FAS und automatisiertes Fahren auf Autobahnen: Studie der Unfallforschung der Versicherer

Automatisiertes Fahren, die Zukunft der Mobilität, ist in aller Munde. Die Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) hat jetzt unter die Lupe genommen, welchen aktiven und passiven Sicherheitseffekte das automatisierte Fahren mit sich bringt. Dazu wurden Unfalldaten der Unfalldatenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDB) zu Autobahnunfällen mit Beteiligung von Pkw analysiert. Allerdings können mit dieser Methodik mögliche negative Effekte automatisierter Fahrfunktionen (Verhalten im Mischverkehr, Übernahme der Fahrfunktionen in kritischen Situationen) nicht ermittelt werden. Das bedeutet, dass die errechneten Potenziale Obergrenze darstellen und nur für einwandfrei funktionierende Systeme gelten.

Automatisiertes Fahren, die Zukunft der Mobilität, ist in aller Munde. Die Unfallforschung der Deutschen Versicherer (UDV) hat jetzt unter die Lupe genommen, welchen aktiven und passiven Sicherheitseffekte das automatisierte Fahren mit sich bringt. Dazu wurden Unfalldaten der Unfalldatenbank der Unfallforschung der Versicherer (UDB) zu Autobahnunfällen mit Beteiligung von Pkw analysiert. Allerdings können mit dieser Methodik mögliche negative Effekte automatisierter Fahrfunktionen (Verhalten im Mischverkehr, Übernahme der Fahrfunktionen in kritischen Situationen) nicht ermittelt werden. Das bedeutet, dass die errechneten Potenziale Obergrenze darstellen und nur für einwandfrei funktionierende Systeme gelten.

Das Ergebnis in Kürze: Bereits die heutigen Fahrerassistenzsysteme Notbremsassistent, Abstandsregler, Spurwechselassistent und Totwinkelassistent der Stufe 1 haben das Potenzial, 21 % der Pkw-Unfälle auf Autobahnen zu vermeiden. Bei den Fahrerassistenzsystemen ist der Fahrer voll verantwortlich für die Fahraufgabe. Für Fahrzeuge mit einer automatisierten Fahrfunktion der Stufe 3 erhöht sich das Potential nur um geschätzte 5 %. Bei diesen Systemen übernimmt das Fahrzeug ab Aktivierung durch den Fahrer das Lenken und Bremsen. Der Fahrer muss jederzeit mit einer Übernahmeaufforderung durch das Fahrzeug rechnen. Wenn Autos im automatisierten Modus der Stufe 4 fahren, ist ein weiterer Sicherheitsgewinn von 18 % zu erwarten. Hier ist ab Aktivierung der Fahrfunktion nur noch das Fahrzeug für die Fahraufgabe verantwortlich. Das heißt, dass Fahrzeuge im automatisierten Fahrmodus der Stufe 4 auf Autobahnen im Verhältnis zu Fahrzeugen ohne Fahrerassistenzsysteme ein Unfallvermeidungspotential von 44 % haben. Das ist darauf zurückzuführen, dass ideale fehlerfrei funktionierende automatisierte Systeme all diejenigen Situationen erkennen und verarbeiten können, die am häufigsten auf Autobahnen zu Unfällen führen.

Lichtsysteme und Notbremsassistent sind für ältere Autofahrer von besonderem Nutzen

Mit fortschreitendem Alter können gesundheitsbedingte Einschränkungen die Fahrfitness beeinträchtigen. Um Klarheit über den eigenen Gesundheitszustand zu erhalten und auch gegensteuern zu können, ist ein regelmäßiger freiwilliger Gesundheitscheck beim Hausarzt sinnvoll. Moderne Fahrerassistenzsysteme (FAS) können bei Fahraufgaben unterstützen und tragen dazu bei, die individuelle Mobilität nicht nur älterer Menschen sicherer zu gestalten. Die „Aktion Schulterblick“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) hilft bei der Orientierung: Besonders empfehlenswert sind der Lichtassistent und der Notbremsassistent.

