindestens 1 Fahrerassistenzsystem in ihrem neuen Fahrzeug – Umfang der Ausstattung: 1-8 der ausgewählten FAS im Fahrzeug in Prozent; Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 1.000
Rund drei Viertel der Befragten nutzen die vorhandenen Fahrerassistenzsysteme dauerhaft. – Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614
Wie stark nutzen Autofahrer vorhandene Fahrerassistenzsyteme? – Auszug aus den Umfrageergebnissen der Kampagne „bester beifahrer“ unter 1.000 Neuwagenkäufer/innen im März 2020; n (Gesamt) = 244-614

FAS und automatisiertes Fahren auf Autobahnen: Studie der Unfallforschung der Versicherer

Automatisiertes Fahren, die Zukunft der Mobilität, ist in aller Munde. Die Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) hat jetzt unter die Lupe genommen, welchen aktiven und passiven Sicherheitseffekte das automatisierte Fahren mit sich bringt. Dazu wurden Unfalldaten der Unfalldatenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDB) zu Autobahnunfällen mit Beteiligung von Pkw analysiert. Allerdings können mit dieser Methodik mögliche negative Effekte automatisierter Fahrfunktionen (Verhalten im Mischverkehr, Übernahme der Fahrfunktionen in kritischen Situationen) nicht ermittelt werden. Das bedeutet, dass die errechneten Potenziale Obergrenze darstellen und nur für einwandfrei funktionierende Systeme gelten.

Automatisiertes Fahren, die Zukunft der Mobilität, ist in aller Munde. Die Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) hat jetzt unter die Lupe genommen, welchen aktiven und passiven Sicherheitseffekte das automatisierte Fahren mit sich bringt. Dazu wurden Unfalldaten der Unfalldatenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDB) zu Autobahnunfällen mit Beteiligung von Pkw analysiert. Allerdings können mit dieser Methodik mögliche negative Effekte automatisierter Fahrfunktionen (Verhalten im Mischverkehr, Übernahme der Fahrfunktionen in kritischen Situationen) nicht ermittelt werden. Das bedeutet, dass die errechneten Potenziale Obergrenze darstellen und nur für einwandfrei funktionierende Systeme gelten.

Das Ergebnis in Kürze: Bereits die heutigen Fahrerassistenzsysteme Notbremsassistent, Abstandsregler, Spurwechselassistent und Totwinkelassistent der Stufe 1 haben das Potenzial, 21 % der Pkw-Unfälle auf Autobahnen zu vermeiden. Bei den Fahrerassistenzsystemen ist der Fahrer voll verantwortlich für die Fahraufgabe. Für Fahrzeuge mit einer automatisierten Fahrfunktion der Stufe 3 erhöht sich das Potential nur um geschätzte 5 %. Bei diesen Systemen übernimmt das Fahrzeug ab Aktivierung durch den Fahrer das Lenken und Bremsen. Der Fahrer muss jederzeit mit einer Übernahmeaufforderung durch das Fahrzeug rechnen. Wenn Autos im automatisierten Modus der Stufe 4 fahren, ist ein weiterer Sicherheitsgewinn von 18 % zu erwarten. Hier ist ab Aktivierung der Fahrfunktion nur noch das Fahrzeug für die Fahraufgabe verantwortlich. Das heißt, dass Fahrzeuge im automatisierten Fahrmodus der Stufe 4 auf Autobahnen im Verhältnis zu Fahrzeugen ohne Fahrerassistenzsysteme ein Unfallvermeidungspotential von 44 % haben. Das ist darauf zurückzuführen, dass ideale fehlerfrei funktionierende automatisierte Systeme all diejenigen Situationen erkennen und verarbeiten können, die am häufigsten auf Autobahnen zu Unfällen führen.

Fahrerassistenzsysteme unterstützen – der Fahrer bleibt verantwortlich

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind eine hilfreiche Unterstützung für Autofahrer – die Verantwortung für das Verkehrsgeschehen verbleibt jedoch immer beim Fahrer. Ein Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg bestätigt die Auffassung, dass der Fahrer allein für das Verkehrsgeschehen verantwortlich ist und sich nicht auf ein vorhandenes FAS berufen darf:

Der Fahrer hatte auf der Autobahn einen Abstand von nur 14 Metern zum Vordermann bei einer Geschwindigkeit von 132 km/h eingehalten. Ein Amtsgericht verurteilte den Fahrer daraufhin zu einer Geldbuße und einem einmonatigen Fahrverbot. Der Betroffene legte eine Beschwerde ein, da sein Auto über einen Abstandsregler verfüge, der die Einhaltung des Mindestabstands zum Vordermann sicherstelle. Darauf habe der Fahrer vertraut und nicht bemerkt, dass der Abstandsregler kurzzeitig deaktiviert war, so dass lediglich ein Augenblicksversagen vorgelegen habe.

Das OLG kommt zu dem Schluss, dass der Fahrer die Pflicht hat, die Situation mit eigenen Augen zu beobachten und entsprechend zu reagieren.
(OLG Bamberg, 06.11.2018, Az.: 3 Ss OWi 1480/18)

Bildnachweis: Wellnhofer Designs/Adobe Stock

Forschungsprojekt rund um FAS zur Sicherheit von Motorradfahrern

Das französische Test- und Forschungszentrums für Mobilität UTAC CERAM hat gemeinsam mit Verkehrsforschungsinstituten aus Europa, unter anderem auch der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Fahrzeugherstellern und Zulieferern im Rahmen des Forschungsprojekts MUSE Anforderungen an Fahrerassistenzsysteme in Autos entwickelt, um die Straßen für Kraftradfahrer sicherer zu machen. Denn obwohl es vergleichsweise wenig Motorräder gibt – in Deutschland beispielsweise kommen 4,4 Millionen angemeldete Motorräder auf knapp 65 Millionen Pkw -, stellen Kraftradfahrer rund ein Viertel aller Verkehrstoten in Deutschland.

Im Rahmen von MUSE wurden daher typische Unfallszenarien in verschiedenen Tests identifiziert und standardisiert, um daraus Testverfahren zur Bewertung von FAS abzuleiten. Diese Tests sollen schon in drei Jahren fester Bestandteil der EuroNCAP-Tests werden und Verbrauchern damit wichtige Informationen über die Sicherheit von Neufahrzeugen liefern.

Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

Allzeit bereit: Notbremsassistent, Abstandsregler & Co. Wie senken Fahrerassistenzsysteme das Unfallrisiko?

Welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner: Donnerstag, 08. November 2018, 10:00 – 15:00 Uhr unter der kostenfreien Rufnummer: 0800 – 0 60 4000.

Es geht alles blitzschnell: Im Stadtverkehr zieht ein Auto von links in die Lücke vor Ihnen und muss sofort stark bremsen. Noch bevor Sie selbst realisieren, was passiert, hat der Notbremsassistent Ihres Autos die Situation erkannt. Er warnt vor der drohenden Kollision und unterstützt Sie beim Bremsen mit mehr Bremskraft. Falls Sie nicht reagieren, bremst er sogar selbsttätig – und Sie können aufatmen. Britische Autoversicherer stellten unlängst fest, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen gab als für vergleichbare Modelle . Der Grund: Die Fahrzeuge verfügen über einen City-Notbremsassistenten. Mittlerweile überwacht eine ganze Mannschaft digitaler Beifahrer die Fahrsicherheit – von der einfachen Einparkhilfe bis zur Rundumüberwachung beim Abstandsregler oder Spurwechselassistenten. Doch welche Assistenzsysteme sind individuell sinnvoll? Wie nutze ich sie richtig? Was unterscheidet passive von aktiven Systemen? Und wo liegen die Grenzen der digitalen Helfer im Auto? Antworten gibt es am Lesertelefon der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner.

Donnerstag, 08. November 2018
10:00 – 15:00 Uhr

Kostenfreie Rufnummer:
0800 – 0 60 4000

Parken, Überholen, Bremsen – für jede Situation den passenden Assistenten

Mit dem ABS – dem Antiblockiersystem – begann Ende der 1970er Jahre die Ära der Fahrerassistenzsysteme. Heute verlässt kaum noch ein Neuwagen das Werk ohne Einparkhilfe, Tempomat, Notbremsassistent, Berganfahrhilfe oder Traktionskontrolle. So unterschiedlich die Systeme auch sein mögen, sie verfolgen alle ein und dasselbe Ziel: das Unfallrisiko „Menschliches Versagen“ möglichst auszuschalten oder zu minimieren. Über 90 Prozent der Verkehrsunfälle sind nach Meinung vieler Experten auf Fehler der Fahrerinnen und Fahrer zurückzuführen. Die Assistenzsysteme verhindern viele Fahrfehler und ihre Folgen, indem sie den Fahrer entlasten und unterstützen oder indem sie aktiv zum Beispiel eine Bremsung einleiten oder die Spur korrigieren. Wie hoch das Potenzial der Systeme für die Verkehrssicherheit ist, zeigen Untersuchungen von Unfallforschern: Die Zahl der schweren Unfälle ließe sich um die Hälfte senken, die der Unfälle beim Spurwechsel um ein Viertel und Auffahrunfälle ließen sich um 43 Prozent reduzieren.