Regelmäßige Augenuntersuchungen helfen Krankheiten auszuschließen

Viele ältere Autofahrer fühlen sich im Dunkeln unsicher. Die Pupille verliert im Laufe der Jahre zunehmend ihre Fähigkeit, sich weit zu öffnen. Dadurch fällt weniger Licht auf die Netzhaut. Außerdem ist das Augeninnere nicht mehr so klar und durchsichtig wie in jungen Jahren, Einlagerungen in Linse und Glaskörper streuen das Licht, dies führt zu einer größeren Blendwirkung. Deshalb ist eine regelmäßige Augenuntersuchung wichtig, um Krankheiten auszuschließen. Zudem ist besseres Licht hilfreich. Dabei sind die unterschiedlichen Funktionen der Lichtassistenten von hohem Nutzen: Das „Kurven- und Abbiegelicht“ schwenkt das Abblendlicht je nach Kurvenradius und bietet somit eine optimale Kurvenausleuchtung.

Fernlichtassistenzsysteme unterstützen beim Fahren im Dunkeln

Beim „adaptiven Fernlichtassistenten“ wird automatisch zwischen Fernlicht und Abblendlicht umgeschaltet. Das Abblendlicht passt sich dabei in seiner Leuchtweite dem entgegenkommenden Verkehr an. Noch besser ist das „blendfreie Fernlicht“. Das Fahrzeug leuchtet ständig mit Fernlicht. Die Scheinwerfer nehmen jedoch blendungsgefährdete Verkehrsteilnehmer aus der Fernlichtverteilung automatisch aus. Es entsteht ein abgedunkelter „Lichttunnel“, der dem erkannten Fahrzeug dynamisch folgt und in der Ausdehnung variabel ist.

45 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten: Positive Bilanz für den Notbremsassistenten

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung.

Britische Autoversicherer staunten nicht schlecht, als sie bemerkten, dass es für einen Mittelklassewagen 45 Prozent weniger Personenschadensmeldungen(1) gab als für vergleichbare Modelle.(2) Entsprechend gaben sie dazu eine Untersuchung bei ihrem zentralen Forschungszentrum, Thatcham Research, in Auftrag. Das Ergebnis: Der im Fahrzeugmodell verbaute Notbremsassistent mit Fußgängererkennung ist der Grund für diese positive Entwicklung. Mit diesem City-Notbremsassistenten können Unfälle bis 25 km/h nahezu vollkommen vermieden und Kollisionen bis 40 km/h im innerstädtischen Bereich deutlich abgemildert werden.

Unfälle im innerstädtischen Verkehr signifikant reduzieren

Auffahrunfälle an Kreuzungen, Kreisverkehren und in Start-Stopp-Situationen wie an Ampeln, Stoppschildern oder in der klassischen Rechts-vor-Links-Situation, können mit Hilfe von Notbremsassistenten in Fahrzeugen deutlich in ihrer Anzahl und Schwere reduziert werden. Laut Bosch waren 2016 schon 38 Prozent aller neu zugelassenen Autos mit einem Notbremsassistenten ausgestattet. Das sind deutlich weniger, als theoretisch möglich wäre: Die Auswertung der Datenbank der Kampagne „bester beifahrer“ unter www.bester-beifahrer.de zeigt, dass bis zu 61 Prozent aller neuen Pkw-Modelle abhängig vom gewählten Ausstattungspaket heute bereits mit Notbremsassistent zu haben sind. Autofahrer sollten beim Kauf aktiv überprüfen, ob es einen Notbremsassistenten für das gewünschte Modell gibt und das Fahrzeug mit dem entsprechenden Ausstattungspaket erwerben, um Unfälle zu vermeiden und vor allem die eigene Gesundheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Jede Sekunde aufmerksam: der Notbremsassistent