Welcher Assistent für welchen Zweck?

Während die meisten Autofahrer mit Begriffen wie ABS, ESP und Traktionskontrolle noch etwas anfangen können, klingen die Namen neuer Assistenzsysteme in den Prospekten der Autohersteller fast wie Science fiction. Wer weiß schon, was sich hinter Active Distance Support verbirgt? Was könnte eine Adaptive Hell-Dunkel-Grenze sein? Und welchen Nutzen hat eine Rain Brake Control? Die lange Liste der digitalen Helfer lässt manchen Autokäufer ratlos zurück. Dabei sollte vor einem Neuwagenkauf die Frage nach den Nutzungsgewohnheiten im Vordergrund stehen. Wer zum Beispiel häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, profitiert von anderen Assistenzsystemen als Berufspendler im Stop and Go-Verkehr in der Innenstadt. Der Grund liegt auf der Hand: Auf der Autobahn geht es eher um sichere Spurwechsel oder das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dabei helfen Spurhalte- und Spurwechselassistenten oder eine automatische Verkehrszeichenerkennung. In der Stadt hingegen stehen Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Einparken, Abstand halten und Bremsen im Vordergrund.

Aktive Helfer oder aufmerksame Beobachter?

Die zunehmende Anzahl der Assistenzsysteme und die Entlastung, die sie dem Fahrer bieten, kann manche Fahrer dazu verleiten, sich zu sehr auf die digitalen Helfer zu verlassen. Möglicherweise spielt in diesem Zusammenhang auch die Diskussion um das automatisierte Fahren eine Rolle, doch Tatsache ist: Die Verantwortung für ein sicheres Fahrverhalten liegt einzig und allein beim Fahrer selbst. So wird der Spurhalteassistent beispielsweise häufig als Autopilot missverstanden. Doch auch er warnt nur beim Verlassen der Fahrspur und kann je nach Ausstattung des Systems korrigieren, doch er nimmt dem Fahrer nicht „das Lenkrad aus der Hand“, damit der sich anderen Dingen zuwenden kann. Die Assistenzsysteme können nur unterstützen: Ein Tempomat oder ein Abstandsregler hält die Geschwindigkeit selbstständig oder passt sie aktiv an – der Fahrer wird dadurch entlastet. Spurhalte- oder Spurwechselassistent überwachen das Umfeld des Fahrzeugs und warnen den Fahrer vor kritischen Situationen.

Expertentipps für den Durchblick bei digitalen Helfern im Auto

Welche Fahrerassistenzsysteme sind für mein Fahr- und Nutzungsverhalten die richtigen? Was muss ich bei den einzelnen Systemen beachten? Wie unterstützen Assistenzsysteme, wenn man abgelenkt wird? Oder sorgen die Systeme selbst für Ablenkung und Überforderung? Wie kann ich „testen“, wie sich ein Assistenzsystem verhält, damit ich darauf vorbereitet bin?

Antworten gibt es bei den Experten der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) und seiner Partner am Lesertelefon.

Die Experten:

  • Gerrit Reichel; Pressesprecher beim ACV – Automobil-Club Verkehr
  • Walter Niewöhner; Unfallforscher bei der DEKRA Automobil GmbH
  • Dr. Stefan Benz; Senior Expert für automobile Sicherheitssysteme, Fahrerassistenzsysteme und für Automatisiertes Fahren, Robert Bosch GmbH
  • Dipl.-Oec. Welf Stankowitz; Referatsleiter Fahrzeugtechnik beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR)

Autokauf – vier Fragen die gestellt werden müssen

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

Wer sich für Fahrassistenzsysteme entscheidet, entscheidet sich für Sicherheit

Wer ein neues Auto kaufen will, stellt sich viele Fragen: Welche Marke soll es sein? Wie viel PS soll der Motor haben? Welche Farbe soll es haben? – Diese Liste lässt sich beliebig fortführen. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) empfiehlt, auch das Thema Fahrerassistenzsysteme (FAS) beim Autokauf zu beachten: „Das Wichtigste am Auto ist doch die Sicherheit. Es gibt heute hervorragende Technik, die tagtäglich dafür sorgt, dass Autofahrer sicherer unterwegs sind. Fahrerassistenzsysteme wie der Notbremsassistent greifen in gefährlichen Situationen ein, um einen Unfall zu verhindern oder dessen Folgen zumindest abzumildern.“

4 Fragen, die man sich beim Autokauf unbedingt stellen sollte:

Frage 1: Welche Fahrerassistenzsysteme gibt es eigentlich?
Die Autohersteller bieten verschiedenste Sicherheitspakete mit zahlreichen Funktionen an. Auf www.bester-beifahrer.de werden die wichtigsten Fahrerassistenzsysteme im Detail vorgestellt:

  • Der vorausschauende Notbremsassistent warnt Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen.
  • Der Abstandsregler passt die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss an und sorgt für stressfreies Fahren.
  • Der Spurwechselassistent unterstützt Autofahrer beim Spurwechsel. Er warnt vor schnell herannahenden und sich im toten Winkel befindlichen Fahrzeugen.
  • Der Spurhalteassistent hilft, in der Fahrspur zu bleiben.
  • Der Parkassistent hilft beim Finden der passenden Parklücke und schlägt im richtigen Moment das Lenkrad ein.
  • Der Lichtassistent leuchtet die Straße perfekt aus ohne Andere zu blenden.
  • Der Verkehrszeichenassistent erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und andere Verkehrszeicheninhalte.
  • Der Müdigkeitswarner zeigt an, wann eine Pause nötig ist.
  • Der Nachtsichtassistent erkennt Gefahren und hilft so, Kollisionen zu vermeiden.

Frage 2: Welches ist das richtige Fahrzeugmodell für mich?
Wer weiß, über welche FAS der neue Wagen verfügen sollte, der kann in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de schnell herausfinden, welche Fahrzeuge den gewünschten Kriterien auch in punkto Sicherheit entsprechen.

Frage 3: Was genau leisten die FAS in meinem Wunschfahrzeug?
Notbremsassistent ist nicht gleich Notbremsassistent: Je nach Hersteller leisten Notbremsassistenten ganz Unterschiedliches. Der eine greift in Gefahrensituationen bei hohen Geschwindigkeiten, zum Beispiel auf Landstraße und Autobahn ein, der andere ist für den Stadtverkehr entwickelt und erkennt sogar Fußgänger und Fahrradfahrer, der nächste ist mit einer speziellen Technik kombiniert, die das Fahrzeug in Sekundenschnelle auf nicht mehr zu verhindernde Kollisionen vorbereitet; dabei werden beispielsweise die Gurte gestrafft und die Kopfstützen in eine Position gebracht, die die Insassen optimal schützen. – Was hier für den Notbremsassistenten beschrieben wird, gilt letztlich für alle FAS, sie unterstützen im Hintergrund oder greifen in gefährlichen Situationen ein. Deshalb sollte man immer das Verkaufspersonal fragen, welche Sicherheitspakete es gibt und was genau die Systeme leisten.

Frage 4: Kann ich bei einer Probefahrt Fahrerassistenzsysteme testen?
Die Antwort lautet: „Jein“. Hervorragend testen lassen sich beispielsweise der Parkassistent und der Verkehrszeichenassistent. Für den Lichtassistenten, den Nachtsichtassistenten oder den Müdigkeitswarner müsste man schon bei Dunkelheit bzw. eine längere Strecke fahren, was meist im Rahmen einer Probefahrt nicht möglich ist. Bei anderen Systemen ist es wiederum wichtig, sich klar zu machen, dass diese sich zwar „antesten“ lassen, sie aber nicht als aktive Unterstützung des Fahrers gedacht sind, sondern den Fahrer bei seiner Fahraufgabe unterstützen und in brenzligen Situationen aktiv eingreifen. Dazu zählen der Abstandsregler, der Spurwechselassistent und der Spurhalteassistent. Verdeutlicht am Beispiel des Spurhalteassistenten bedeutet das: Wird die Fahrspur verlassen, lenken moderne Systeme gegen und helfen, in der Spur zu bleiben – das ist aber nicht zu verwechseln mit autonomem Fahren, bei dem das System das Fahrzeug aktiv in der Spur hält und der Fahrer sich auf andere Dinge konzentrieren kann. Gar nicht auf die Probe stellen sollte man den Notbremsassistenten – dieser ist wie ein Airbag einzig für Gefahrensituationen konzipiert und greift dann ins Geschehen ein.