Der Notbremsassistent warnt den Autofahrer vor Kollisionen und hilft, bestmöglich zu bremsen. Dabei ist das System jederzeit aktiv und kann kritische Situationen, in denen ein Auffahrunfall droht, erkennen. Der Fahrer wird entsprechend frühzeitig gewarnt, so dass er wertvolle Zeit zum Reagieren gewinnt; zudem unterstützt das System beim richtigen Bremsen. Sobald der Notbremsassistent eine kritische Annäherung erkennt, berechnet er, wie stark abgebremst werden muss und passt den Bremsdruck an. Bremst der Fahrer nicht, löst der Notbremsassistent selbstständig eine Vollbremsung aus. Selbst wenn es zum Auffahrunfall kommt, kann so zumindest die Stärke des Aufpralls verringert und somit das Verletzungsrisiko für die Insassen reduziert werden.
Die funktionale Ausprägung von Notbremsassistenten kann unterschiedlich sein. So gibt es Systeme, die für die Geschwindigkeit im Stadtverkehr optimiert sind. Neuere Notbremsassistenten reagieren auch auf Fußgänger oder Radfahrer, einige Systeme erkennen auch herannahende kreuzende Fahrzeuge. Ziel ist stets, Kollisionen zu vermeiden oder abzuschwächen und das Verletzungsrisiko deutlich zu reduzieren.
Der DVR unterstützt daher die Pläne der Europäischen Kommission, im Rahmen der „General Safety Regulation“ Notbrems-Assistenzsysteme zukünftig verpflichtend auch für Neufahrzeuge (Pkw) in der Europäischen Union vorzuschreiben und fordert, dass Notbremsassistenzsysteme auch bei höheren Geschwindigkeiten wirken müssen. Der Geschwindigkeitsabbau müsse dabei mindestens so groß sein, dass die Unfallfolgen gegenüber einer ungebremsten Kollision stark gemindert werden.

(1) Daten basieren auf der Äquivalenz von 7.000 Fahrzeugen in einem Versicherungsjahr
(2) https://www.thatcham.org/news-and-events/news-and-press-releases-reader/items/golf-drives-down-personal-injury

Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „45 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten“, *.docx (64 kb)

Pressemeldung „45 Prozent weniger Unfälle mit Verletzten“, *.pdf (450 kb)

Schützende Autos sind keine Zukunftsmusik

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DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf informiert Autofahrende in einem kurzen Videoclip der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) über die Vorteile von Fahrerassistenzsystemen: Während autonomes Fahren in aller Munde, aber noch Zukunftsmusik, ist, retten Fahrerassistenzsysteme schon heute Leben, indem sie Unfälle vermeiden oder deren Folgen mildern. So wird der Straßenverkehr beispielsweise durch Abstandsregler, die Auffahrunfälle vermeiden, und Notbremsassistenten, die im Ernstfall dafür sorgen, dass das Fahrzeug schnellstmöglich abgebremst wird, sicherer.

Verbreitung von Fahrerassistenzsystemen nimmt zu

Fahrerassistenzsysteme (FAS) sind bei immer mehr Neuwagen an Bord: Bosch hat eine Auswertung auf Basis der Neuzulassungsstatistik 2016 durchgeführt und kommt zu folgenden Ergebnissen:

  • Der Parkassistent und der Notbremsassistent sind die beliebtesten Fahrerassistenzsysteme
  • Größtenteils gehören Parkassistenten heute zur Serienausstattung
  • Jeder dritte 2016 neuzugelassene Pkw in Deutschland verfügt über einen Notbremsassistenten
  • Spurhalteassistenten und Spurwechselassistenten werden immer beliebter

Laut Bosch legen Autokäuferinnen und Autokäufer in Deutschland und Europa immer mehr Wert auf Fahrerassistenzsyteme, wobei auf den ersten Plätzen der Parkassistent, der Notbremsassistent, der Müdigkeitwarner und Spurassistenzsysteme rangieren:
62 Prozent aller neu zugelassenen Pkw waren 2016 mit einer Parkhilfe ausgestattet, wobei Bosch hierzu sowohl automatische Parkassistenten als auch einfache Parkpiepser zählte.
Mit 38 Prozent verfügte 2016 über ein Drittel aller Neuwagen über einen Notbremsassistenten, der das Fahrzeug in Notsituationen bis zum Stillstand abbremst und so Unfälle verhindert oder Unfallfolgen abmildert.
Der Müdigkeitswarner war 2016 in 37 Prozent aller neu zugelassenen Pkw installiert.
Spurhalte-
und Spurwechselassistenten sind nun in 19 Prozent aller Neuwagen vertreten, das ist doppelt so häufig wie noch 2015.