 


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45 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten: Positive Bilanz für den Notbremsassistenten

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung.

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung. Mit diesem City-Notbremsassistenten können Unfälle bis 25 km/h nahezu vollkommen vermieden und Kollisionen bis 40 km/h im innerstädtischen Bereich deutlich abgemildert werden.

Unfälle im innerstädtischen Verkehr signifikant reduzieren

Auffahrunfälle an Kreuzungen, Kreisverkehren und in Start-Stopp-Situationen wie an Ampeln, Stoppschildern oder in der klassischen Rechts-vor-Links-Situation, können mit Hilfe von Notbremsassistenten in Fahrzeugen deutlich in ihrer Anzahl und Schwere reduziert werden. Laut Bosch waren 2016 schon 38 Prozent aller neu zugelassenen Autos mit einem Notbremsassistenten ausgestattet. Das sind deutlich weniger, als theoretisch möglich wäre: Die Auswertung der Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ unter www.bester-beifahrer.de zeigt, dass bis zu 61 Prozent aller neuen Pkw-Modelle abhängig vom gewählten Ausstattungspaket heute bereits mit Notbremsassistent zu haben sind. Autofahrer sollten beim Kauf aktiv überprüfen, ob es einen Notbremsassistenten für das gewünschte Modell gibt und das Fahrzeug mit dem entsprechenden Ausstattungspaket erwerben, um Unfälle zu vermeiden und vor allem die eigene Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Jede Sekunde aufmerksam: der Notbremsassistent

Der Notbremsassistent warnt den Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen. Dabei ist das System jederzeit aktiv und kann kritische Situationen, in denen ein Auffahrunfall droht, erkennen. Der Fahrer wird entsprechend frühzeitig gewarnt, so dass er wertvolle Zeit zum Reagieren gewinnt; zudem unterstützt das System beim richtigen Bremsen. Sobald der Notbremsassistent eine kritische Annäherung erkennt, berechnet er, wie stark abgebremst werden muss und passt den Bremsdruck an. Bremst der Fahrer nicht, löst der Notbremsassistent selbstständig eine Vollbremsung aus. Selbst wenn es zum Auffahrunfall kommt, kann so zumindest die Stärke des Aufpralls verringert und somit das Verletzungsrisiko für die Insassen reduziert werden.
Die funktionale Ausprägung von Notbremsassistenten kann unterschiedlich sein. So gibt es Systeme, die für die Geschwindigkeit im Stadtverkehr optimiert sind. Neuere Notbremsassistenten reagieren auch auf Fußgänger oder Radfahrer, einige Systeme erkennen auch herannahende kreuzende Fahrzeuge. Ziel ist stets, Kollisionen zu vermeiden oder abzuschwächen und das Verletzungsrisiko deutlich zu reduzieren.
Der DVR unterstützt daher die Pläne der Europäischen Kommission, im Rahmen der „General Safety Regulation“ Notbrems-Assistenzsysteme zukünftig verpflichtend auch für Neufahrzeuge (Pkw) in der Europäischen Union vorzuschreiben und fordert, dass Notbremsassistenzsysteme auch bei höheren Geschwindigkeiten wirken müssen. Der Geschwindigkeitsabbau müsse dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden.

(1) Daten basieren auf der Äquivalenz von 7.000 Fahrzeugen in einem Versicherungsjahr
(2) https://www.thatcham.org/news-and-events/news-and-press-releases-reader/items/golf-drives-down-personal-injury

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Zahl der Verkehrstoten sinkt leicht

Fahrerassistenzsysteme können viele schwere Unfälle abmildern

Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2016 insgesamt 3.214 Menschen bei Verkehrsunfällen (1). Zwar ging die Zahl der Verkehrstoten gegenüber 2015 um 7,1 Prozent zurück, trotzdem zählen Verkehrsunfälle zu den häufigsten Unfallarten mit Todesfolge. Auch im Februar 2017 kamen 190 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, exakt so viele wie im Vorjahresmonat. Die Zahl der Schwerverletzten sank im selben Zeitraum um immerhin 3,5 Prozent auf 23.400 (2). An der Haltung zu Fahrerassistenzsystemen (FAS) ändert dies nichts: Immer noch halten gut zwei Drittel der Neuwagenkäufer sie nicht für notwendig: Sie gaben bei einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner an, gar keins oder maximal eins dieser Systeme in ihrem Neuwagen zu haben und zu nutzen (3).