Einen detaillierten Blick auf die Zahlen ermöglichen die Infografiken:

Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw in Deutschland 2016:

Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw in Deutschland (Quelle: BOSCH)

 

 

 

 

 

 

Serienanteil ausgewählter Fahrerassistenzsysteme in neuen Pkw 2016:

Mit Notbremsassistenten gehören Massenkarambolagen in der Urlaubszeit der Vergangenheit an

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, muss viel Geduld mitbringen: Kilometerlange Staus sind gerade zu Ferienbeginn- und ende an der Tagesordnung. Dabei kommt es am Stauende schnell zu gefährlichen Auffahrunfällen, in die häufig direkt mehrere Fahrzeuge verwickelt sind. Insgesamt kracht es auf Deutschlands Autobahnen jährlich laut amtlicher Unfallstatistik rund 150.000 Mal. Ziel von Verkehrssicherheitsexperten ist es, diese Zahl deutlich zu senken Das erreichen sie mit Fahrerassistenzsystemen (FAS), die den Abstand zum Vorausfahrenden ständig erfassen. So verhindern sie Unfälle oder schwächen zumindest die Unfallfolgen ab.

So schützt der Notbremsassistent

Fahrzeuge, die mit einem Notbremsassistenten ausgestattet sind, erkennen einen drohenden Auffahrunfall und warnen den Fahrer frühzeitig. Gleichzeitig bereitet das System die Bremsanlage für einen schnellen Eingriff vor. Airbags, Sicherheitsgurte und Kopfstützen können optimal für ihren Einsatz eingestellt werden. Teilweise werden Fenster geschlossen und die Lehnen aufgerichtet. Bremst der Fahrer nicht ausreichend stark, erhöht der Notbremsassistent den Bremsdruck auf das erforderliche Maß oder bremst sogar selbstständig, falls der Fahrer dies nicht tut. Aber auch Notbremsassistenten können nicht jeden Unfall verhindern; ist eine Kollision unvermeidbar, reduziert das System zumindest die Aufprallenergie. Damit haben die Insassen eine bessere Überlebenschance und die Fahrzeuge werden weniger geschädigt.

Der Abstandsregler vermeidet brenzlige Situationen

Damit es im fließenden Verkehr gar nicht erst zu einer nahenden Kollision kommen kann, passt der Abstandsregler die Geschwindigkeit automatisch dem Verkehrsfluss durch selbsttätiges Bremsen oder Beschleunigen an.

Neufahrzeuge werden immer sicherer

Aktuell sind 13 Prozent der Neufahrzeuge mit Notbremsassistent ausgestattet, bei Abstandsreglern sind es 12 Prozent – das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ und seiner Partner unter Personen, die innerhalb der letzten drei Jahre maßgeblich an einem Neuwagenkauf beteiligt waren. Wenn diese Zahl in den nächsten Jahren steigt, wird die Zahl der vermeidbaren Auffahrunfälle deutlich zurückgehen. Wie sicher ein Auto ist, lässt sich unter anderem an der Bewertung des „European New Car Assessment Programme“, besser bekannt als Euro NCAP, erkennen: Die begehrte Fünf-Sterne-Wertung erreichen neue Fahrzeugmodelle nur dann, wenn sie umfassend mit praxisgerechter Unfallvermeidungstechnologie, also Fahrerassistenzsystemen wie beispielsweise dem Notbremsassistenten oder dem Abstandsregler, ausgestattet sind.


Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Mit Notbremsassistenten gehören Massenkarambolagen in der Urlaubszeit der Vergangenheit an“ *.doc (44 kb)

Pressemeldung „Mit Notbremsassistenten gehören Massenkarambolagen in der Urlaubszeit der Vergangenheit an“ *.pdf (147 kb)

Der Notbremsassistent in Aktion: Erkennt das System eine drohende Kollision, warnt es frühzeitig, bereitet eine schnellere Bremsung vor oder bremst selbstständig. Gleichzeitig werden bei manchen Fahrzeugen die Sicherheitssysteme, vom Airbag über die Sicherheitsgurte bis zu den Kopfstützen so vorbereitet, dass sie die Insassen bestmöglich schützen, wenn es doch zu einem Zusammenprall kommen sollte.

Welchen Wert hat ein Leben? – Fast jeder zweite Verkehrsunfall wäre mit Notbremsassistenten vermeidbar

Wie viel Wert hat das eigene Leben? – Wahrscheinlich würde jeder diese Frage mit „unbezahlbar“ beantworten. Umso wichtiger ist es, das eigene Leben mit einem sicheren Auto zu schützen. Doch wer ein neues Auto kauft, hat nur ein begrenztes Budget zur Verfügung. Die Sicherheitsausstattung konkurriert mit der Sitzheizung oder der Metalliclackierung. Bislang sind nur etwa 15 Prozent der Neuwagenkäufer bereit, Geld für sicherheitsrelevante Fahrerassistenzsysteme (FAS) auszugeben, wenn diese zu den Sonderausstattungen gehören. Dabei könnte mit deren Hilfe fast jeder zweite Verkehrsunfall vermieden werden. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Kampagne „bester beifahrer“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und seiner Partner unter Neuwagenkäufern.

Fahrerassistenzsysteme sind günstiger als man denkt

Sandra Demuth vom DVR rät, sich vor dem Autokauf über die Verfügbarkeit verschiedener Fahrerassistenzsysteme zu informieren: „Behalten Sie bei der Konfiguration Ihres Wunschfahrzeugs die Sicherheitsaspekte im Blick. Sie werden sich wundern, wie günstig eine Kombination aus verschiedenen aktiven Fahrerassistenzsystemen im Vergleich zu weiterer Sonderausstattung, beispielsweise Alurädern, ist.“

Fahrerassistenzsysteme, die aktiv schützen

Das Fahrerassistenzsystem mit dem höchsten Unfallvermeidungspotenzial ist der Notbremsassistent. Laut Unfallforschung der Versicherer (UDV) können durch einen Notbremsassistenten, der bewegte und stehende zweispurige Fahrzeuge sowie Fußgänger und Radfahrer erkennt, über 43 Prozent der Pkw-Unfälle vermieden werden.
Abstandsregler passen die Geschwindigkeit durch selbsttätiges Gaswegnehmen, Bremsen oder Beschleunigen an die wechselnden Verkehrsbedingungen an, damit es gar nicht erst zu brenzligen Situationen kommt.
Der Spurwechselassistent reduziert das Unfallrisiko mit Autos auf der Nachbarspur – beim Spurwechsel hat er den toten Winkel im Blick und warnt den Fahrer aktiv.
Der Müdigkeitswarner empfiehlt rechtzeitig Pausen, so dass dem Sekundenschlaf vorgebeugt wird.
Auch der Spurhalteassistent unterstützt den Fahrer aktiv und sorgt dafür, dass das Auto auch bei langen Fahrten auf Autobahnen oder Landstraßen in der Spur bleibt.
In der Dunkelheit läuft man schnell Gefahr, Hindernisse zu übersehen. Der Nachtsichtassistent überwacht die Straße mit einer Infrarot-Kamera und warnt vor Gefahren.

Welche Systeme für das Wunschfahrzeug verfügbar sind, können Kaufinteressenten schnell über die Datenbank auf www.bester-beifahrer.de herausfinden und diese im Autohaus aktiv nachfragen – denn jedes Leben ist unbezahlbar.


Verfügbare Downloads:

Pressemeldung „Welchen Wert hat ein Leben?“*.doc (145 kb)

Pressemeldung „Welchen Wert hat ein Leben?“*.pdf (84 kb)

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Und wie gut bremsen Sie?

Egal, ob man sich als gute/r Fahrer/in bezeichnet oder nicht – die Bremsreaktion des Menschen ist oft nicht effektiv genug, um eine Kollision zu vermeiden. Der Automobilzulieferer Continental hat festgestellt, dass 39 Prozent der Autofahrer/innen vor einer Kollision nicht bremsen, 40 Prozent aller Fahrer/innen bremsen ineffektiv. Die Folge: eine Kollision.

Perfekt bremst nur der Notbremsassistent (Quelle: Continental – Vision Zero News #1/2016)

Niemand bremst besser als ein Notbremsassistent

Einem automatischen Notbremsassistenten kann kein/e Fahrer/in das Wasser reichen: Selbst bei schlechten Umweltbedingungen wie Nebel, Regen oder Dunkelheit überwachen die Sensoren alles, was bis zu 200 m vor dem eigenen Fahrzeug passiert. Aus verschiedenen Daten wie Geschwindigkeit und Abstand berechnet der Notbremsassistent, wann der/die Fahrer/in das Fahrverhalten ändern müsste, um einen Aufprall zu verhindern. Droht eine Kollision, bremst das System zu 100 Prozent ab und verhindert dadurch den Unfall. Ist das nicht möglich, wird die Aufprallgeschwindigkeit maximal reduziert, um die Unfallfolgen zu mildern.

Die Sensoren des Notbremsassistenten überwachen die Geschehnisse vor dem eigenen Fahrzeug (Quelle: Continental – Vision Zero News #1/2016)