Trotz Skepsis: Fahrerassistenzsysteme verringern das Unfallrisiko

Auch wenn noch lange nicht alle Autofahrer FAS nutzen: Diese Systeme erhöhen die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrates gehen davon aus, dass eine größere Verbreitung von FAS die Unfallfolgen etwa der Hälfte der Verkehrsunfälle verringern kann. Die Aufklärungsarbeit über die Funktionsweise der FAS wird somit zu einem wichtigen Baustein der „Vision Zero“: So wird die Strategie genannt, nach der die Verkehrswelt so gestaltet werden muss, dass es keine Toten und Schwerstverletzten im Straßenverkehr mehr gibt.

Die breite Akzeptanz fehlt noch

FAS sind für fast alle Neuwagenmodelle verfügbar, leider fehlt es noch an der breiten Akzeptanz. Neben der Skepsis gegenüber der Sicherheit und Zuverlässigkeit der neuen Technologien ist es vor allem die Befürchtung, in der eigenen Freiheit und Autonomie als Autofahrer eingeschränkt zu werden, die viele von der Anschaffung und Nutzung abhält. Lediglich das Parkassistenzsystem wird von den meisten Autofahrern gut angenommen: Es handelt sich um das mit Abstand meistgenutzte System. Dabei ist es ein reines Komfort-Feature und vermag zwar kleinere Schäden zu vermeiden, lebensgefährliche Unfallsituationen verhindert dieses System jedoch in der Regel nicht. Notbremsassistenten, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten sowie Abstandsregler könnten einen Großteil der im Straßenverkehr auftretenden Gefahrensituationen entschärfen und durch mangelnde Konzentration oder Unachtsamkeit verursachte Unfälle vermeiden, aber gerade von diesen FAS fühlen sich Autofahrer „bevormundet“. Misstrauen, Angst vor Kontrollverlust oder der Hinweis, dass es „früher“ ja auch ohne ging, werden gegen die Technologien am häufigsten ins Feld geführt (4). Welche Vorteile die Systeme tatsächlich bieten und wie sie funktionieren, erfahren Autofahrer auf www.bester-beifahrer.de – beim Lesen wird schnell klar, dass die Systeme nicht bevormunden, sondern die Fahrer unterstützen und für ein Sicherheitsplus sorgen. Sandra Demuth vom DVR empfiehlt, diese Möglichkeit zu nutzen und plädiert für größere Offenheit: „Fahrerassistenzsysteme bieten auch dem routiniertesten Fahrer zusätzliche Sicherheit und Unterstützung, nicht nur in alltäglichen Situationen wie einem Spurwechsel, sondern auch in Gefahrsituationen. Im Ernstfall können sie Leben retten.“

(1) Statistisches Bundesamt
(2) Statistisches Bundesamt
(3) Fahrerassistenzsysteme in Deutschland 2015, Ergebnisbericht 02. Oktober 2015. Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“: durchführendes Institut: (r)evolution GmbH mit Sitz in Bonn.
(4) Ebd.

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Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen

Ein Großteil der Neuwagenkäufer findet Fahrerassistenzsysteme (FAS) attraktiv, trotzdem ist nicht einmal die Hälfte der Neufahrzeuge mit mindestens einem Fahrerassistenzsystem ausgestattet. Als Grund für den Verzicht auf Fahrerassistenzsysteme nennen Autofahrer meist die mangelnde Verfügbarkeit1. Die Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner wollte wissen, wie es tatsächlich um die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen steht. Dazu nahm sie die in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de gelisteten Fahrzeuge unter die Lupe. Das Ergebnis in Kürze: Die meisten Neuwagen können optional mit Fahrerassistenzsystemen ausgestattet werden, auch Klein- und Kompaktwagen.

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen in Prozent
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Notbremsassistent: für viele Fahrzeuge verfügbar

Der Notbremsassistent ist das Fahrerassistenzsystem, das für die meisten Fahrzeuge verfügbar ist: 61 Prozent der Neuwagen können mit diesem System erworben werden. Allerdings gilt schon lange nicht mehr, dass er nur in Oberklassefahrzeugen eingebaut wird. Bei immerhin 64 Prozent der Mittelklassewagen und 47 Prozent der Klein- und Kompaktwagen besteht die Möglichkeit, ein Auto mit Notbremsassistent zu kaufen. Spurhalte- und Lichtassistent sind für insgesamt 55 Prozent der Neufahrzeuge verfügbar, dicht gefolgt vom Abstandsregler (51 Prozent). Darauf folgen der Parkassistent und der Spurwechselassistent mit jeweils 49 Prozent.

Sicherheit meist Zusatzausstattung

Der DVR empfiehlt, Pkw und leichte Nutzfahrzeuge zukünftig verpflichtend mit Notbremsassistenzsystemen auszustatten. Dabei sollen zunächst die Grundfunktionen mit der Erkennung von vorausfahrenden bzw. stehenden Fahrzeugen, später auch die erweiterten Funktionen von Notbremsassistenzsystemen, durch die z. B. auch Rad Fahrende erkannt werden, umgesetzt werden. Der Geschwindigkeitsabbau muss dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden. Momentan gehören Fahrerassistenzsysteme nur in 16 Prozent der Fahrzeugmodelle, für die sie überhaupt verfügbar sind, zur Standardausstattung. Bei 84 Prozent der Neuwagen, die mit FAS erhältlich sind, müssen Autokäufer sich bewusst für die Sicherheitspakete, die die gewünschten Systeme enthalten, entscheiden und damit einen Aufpreis zahlen.
Ausnahme: Der Müdigkeitswarner ist in knapp der Hälfte der Fahrzeuge, die mit diesem System angeboten werden, serienmäßig verbaut. Bei immerhin 31 Prozent aller Fahrzeuge mit Notbremsassistent gehört dieser auch zur Serienausstattung.
DVR-Geschäftsführerin Ute Hammer: „Verfügbare Systeme sollten genutzt werden. Wir schätzen, dass moderne Notbremsassistenzsysteme bei flächendeckender Ausstattung je nach Funktionsumfang 20 bis 40 Prozent der Unfälle zwischen Pkw mit Personenschaden positiv beeinflussen oder gar verhindern können.“

Klein- und Kompaktwagen schließen auf

Die landläufige Meinung, dass Fahrerassistenzsysteme nur für Oberklassewagen verfügbar sind, konnte mit der Auswertung der Datenbank widerlegt werden: Zwar haben die Fahrzeuge der Oberklasse die Nase in Sachen Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen ganz klar vorn, aber die Fahrzeuge der Mittelklasse und auch die Klein- und Kompaktwagen schließen auf. Beim Parkassistenten liegt die Verfügbarkeit zwischen den verschiedenen Klassen sogar nahezu gleichauf: 51 Prozent der Oberklassewagen können mit einem Parkassistenten ausgestattet werden, bei den Mittelklassewagen sind es sogar 54 Prozent und bei den Klein- und Kompaktwagen noch 40 Prozent.

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen nach Fahrzeugsegmenten
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn

Die Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“

Die Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ informiert Autofahrer seit 2006 über die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Pkw. Aktuell sind knapp 600 Fahrzeugmodelle erfasst, davon 444 Modelle, die aktuell in Deutschland als Neuwagen vertrieben werden; diese 444 Fahrzeugmodelle wurden in die Kategorien Klein- und Kompaktklasse, Mittelklasse (inkl. Vans und SUVs) und Oberklasse (inkl. Sportwagen) eingeteilt und auf die Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen untersucht. Der Datenbestand wird halbjährlich auf Basis der auf den Hersteller-Websites bereitgestellten Daten aktualisiert, die Hersteller erhalten zudem die Möglichkeit zur Prüfung und bei Bedarf zur Aktualisierung.


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Pressemeldung „Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen“, *.docx (508 kb)

Pressemeldung „Immer mehr Fahrzeuge mit Fahrerassistenzsystemen erhältlich – auch Klein- und Kompaktwagen“, *.pdf (402 kb)

Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen in Neuwagen in Prozent
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn
Diagramm: Verfügbarkeit von Fahrerassistenzsystemen nach Fahrzeugsegmenten
(Basis: 444 in der Datenbank unter www.bester-beifahrer.de erfasste aktuelle Pkw-Modelle)
Bildnachweis: Deutscher Verkehrssicherheitsrat, Bonn